Learning by doing – oder wie aus Probieren Studieren wird!

Luca Chiara Kunde ist an der „Lazi“ Filmerin im 5. Semester. Ihr Name steht derzeit aber nicht nur in den Anwesenheitslisten des Akademie-Unterrichts, sondern auch im Abspann von „Schmidts Katze“, einer skurrilen Filmkomödie, die kürzlich in den bundesdeutschen Kinos angelaufen ist. Nils Hemmen sprach mit der angehenden Film- und Mediendesignerin über das Prinzip „(Aus)probieren geht über Studieren“, das mittlerweile schon seit über 65 Jahren(!) an der Lazi-Akademie sehr geschätzt und unterstützt wird.

> Im Abspann von SCHMIDTS KATZE steht Dein Name hinter der Bezeichnung „Assistenz Set-Aufnahmeleitung“ – erstmal Respekt und Anerkennung dafür! Was war hier genau Dein Job …?

Danke schön. Mein Job war es, alles rund um das Film-Set zu koordinieren. Das bedeutet so zu sagen, für die Basis zuständig zu sein. Das waren solche Sachen wie: Immer dafür zu sorgen, dass das Catering Strom hat, das Team nicht im Halteverbot parkt, die Straßen frei zu halten, wenn gedreht wurde oder das Löschen des brennenden Autos zu koordinieren, wenn das Feuer nicht aufgehört hat, zu brennen. Kurzum: Mein Job war es, für jedes auftretende Problem so schnell wie möglich eine Lösung zu finden.

> Wie kommt man im 3. Semester des Studiums bereits in das Team einer professionellen Filmproduktion?

Die Connections habe ich schon im ersten Semester geschlossen, als wir damals einen Spot für Constantin-Film gemacht haben. Damals war ich nur eine kleine Produktionshelferin, aber der Kameramann und der Set-Aufnahmeleiter sind während dieses Drehs auf mich aufmerksam geworden. Seit dem sind wir im Kontakt geblieben. Und immer, wenn es kleinere Geschichten gab – wie zum Beispiel einen Imagefilm oder ein Musikvideo zu drehen, haben sie mich mitgenommen. Als dann „Schmidts Katze“ jemanden für den Job „Assistenz Set-Aufnahmeleitung“ gesucht hat, haben sich beide für mich sehr eingesetzt und mir geholfen, bei diesem großen Projekt mitmachen zu können. 

> 30 Tage Drehzeit für 90 Minuten steht auf der HP zum Film – was musstest Du für diese 3 Minuten Spielfilm an einem typischen Drehtag so alles leisten?

Meist fing es damit an, dass ich noch auf dem Weg zum Set – das war immer so gegen 5 Uhr morgens – angerufen wurde, weil schon klar war, dass irgendwas heute nicht wie geplant funktionieren würde. Dann haben wir alles fürs Frühstück aufgebaut, und anschließend die Location besichtigt. Dort musste dann alles mit Schildern versehen werden – „Hier Rauchen verboten“, „Toiletten im Untergeschoss“, „Keine Getränke mit ins Motiv nehmen“ und so weiter. Danach wurde das ankommende Team koordiniert. Während die gefrühstückt haben, kamen die Schauspieler, die immer sofort in die Maske und ins Kostüm mussten, da der Tag so knapp war. Neben einer Menge Versorgungsarbeit für das gesamte Team war auch ich nochmal besonders gefragt, falls es irgendeinen Kostümwechsel oder ähnliches gab. Da war es dann meine Aufgabe darauf zu achten, dass dies wie im Zeitplan vorgegeben geschah. Sobald dann nach 12-14 Stunden Drehschluss war, hieß es zusammenpacken und noch die Tages-Dispo für den nächsten Tag austeilen, auf der dann stand, wann und wo das Team am nächsten Tag sein musste. Wir vom Set-Team waren immer die letzten, die den Drehort verließen – auch deswegen, weil wir stets nochmal die Location durchgehen mussten, um zu schauen, ob irgendwas zu Schaden gekommen war und – wenn ja – das dann gegebenenfalls zu melden. So gegen 20 Uhr hatte auch ich dann im Normalfall mal Feierabend.

> Gibts bereits ein neues Projekt in dessen Abspann wieder Dein Name auftauchen wird?

Ja es gibt wieder einen Spielfilm bei dem meine Name an der gleichen Stelle auftauchen wird wie bei SCHMIDTS KATZE: „Dolores“ – wieder ein Regie-Debüt im Dritten Programm. Diesmal 90 Minuten Spielfilm in 19 Drehtagen …