Cinemagraphing als Marketingfaktor?

Obwohl Cinemagraphing eine sehr moderne und angesagte Gestaltungsmethode ist, ist die dahinter liegende, werbliche Dynamik seit Menschengedenken bekannt: Schon in den ersten sozialen Verbänden der Menschheit sicherten Information, Animation Unterhaltung und Motivation dem Einzelnen entsprechenden Status im Sozialverbund - je nachdem wie gut und häufig diese Kommunikationstechniken beherrscht und ausgeübt wurden.

Schon seit jeher gilt: Wer die anderen gut informiert, animiert, unterhält und motiviert spielt eine maßgebliche Rolle - im besten Fall eine Leader-Position - in der Community bzw. Gesellschaft. Und wer "Leader" ist, um den scharen sich die anderen und mehr noch: Sie - die anderen - kopieren und "konsumieren" somit so viele Eigenschaften wie möglich vom gesellschaftlichen Idealbild, um dem Idol so ähnlich wie möglich zu sein.

Von der Steinzeit ins Internet

Der Marketingbezug zur Cinemagraphing-Technik ist schnell erklärt: Bei der immensen Vielfalt der beworbenen Angebote, muss die heutige Werbekommunikation zu allererst gewährleisten, überhaupt wahrgenommen zu werden. Das kann momentan hervorragend auch über die Darstellungstechnik des Cinemagraphing geschehen, weil diese den aufmerksamkeitsstarken "Neu"-Effekt der besonderen Beachtung beim Umworbenen auslöst.

Kaufentscheidungen basieren sehr häufig auf der Fähigkeit zur Erinnerung. Man überlegt, welches Produkt/Dienstleistung zum eigenen, momentan bestehenden Bedarf passen könnte und erinnert sich beispielsweise an das Produkt XY. Und das unter Umständen auch, weil XY per Cinemagraph so eindrücklich in unser Bewusstsein gehievt wurde. Somit kann die Gestaltungsaufmachung per Cinemagraphing durchaus auch zum "aktiven Verkäufer" werden.

Das hier gezeigte Cinemagraphing übrigens stammt von unserer ehemaligen Fotodesign-Studierenden Judith Hirsbrunner, die jetzt als freie Fotografin in der Schweiz lebt und arbeitet.