Die Agentur ist tot! Es lebe die Werbung …

Die Werbe- und Medienbranche ist im Umbruch. Wo früher viele Designer, Kreative und anderweitige Gestalter an der Umsetzung von Kampagnen im Kundenauftrag werkelten, sind es heute zunehmend nur noch sehr kleine Teams, die gleich Großartiges bewirken – Mercedes Benz beispielsweise lässt da ebenfalls grüßen.

Gestern noch beschäftigten die Untertürkheimer „Sterndeuter“ eine gesamte Agentur, heute stehen gerade mal noch zwei Leute an der Kampagnenfront: Tonio Kröger und André Kemper – beide Vollprofis aus der automobilen Werbeszene. Der eine hats früher für VW getan, der andere für Opel.

Klein, kleiner am … größten? Crossmedia macht’s möglich.

Wie kommt’s aber, dass immer weniger Designprofis immer größere Budgets bewegen? Das Zauberwort heißt hier: Crossmedia. Die gesamte Medienkommunikation zieht zunehmend ins Netz – das ist Fakt. Und so resümmiert beispielsweise heute der deutsche Media-Papst Thomas Koch – jahrzehntelang ein vehementer Kritiker digitaler Werbung: „Ich habe mich geirrt. Die Werbung von morgen findet im Netz statt!“ Und „das Netz“ schreibt dabei seine ganz eigenen Gesetze. Eines davon: „Hardware war vorgestern, Software war gestern, Daten und Strategien sind heute“. Große Druckerpressen und kostenverschlingende TV- oder Radiodender gelangen immer weniger ins Kampagnen-Boot der Werbung. Viel wichtiger ist es jetzt, die materiellen Möglichkeiten in die richtigen Zielgruppen und passenden Strategien zu investieren – beispielsweise in crossmediale Medienauftritte.

Quote statt Leistungsschau.

Auch wenn die Kosten für digitale Kampagnen im Vergleich zu den klassischen Medien Print, TV und Hörfunk minimal scheinen – das  Online-Nirvana ist für Werbetreibende damit doch noch nicht erreicht. Denn eine ganz neue Herausforderung tut sich auf, die man vormals so nicht kannte und die sich in etwa so formuliert: Was auf Twitter funktioniert, muss auf Facebook noch lange kein Bringer sein – und umgekehrt. Unterschiedliche technische und mediale Gegebenheiten verlangen eben nach unterschiedlichen Standards bzw. unterschiedlichen Gestaltungsansätzen. Und will Werbetreibende(r) hier ein und den selben Gedanken verbreiten, braucht sie/er ausgewiesene Spezialisten, die genau wissen wie man/frau– um mal bei den schwäbischen Autobauern zu bleiben – ein und die selbe Edelkarosse auf Youtube präsentiert, auf der unternehmenseigenen Homepage, in diversen Bewertungsforen oder auf Facebook. Und das alles am besten thematisch miteinander verknüpft, damit der werbliche Eindruck schlussendlich möglichst bleibend ist. Viel Arbeit steht nun an für Film-, Foto-, Medien- und Grafikdesigner. Und wer von denen die Gesetzmäßigkeiten von Crossmedia schon heute studiert, wird morgen mit Sicherheit lustig weiterleben – im Gegensatz zu vielen Agenturen.