Wenn Kreativen „kreative Fehler“ widerfahren

So, jetzt isses auch hier passiert: der Berichterstatter über Luca Kundes Abschlussprojekt hat jüngst daneben gegriffen – und das gleich dreifach: einmal beim wörtlichen Zitieren, einmal im Text und dann auch nochmal im Bild! Satte Leistung, Nils Hemme Hemmen! Dafür darfst Du jetzt auch das Richtigstellungs-Interview mit Luca führen …

NH: Ja, Luca, knapp daneben is’ auch vorbei – ich hab Dein Abschlussfilm jüngst als Anti-Kriegs-Drama bezeichnet. Was ist es denn wirklich …?

LK: In meinem Film geht es nicht um eine Anti-Kriegshaltung, sondern viel mehr um die Veränderung, die eine Familie nach dem Kriegseinsatz des Vaters durchleben muss. Also würde ich es eher ein Familiendrama nennen. 

NH: Beim Zitat hab ich Dich offensichtlich auch nicht richtig verstanden. Was wolltest du denn eigentlich sagen?

LK: Eigentlich sollte es heißen, ich würde mir eine Nominierung bei den Oscars oder Cannes oder einem anderen Filmfestival wünschen und das natürlich am liebsten solang ich noch jung bin.  

NH: Und das Bild zum Text hat Dir auch nicht gefallen …

LK: Ganz genau, in meinen Augen ist das kein Bild, dass ich für eine Projektberichterstattung nehmen würde. Für meine Begriffe sollten Pressebilder entweder das Projekt wiederspiegeln (z.B: Set-Bilder) oder wenn es um die interviewte Person geht positiv, freudig und motiviert wirken. Notfalls kann man die Bilder ja auch vorbereiten oder nachstellen. Denn niemand hat ja Lust, einen Text zu lesen, bei dem das dazugehörige Foto wirkt wie ein schäbiger Schnappschuss. Und wie wir ja alle wissen, heißt das Sprichwort eben auch:v„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte!“ 

NH: Wenn ich jetzt aber zu meiner (versuchten) Ehrenrettung sage: „Aber Du hast doch gesehen, dass wir fotografiert haben!“ – was sagst Du dann …?

LK: Natürlich habe ich gesehen, dass Fotos gemacht wurden. Das ist ja an einer Medienakademie auch nicht unbedingt unüblich. Bisher wurde ich aber bei jeder anstehenden Veröffentlichung eines Bildes von mir auch um Erlaubnis gefragt. Ich dachte, es sei unüblich Bildnisse ohne Zustimmung zu veröffentlichen. 

NH: Okay, die BILD hätt’s nicht blöder machen können. Was bedeutet so eine fehlerhafte Berichterstattung aber tatsächlich für eine junge Filmemacherin wie Dich?

LK: Ich glaube, dass nicht jede Art von Promotion gute Promotion ist. Gerade in meinem Fall als junge Filmemacherin ist fehlerhafte Berichterstattung fatal, da ich gerade dabei bin, mir einen Namen zu machen. Wie ja gerade du uns auch im Unterricht beigebracht hast, ist das Marketing beziehungsweise die PR mit das Wichtigste beim Verkaufen eines Produktes oder einer Leistung. Wenn dieses Marketing dann nicht dem entspricht, was man sich bisher aufgebaut bzw. wofür man bisher geworben hat, stellt das jegliche vorangegangene PR-Arbeit in Frage. 

NH: Ich will mich nicht in Schutz nehmen, aber: „Wo viel berichtet wird, passieren (auch) viele Fehler“. Wenn Dir so etwas nochmal passiert, was wirst Du tun?  

LK: Natürlich können Fehler in einer Berichterstattung passieren, allerdings gibt es ja einige bekannte Vorsichtsmaßnahmen – zum Beispiel die Vorabnahme eines Textes – wodurch man im vorab solch eine fehlerhafte Veröffentlichung vermeiden kann. Falls so etwas nochmal passieren sollte, würde ich das gleiche machen wie dieses mal: den Zuständigen ausfindig machen und um eine Richtigstellung bitten. 

NH: Okey dokey, liebe Luca, hiermit geschehen – vielen Dank für das Interview.