Was verdient wer wo in der Kreativbranche?

Über Geld spricht man nicht … oder etwa doch? Wer sich für eine Berufsausbildung entscheidet, für den ist es am Anfang der Ausbildung nicht unbedingt relevant zu wissen, was er auf Heller und Cent verdient.

enn die Zeiten ändern sich mit Sicherheit nochmal bis zum Abschluss der Ausbildung. Jedoch bietet der grobe Überblick über die unterschiedlichen Einkommen schon von Anfang an die Möglichkeit, sich zu orientieren, was eventuell mit gleichem Know How und Können später an unterschiedlichen Positionen im Kreativbusiness möglich ist.

Ein erster Vergleich: Als ausgebildeter Foto-, Medien-, Film- oder Grafikdesigner kann man beispielsweise in einer Werbeagentur auf den unterschiedlichsten Positionen fest angestellt werden. Zwar ist es sehr unwahrscheinlich gleich als Geschäftsführer „mit Personalverantwortung“ den ersten Job nach dem Abschluss anzutreten, aber bleiben wir trotzdem mal kreativ: Wäre dem so, steht auf dem monatlichen Gehaltszettel im Durchschnitt fortan eine Zahl ab 10.000 Euro aufwärts – ohne Abzüge versteht sich. Eine Stufe drunter – als Art- bzw. Creative-Director sind’s immerhin noch runde 7.000 Euro brutto monatlich. Der Junior-Artdirector steht gegenüber seinem „Lehrherren“ dann doch spürbar heruntergestuft da: 2.500 „Euronen“ monatlich trägt der ambitionierte Jungdesign-Direktor mit nach Hause. Was aber wiederum wohl mit der Tatsache zu tun hat, dass er irgendwann „Senior“ wird und dann eben weitaus mehr ins traute Heim schleppt. Lehrjahre sind eben keine Herrenjahre – das gilt auch bei Artdirektoren. Wer die Karriereleiter nicht so steil raufkraxeln will, kann als festangestellter Designer im Bereich Film-, Foto-, Grafikdesign Print und/oder Non-Print gleich mal mit durchschnittlichen 2.800 Euro monatlich rechnen. Immerhin 300 Euro im Monat mehr als der Junior-Artdirector, aber dafür relativ festgezurrt auf die gewählte Position – sprich: ohne größere Aufstiegschancen.

Vorbei an den kreativen „Classics“ Grafik, Film und Fotografie kann der geschulte Mediendesigner noch diverse Nischen besetzen und hier doch auch ganz gute Ernte einfahren. Als Texter zum Beispiel knapp 3.500 Euro brutto im Durchschnitt pro Monat und als Konzeptioner sogar knappe 4.000 Euro. Allerdings sind auch diese Positionen eher Einbahnstraßen, was heißt: „Einmal hier, immer hier“. Aufstiegsoptionen sind eher selten – der Texter bleibt halt gern der Wortjongleur im Betrieb und der Konzeptioner plant und plant und plant …

Wobei diese Informationen hier wohlgemerkt nur „Durchschnitts-Infos“ sind. Bei aussergewöhnlichem Kampagnenerfolg in der Werbung beispielsweise gehts auch beim verantwortlichen Texter oder Konzeptioner zu wie im Profi-Fußball. Angebote mit attraktivem Zuschlag häufen sich und verändern die einstmalige Job-Einbahnstraße in einen breiten „Highway Of Success“.

Ach ja, und dann noch zwei Infos, die speziell auch für alle Studierenden der Lazi-Akademie Musik in den Ohren sein müssen: In Baden-Württemberg sackt man als kreativer Designer im Bundesdurchschnitt mit die besten Gehälter ein. Und: Wer seine Ausbildung mit einem Diplom abschließt, verdient im Durchschnitt ungefähr ein Drittel mehr, als ohne Studienabschluss. Das wusste wohl auch schon der englische Philosoph Sir Francis von Verulam Bacon im 16. Jahrhundert, als er den Ausspruch tat:

“Listige Menschen verachten die Studien, einfache Menschen bewundern sie und weise Menschen gebrauchen sie.“

Und wenn’s zum „Frisieren“ der Lohnabrechnung in der Designbranche ist.

 

Autor: Nils Hemmen