Dynamic Facilitation goes Lazi

Dass die Welt der Medien sich rasend schnell verändert, weiss jeder. Wie man aber als Medienakademie sinnvoll und effektiv mit eben diesen Veränderungen umzugehen kann, dafür gibt es kein Patentrezept. Und wie auch?

Ist einmal eine Umgehensweise mit einer Veränderung gefunden, hat sich meistens diese Veränderung schon wieder verändert. So ist sie eben, die Realität im schnelllebigen, internetgetriebenen Medienbusiness.

Eine ganz neue und besonders effektive Methode, sich Veränderungsprozessen grundsätzlich überhaupt bewusst zu werden und in anschließenden Schritten sinnvoll und effektiv darauf zu reagieren, bietet eine relativ neue Kreativmethode aus den USA: Dynamic Facilitation.

Ein erstes Team der Lazi-Akademie hat vergangenes Wochenende den ersten Kurs in DF absolviert, in dem es um die zukünftigen Chancen und Möglichkeiten der Akademie in der sich rasch verändernden Bildungslandschaft geht. Unter der professionellen Leitung von Martin Rausch, eines ausgebildeten Dynamic-Facilitation-<wbr />Moderators, widmete sich das zitierte "erste Team" der Dynamik dieser ganz besonderen Methode. Eines dazu kurz im voraus: Die Bezeichnung "erstes Team" hat nichts mit einer Wertung der Personen gegenüber anderen zu tun, sondern signalisiert lediglich, dass weitere Teams mit anderer personeller Zusammensetzung folgen werden und den Prozess der "dynamischen Erleichterung" - so die wörtliche Übersetzung von Dynamic Facilitation - ebenfalls durchlaufen werden.

Aber um was geht es bei Dynamic Facilitation - kurz DF - eigentlich genau? Grundansatz dieser Methode ist die Erkenntnis, dass in der Vergangenheit immer wieder Folgendes beobachtet wurde: Befragt man in einer geeigneten Art und Weise eine Gruppe uninformierter und somit unbelasteter Personen zu einem Problem, erhält man nahezu immer gleichwertig hochqualifizierte Lösungen wie aus der Befragung von Experten. Der Vorteil bei den Nicht-Fachleuten ist jedoch, dass diese oft weit mehr aus der Mitte des Geschehens kommen als die Fachleute selbst und deren Lösungsansätze deshalb vom Umfeld weit mehr akzeptiert werden als die Expertisen fremder Personen von aussen - Stuttgart 21 lässt grüßen ...

Was heißt das nun für die Lazi-Akademie? Ganz einfach. Auf längere Sicht werden mehrere Teams die DF-Seminare an der Akademie durchlaufen - sowohl von Seiten der Studierenden aus den Fachbereichen Film, Fotografie und Grafikdesign wie auch von Seiten der Lehrenden beziehungsweise aus beiden Fraktionen gemeinsam. Die erarbeiteten Lösungsansätze werden im Nachhinein kollektiv bewertet und bei Eignung umgesetzt mit dem angestrebten Ziel, die Akademie-Qualität zu verbessern und gleichzeitig auch einen möglichst hohen Konsens aller Akademiebeteiligter für etwaige Neuerungen zu erreichen.