Gestern noch „Lazianer“ – heute schon im Vorstand!

Geht nicht …? Geht doch. Unser Ex-Studierender J. Konrad Schmidt ist kürzlich in den Vorstand des BFF, des Berufsverbands freier Fotografen und Filmgestalter, berufen worden. Ein Verband, der 1969 gegründet wurde, um sich für die künstlerische Freiheit von Fotografen – und später auch von Filmemachern – einzusetzen und seitdem auch für die hohe Qualität seiner Mitglieder steht. Denn vor dem BFF bestimmten ausschließlich die Handwerkskammern, wer den Beruf des Fotografen ausüben durfte und wer nicht. Und da sag noch einer: „Früher war alles besser!“

Wie man als so junger Fotodesigner „gleich“ in die Vorstands-Etage einer solch bedeutenden Organisation „gerät“ – Konrad hat’s uns persönlich geflüstert …

Der jetzt gewählte BFF-Vorstand sieht grundsätzlich jünger aus, als der vorige. Ist das Zufall oder war das Absicht?

Beides! Erstens Absicht, weil eine Verjüngung auch im Führungsteam für den Verband unerlässlich ist. Die Zahl der „älteren“ Mitglieder steigt genau so stetig wie die Kurve der generellen Demographie in ganz Deutschland auch. Auf lange Sicht muss ein toller, motivierter und fachlich exzellenter Nachwuchs her. Auch für dieses Ziel wird sich der neue Vorstand stark engagieren. Zufall war es, weil sich die Situation ergeben hatte, dass der scheidende Vorstand die Verjüngung generell begrüßt hat und gleichzeitig den Weg dafür freigemacht hat. Respekt dafür nach 12 bzw. 10 Jahren. 

Wo werdet ihr Drei in der Vorstandsarbeit eure hauptsächlichen Akzente setzen?

Verjüngung, Kommunikation und Exzellenz. Es ist wichtig die „Marke“ BFF und alles was wir damit verbinden nachhaltig in die Zukunft zu tragen. In Zeiten immer wilderer Bildwelten und einer Flut von schlechter Photographie im Netz ist der BFF als Institution für echte Profis mit hohem visuellen Anspruch gleich doppelt wichtig – letztendlich auch für die Auftraggeber. 

Was ist für Dich in dieser Rolle jetzt besonders wichtig?

Ich hatte ja in den letzten 4 Jahren bereits das Amt des BFF Blogs, das Facebook-Management und den Website-Relaunch als „Amt“ inne. Ebenfalls ein Prozess, der für den BFF extrem wichtig war. In diesem Bereich setze ich die Arbeit im Grunde unverändert fort. Durch mein recht junges Alter und die große Bekanntheit unter den Kollegen, die ich durch den BFF Blog erlangt habe, wird sicher auch der Bereich „Junioren und neue Mitglieder“ stark zu meinen Aufgaben gehören. Es gibt einiges zu tun, es wird also keinesfalls langweilig. 

Wieviel kostbare Zeit eines selbständigen Fotografen „vereinnahmt“ die Vorstandsarbeit?

Das ist Ansichtssache. Wenn man egoistisch oder betriebswirtschaftlich herangehen würde, dann natürlich untragbar viel. Aber darum geht es nicht. Ich habe die Community – die durch all das für mich und für den ganzen Verband entsteht – als eine extrem kraftvolle, tolle und dynamische Gruppe von Enthusiasten erfahren, die die Photographie und Ihre Wege feiern wie niemand sonst! Und genau für diese Community und deren Power mache ich es. Rechnen darf man da nicht. Wie bei den meisten tollen Dingen im Leben, oder …?

Ganz uns’re Rede, Konrad, und danke fürs Interview.