Designwettbewerbe – welche sind die wirklich coolen?

Designwettbewerbe gibt es wie Sand am Meer. Und für alle – egal, ob hochwertig oder fragwürdig – gilt ein bisschen das Motto: „Der Vergleich ist das Ende der Glückseligkeit“. Denn: Wie will man völlig subjektive Designarbeiten fair und objektiv miteinander vergleichen? Und dennoch gilt: Wettbewerbe bieten auch echte Chancen. Vor allem für Kreative, die sich in einem Foto-, Grafik-, Film- oder Mediendesign-Studium befinden, sind Wettbewerbe eine Möglichkeit, aus der Masse aller anderen herauszutreten, aufzufallen und dazu gleich noch was sinnvolles für die eigene Bewerbungsmappe zu tun.

 

Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten in die Tonne ...?

Wie aber erkennt Mediendesignstudent/in, welche Wettbewerbe mehr Chancen als Risiken bieten? An den Themen - so viel gleich mal vorweg - erkennt man sie meistens nicht. Viel mehr sind es die Wettbewerbsbedingungen, die hier weit mehr aussagefähig sind. Geldpreise sind dabei nur bedingt ein Qualitätsmerkmal - es sei denn, es handelt sich hierbei um eine marktgerechte Bezahlung. Nahezu alle Wettbewerbe können diese allerdings nicht bieten. Und müssen sie auch gar nicht. So lange die verbindliche Zusage besteht, was mit der Arbeit nach einer möglichen Prämierung passiert.

"1.500 Euronen" - ein guter Deal ...?

Nehmen wir mal an, ein Wettbewerb garantiert den Gewinnenden - meist sind es die klassischen drei Siegertreppchen-Positionen - ein Preisgeld zwischen 1.500 und 500 Euro. Ein guter Deal ...? Nicht unbedingt. Es kommt immer darauf an, was mit den Entwürfen nach der Prämierung passieren soll. Werden diese veröffentlicht und beispielsweise für flächendeckende Werbung verwendet, ohne dass der eigentliche Urheber genannt - geschweige denn beteiligt - wird, sind die genannten Preisgelder ein Nasenwasser! Weit besser ist hier, vielleicht sogar etwas weniger Preisgeld, dafür aber die Gewähr zu erhalten, dass nach dem Gewinn des Wettbewerbs, eine Veröffentlichung unter Namensnennung des Urhebers und unter marktüblicher Honorierung zu erhalten. Denn der Wettbewerbsveranstalter hätte für eine von Profis erstellte Kampagne ja ebenfalls bezahlen müssen.

 

Auch das "Drumrum" bestimmt das Wettbewerbs-Bild.

Zugegeben, es gibt auch Wettbewerbs-Veranstalter, die einfach nicht in der Lage sind, eine spätere Übernahme von prämierten Arbeiten in die eigene Werbung marktüblich zu bezahlen. Man denke hier nur mal an soziale, finanzschwache Einrichtungen wie Tierheime, alternative Kinderhorts, Aktivitätsspielplätze und so weiter und so weiter. Auch hier muss man/frau als Fotografie-, Film- oder Grafikdesign-StudentIn nicht gleich die "Wettbewerbs-Segel" streichen. Unser Tipp: Erstmal schauen, wer in der Jury sitzt. Wenn hier bekannte Persönlichkeiten voten, kann die Wettbewerbsteilnahme im Fall einer Platzierung durchaus dennoch lukrativ sein. Denn namhafte Credits im vorab zahlen sich später sehr häufig dann doch noch in barer Münze aus.