Woran erkenne ich einen guten Arbeitsplatz in der Kreativbranche?

Für Filmemacher, Grafiker und Fotografen stellt sich nach der Ausbildung naturgemäß die Frage „Wie gehts weiter?“. Nicht alle Kreativen werfen sich gleich zu Anfang ins Haifischbecken der Selbständigkeit und erwägen daher erstmal einen Arbeitsplatz in Festanstellung.

Im Prinzip gibt es hier auch viele und gute Möglichkeiten der Beschäftigung. Allerdings gilt auch hier einmal mehr der Satz: „Drum prüfe, wer sich (ewig) bindet, ob sich nicht was bess’res findet!“. Denn die Kreativbranche – hier allen voran die Werbeszene – verfügt zwar über viele Macher, aber auch über viele Quatsch-Macher. Nur so ist es erklärbar, dass Werbeunternehmen zu den meist gegründeten, aber auch zu den am schnellsten insolventen Unternehmen aller Neugründungen zählen. Ein Fakt mit dem man sich als frischgebackener Film- und Mediendesigner, Grafiker oder Fotograf auf jeden Fall auseinandersetzen sollte.

Was macht einen kreativen Arbeitgeber zu einem guten Arbeitgeber?

Garantien auf einen guten und sicheren Arbeitsplatz gibt es nicht. Anzeichen dafür aber recht viele. Da wäre zum Beispiel die Unternehmens-Organisation. Hier sollte auf jeden Fall – auch für den Aussenstehenden – eine klare Hirarchie erkennbar sein. Sprich: Die Rolle der Geschäftsleitung sollte klar auf eine oder mehrere, wenige Personen festgelegt und dazu sofort erkennbar sein. Denn auch im Mediengeschäft gilt wie in der Gourmet-Küche: Zu viele Köche verderben den Brei.

Alarm, Alarm! Eierlegende Wollmilchsäue gesichtet …

Immer leider noch Alltag im kreativen Business: Man sucht den oder die Mitarbeiter, die alles können. Wer schon beim Einstellungsgespräch vermittelt bekommt, dass er/sie beispielsweise als Grafikdesigner/in im Notfall ja auch mal in der Mediaplanung oder in der Kundenberatung mitarbeiten soll, sollte seine Mappe packen und schleunigst den Rückzug antreten. Denn für gestalterische Entwickler sind Doppelrollen – vor allem, wenn es hier auch noch um die Werbegelder-Planung geht – die klassische „Schere im Kopf“. Ein Gestalter sollte in erster Linie gestalten und nicht im Vorfeld schon an die verdrehten Augen des Kunden oder die fünfstelligen Anzeigenrechnungen der Medien denken. Wenn das nämlich der Fall ist, dann gestalten Grafikdesigner nur noch in Schwarzweiß, der Filmer dreht nur noch kurze Sponsorings („Das heutige Wetter wird Ihnen präsentiert von …“) und der Fotodesigner lichtet mit der digitalen Klein-Knipse nur noch die Tochter vom Kunden oder die Enkelkinder als Model(s) ab. Die letztendliche Quintessenz daraus lautet aber dann: Wer so arbeitet, hat auf Dauer am Markt keinen Erfolg und geht pleite – Arbeitsplatz ade.

Zu guter Letzt – die Bezahlung

Hier soll es jetzt nicht um die Höhe der Gehälter gehen – das wird ein späteres Blog-Thema werden – es soll darum gehen, wer im Kreativ-Unternehmen das Gehalt tatsächlich ausbezahlt. Auch das ist ein eindeutiges Kriterium für eine gut organisierte Unternehmensstruktur. Es muss von vornherein klar benannt werden, wer im Unternehmen für die Lohnabrechnung zuständig ist und mit wem man darüber sprechen kann, wenn es eventuell mal Unstimmigkeiten gibt. Und das soll jetzt keinesfalls heißen, dass Werbeagenturen oder Designbüros immer erst ab 30 Mitarbeitern gute Arbeitgeber sind. Nein, auch kleine Unternehmen können durchaus attraktive und hervorragende Arbeitsplätze bieten. Nur eins gilt hier für Klein wie Groß: Eine gute Organisationsstruktur muss für den neuen Mitarbeiter von Anfang an klar erkennbar sein. Ist das der Fall, kann man davon ausgehen, dass das Unternehmen auch nach aussen hin professionell und strukturiert handelt und somit Erfolg haben wird. Und eins ist klar: Erfolg am Markt ist sowieso die beste Garantie auf einen sicheren und guten Arbeitsplatz – nicht nur in der Kreativbranche.