Wie sieht das optimale Bewerbungsgespräch aus?

Ich habe einst per Zufall den bekannten Schauspieler Dominik Horwitz kennengelernt. Und er erzählte mir, dass seine Karriere erst dann richtig in Gang kam, als er verstanden hatte, dass nicht nur er im Casting für eine neue Rolle geprüft wird, sondern auch er selbst prüfen muss, ob das Umfeld der angebotenen Rolle für ihn überhaupt passt. Eine ganz wichtige Erkenntnis – nicht nur im Schauspieler-Dasein …

Ein gutes Vorstellungsgespräch ist wie ein guter Burger

Unternehmens- bzw. Personalberater orientieren sich immer auch wieder am Modell eines Burgers, wenn es darum geht, das ideale Bewerbungsgespräch zu verdeutlichen. Die beiden Brötchenhälften sind dabei die Begrüßungs- bzw. Verabschiedungsphase, wobei man den Burger von oben nach unten betrachtet. Die Tomate, der Fleischklops (mit oder ohne Käse) und das Salatblatt sind demnach der Reihe nach die Informations-, die Diskussions- und die Beschlussphase. Wer diese Phasen der Reihe nach durchläuft, kann im Gesprächsverlauf eigentlich nichts falsch machen. Für das Gegenüber nicht und für sich selbst auch nicht.

Auf die Tomate kommt’s gleich mal an

Die „Tomatenscheibe“, also die Informationsphase ist eigentlich die entscheidende Gesprächssequenz – vor allem für die/den BewerberIn. Wer hier gleich klarmacht …

- auf was es einem im Job ankommt

- was man selbst besonders gut kann

- was man gerne machen würde

aber auch:

- was die andere Seite wirklich sucht

- was erwartet wird

hat die besten Voraussetzungen Klops- und Salatblatt-Phase gut und persönlich gewinnbringend zu überstehen. Denn im fleischigen Kern des Kommunikationsburgers wird bereits schon gemeinsam diskutiert und gegebenenfalls visioniert (was man denn gemeinsam aus der neuen Stelle alles herausholen könnte) und im Salatblatt wird bereits beschlossen: „Okay, wir machen das – Sie sind unsere neue Frau, unser neuer Mann …!“

In kritischen Momenten des Gesprächs zählt: Immer schön beim „Ich“ bleiben …

Sollte eine Aussage vom Gegenüber einem dann mal nicht wirklich in den Kram passen, muss noch nicht der ganze Job gefloppt sein. Gesprächsprofis raten hier, diese Unstimmigkeit sofort anzusprechen. Aber: Immer schön in der Ich-Form bleiben. Zu sagen: „Ich habe jetzt aber das Gefühl, dass ich hier benachteiligt bin“ ist für den Gesprächspartner immer weit besser zu ertragen, als der Vorwurf: „Sie wollen mich wohl benachteiligen!“ Anders gesagt: Die Du-Form bei kritischen Themen klingt sehr schnell als Vorwurf, während wer beim „Ich“ bleibt, nur offen seine Haltung verdeutlicht. Und Offenheit  – gleich von Beginn an – schätzen gute Auftrag- bzw. Arbeitgeber im allgemeinen sehr. Und wenn das mal nicht der Fall ist …? Ganz einfach: Dann war’s auch nicht der richtige Job!