Studium Fotografie

Unvergessliche Momente für die Nachwelt festhalten, Ereignisse dokumentieren oder einfach nur ästhetisch schöne Bilder machen, das ist es, was sich Fotografen zur Aufgabe gemacht haben. Die Ansprüche und Intentionen mögen unterschiedlich sein, doch eine fundierte Ausbildung ist die Basis für den Erfolg. Gute Fotografie kann Kunst sein, ein Handwerk, das erlernt werden will, ist sie jedoch in jedem Fall.

Wie viele anspruchsvolle Handwerksberufe hat es auch die Fotografie mittlerweile in die Hochschulen geschafft. Zahlreiche Universitäten und Akademien, wie auch die Lazi Akademie, haben das Fach Fotografie im Angebot. Während manche Bildungseinrichtungen sie in verwandte Studiengänge, wie etwa Kommunikationsdesign, integriert haben, ist sie an anderen ein eigenständiges Studienfach. Sie ist an Kunsthochschulen ebenso zu finden wie an Fachhochschulen. Sogar an einigen technisch oder wirtschaftswissenschaftlich orientierten Universitäten ist die Fotografie als Studienfach vertreten.

Diese grundlegenden Voraussetzungen müssen Bewerber erfüllen

Um ein Studium der Fotografie an einer Fachhochschule oder einer Universität aufnehmen zu können, ist in der Regel die fachgebundene Hochschulreife oder das allgemeine Abitur nötig. In vielen Fällen müssen die Bewerber außerdem eine Eignungsprüfung bestehen. Besonders an künstlerisch und designorientierten Ausbildungsstätten ist es üblich, sich mit einer Bewerbungsmappe um einen Studienplatz zu bemühen. Diese wird von der Aufnahmekommission eingehend geprüft. Entsprechen die Arbeiten den Anforderungen, wird der Bewerber zu einem weiteren Test eingeladen, bei dem er sowohl theoretische als auch praktische Übungen zu bestehen hat. Um die Chancen auf einen Studienplatz zu erhöhen, ist eine einschlägige Berufsausbildung oder ein entsprechendes Praktikum von großem Vorteil.

Neben den staatlichen Hochschulen und Universitäten gibt es in Deutschland auch eine Reihe von privaten Bildungseinrichtungen, über die ein allgemein anerkannter Abschluss erworben werden kann. Hier gibt es bei erwiesener Begabung nicht selten auch die Möglichkeit, ein Studium aufzunehmen, ohne das Abitur oder die Fachhochschulreife abgelegt zu haben. Im Vergleich zu den staatlichen Hochschulen sind die Studiengebühren an privaten Einrichtungen jedoch um ein Vielfaches höher. Neben den Kosten für die Lebenshaltung fallen hier zusätzlich oft Gebühren von mehreren tausend Euro pro Semester an. Bei besonderer Begabung und konstant außergewöhnlich guten künstlerischen Leistungen haben Studierende jedoch die Chance, ein Stipendium zu ergattern. Durch dieses können dann die nicht unerheblichen Kosten für das Studium an einer privaten Bildungseinrichtung abgedeckt werden.

Vor jeder Bewerbung sollten sich die Interessenten jedoch genau über die exakten Anforderungen und die angebotenen Fachrichtungen der einzelnen Hochschulen informieren. Denn es macht wenig Sinn, sich an einer Akademie zu bewerben, an der künstlerische Aspekte im Vordergrund stehen, wenn der eigentliche Berufswunsch eher in Richtung Bildjournalismus geht. Die Spezialisierung auf ein bestimmtes Fachgebiet der Fotografie ist nötig, um die Ausbildung möglichst praxisnah zu gestalten. Wer sich für das Thema interessiert, sollte sich deshalb zunächst Gedanken darüber machen, wo er seine berufliche Zukunft sieht. Soll diese in der Werbung liegen, ist es selbstverständlich sinnvoll eine Universität zu wählen, an der ein Studiengang Werbefotografie angeboten wird. Für Bildjournalisten und Fotodesigner sind ebenfalls eigene Fachstudiengänge vorgesehen. Und auch, wer sich in erster Linie für die künstlerischen Aspekte der Fotografie interessiert, wird an deutschen Hochschulen und Akademien einen passenden Studiengang finden.

 

Was Studierende des Fachs Fotografie im Studium erwartet

In den vergangenen Jahren sind die Studiengänge in Deutschland auf die international anerkannten Abschlüsse Bachelor und Master umgestellt worden. Auch im Bereich Fotografie ist ein Studium, das mit einem Diplom beendet wird, nur noch in Ausnahmefällen zu finden.

In den ersten Semestern werden den Studierenden sowohl die technischen als auch die theoretischen Grundlagen der Fotografie vermittelt. Historische Aspekte spielen dabei ebenso eine Rolle wie die Analyse und die Wirkung der verschiedenen Stilmittel. 

 

Nach dem Grundstudium beginnt die Phase der Spezialisierung auf das gewählte Fachgebiet.

Neben dem künstlerischen Teil der Arbeit, der in der Ausbildung einen breiten Raum einnimmt, spielen im Berufsleben eines Fotografen aber auch Kenntnisse im kaufmännischen Bereich eine wichtige Rolle. Ohne ein perfektes Projektmanagement und die Fähigkeit, die Ergebnisse seiner Arbeit gewinnbringend zu vermarkten, wird die Fotografie ein Hobby bleiben, mit dem es schwer oder unmöglich ist, den Lebensunterhalt zu verdienen. Unterrichtseinheiten in diesen Fächern gehören deshalb ebenfalls auf den Studienplan. Am Ende des Bachelorstudiums, das in der Regel 6 Semester dauert, folgt die praktische und theoretische Abschlussprüfung. Wurde diese bestanden, darf sich der Absolvent Bachelor of Arts nennen. Um sich mit einem Master of Arts schmücken zu können, folgt ein weiteres Studium, das mindestens 2, meist jedoch 4 oder mehr Semester beansprucht. Zuweilen ist es für die Aufnahme eines Masterstudiums nötig, eine erneute Aufnahmeprüfung zu bestehen.

In der Tradition von Kunsthochschulen und Akademien spielen die sogenannten Meisterklassen eine wichtige Rolle. Begabte Studenten, die während ihrer Ausbildung außergewöhnlich gute Leistungen gezeigt haben, können Meisterschüler werden und damit einen Abschluss erreichen, der eine besondere Auszeichnung darstellt. Verliehen wird dieser - in der Regel nach einem 10-semestrigen Studium – an einigen Kunsthochschulen sogar als akademischer Grad.

Um die Chancen auf dem heiß umkämpften Arbeitsmarkt zu steigern, ist es ratsam, auch außerhalb der eigenen Universität Erfahrungen zu sammeln. Ein Semester oder ein Praktikum im Ausland macht sich im Lebenslauf und bei der Bewerbung um eine Stelle besonders gut. Das Erasmus-Programm bietet hier zahlreiche Möglichkeiten.

 

Alternativen zum Studium

Für junge Menschen, denen es trotz der notwendigen Begeisterung für die Fotografie an den nötigen Voraussetzungen fehlt, um ein Studium aufzunehmen, bietet das duale Ausbildungssystem in Deutschland eine mögliche Alternative. Sind die formalen Voraussetzungen wie das Abitur oder die Fachhochschulreife nicht vorhanden, besteht die Möglichkeit, sich um eine Lehrstelle als Fotograf zu bemühen. Die Ausbildung zum Fotografen dauert wie das Bachelorstudium 3 Jahre. Während dieser Zeit erhält der Auszubildende bereits ein Gehalt, das jedoch recht gering ist. Allerdings fallen in der Lehre auch keine Studiengebühren an. Eine Ausbildung zum Fotografen kommt deshalb auch für alle jene in Frage, bei denen ein Studium aus finanziellen Gründen nicht möglich ist. In einigen Bundesländern gibt es darüber hinaus für Meister aus dem Handwerk die Möglichkeit, ein Studium aufzunehmen, ohne im Besitz der sonst nötigen schulischen Qualifikation zu sein. Wer also nach seiner Fotografenlehre noch seinen Meister macht, kann sich auf diese Art und Weise doch noch den Traum vom Fotostudium erfüllen. Bereits ausgestattet mit den handwerklichen Fähigkeiten des Berufs, kann das Hauptaugenmerk im Studium dann auf die künstlerische Ebene der Fotografie gelegt werden. Wer das praktische Handwerk bereits beherrscht, bringt die besten Voraussetzungen mit, um ein Studium erfolgreich zu absolvieren.