Was Du den anderen fügest zu, das lege auch Dir selber zu!

Frei flottierende Gedanken zum so genannten Coporate Image.

Fragt man professionelle Kreative nach ihrer eigenen Werbung, bekommt man häufig die selbe Antwort: „ Da müsste man wirklich mal was machen, aber da fehlt uns einfach die Zeit!“ Schaut man sich beispielsweise Werbung von Werbeagenturen an, fällt man tatsächlich teilweise fast in Ohnmacht aufgrund fehlender Originalität und erschreckender Aufmachung. Die Leute, die andere an sich ganz gut und gekonnt in Szene setzen, murksen sich hier sehr häufig sprichwörtlich „einen ab“. Zeitmangel? Okay, kann zwar ein Grund, darf aber kein Hindernis sein. Und nun mal ehrlich: Ist es vielmehr nicht sehr oft so, dass die professionelle Distanz „zu sich selber“ das eigentliche Problem ist? Klar, man ist als Designer gewohnt, andere unter die gestalterische Lupe zu nehmen – sie zu analysieren und dann zu inszenieren. Genau das mit sich selbst zu tun ist dann aber doch nochmal ein ganz anderes Kaliber, eine ganz andere Nummer. „Was zeichnet uns aus?“ „Warum gerade wir?“ „Was macht uns besonders?“ – Fragen über Fragen, die man gewohnt ist zu beantworten, wenn es das Gegenüber betrifft. Wenn man sich jedoch selbst betrachtet, fallen die Antworten hier schnell dürftig bis gar „nahe Null“ aus. Ich bin sicher, genau das ist der eigentliche Grund, warum viele Gestalter in eigener Sache so miserabel gestalten.

Ein Königsweg aus der Misere kann sein, einen potenziellen Konkurrenten mit der Eigenwerbung zu betrauen. Was für Zahnärzte gilt – die gehen ja auch zu Kollegen, wenns um die eigene Bissfestigkeit geht – gilt gleichermaßen vielleicht auch für Gestalter. Der Blick von aussen auf einen selbst ist halt meistens objektiver als die Eigenbeschau. Und dann sollte man noch wissen, dass gute Gestaltung nicht nur auf die visuellen Bereiche beschränkt ist, sondern auch für die non-visuellen gilt. Wer einen guten, stilvollen Auftritt nach aussen abliefern und pflegen möchte, muss nicht nur im Design, sondern auch im Verhalten, in seinen Leistungen, in seiner Kommunikation Stil zeigen. Typische Themen hier sind beispielsweise gelungenes Telefonverhalten, guter E-Mail-Schreibstil oder auch der gute Umgangston mit Kollegen und Lieferanten. Gute Leistungsfähigkeit besteht immer aus „Produkten, die funktionieren“. Und zwar nicht nur von der Aufmachung her, sondern auch von der Abwicklung, der Zeitplanung und der Abrechnung her – kurz gesagt von den Inhalten her.

Die Summe all der hier genannten Leistungen führt dann irgendwann zum begehrten, hochwertigen Corporate Image. Und genau das ist es, was alle Kunden mit Hilfe „ihrer“ Kreativen erreichen wollen. Und was wiederum auch den Kreativen selbst so überaus gut steht.