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HKS ist ein deutsches Sonderfarbsystem für den Offsetdruck, das 1967 von den Druckfarbenherstellen Hostmann-Steinberg, H. Schmincke & Co. und K+E (Kast + Ehinger) gemeinsam entwickelt wurde und 120 standardisierte Grundfarbtöne in vier Farbfächern für unterschiedliche Papiertypen definiert.

Rubrik: Ausgabeformate & Technische Standards · Unterrubrik: Standards & Normen · Niveau: Fortgeschritten Synonyme / Auch bekannt als: HKS-System, HKS-Palette, Sonderfarben HKS, HKS Farbfächer


Was sind HKS-Farben?

HKS ist das deutsche Gegenstück zu Pantone: ein normiertes Sonderfarbensystem, das ermöglicht, Druckfarben unabhängig von Hersteller und Maschine exakt zu reproduzieren. Während Pantone das international dominante System ist, hat HKS in deutschsprachigen Ländern – besonders im Bereich Verlagsproduktion, Formulare und kaufmännischer Druck – historisch eine starke Stellung.

Das Kürzel HKS setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der drei Gründerfirmen zusammen: Hostmann-Steinberg, H. Schmincke & Co. und Kast + Ehinger (K+E). Heute sind diese Firmen fusioniert und das HKS-System wird von der Deutschen Druckfarben-Gesellschaft (DDG) verwaltet. Die Farbfächer werden regelmäßig auf Aktualisierungen geprüft und mit CIE-Lab*-Messwerten hinterlegt.


Hintergrund & Entstehung

In den 1960er-Jahren bestand in der deutschen Druckindustrie ein dringender Bedarf an einem einheitlichen Sonderfarbensystem. Vor HKS kommunizierte man über Farbmuster, die von Druckerei zu Druckerei variierten. Drei deutsche Druckfarbenhersteller erkannten den Bedarf und entwickelten gemeinsam das HKS-System, das 1967 eingeführt wurde.

Das System basiert auf 120 Grundfarbtönen, die in mehreren Abstufungen (Prozentsätze zwischen 10 % und 100 %) angeboten werden. Im Gegensatz zu Pantone, das einzelne Mischrezepturen für jede Farbe definiert, gibt HKS Farbrezepturen für die Mischung aus Druckfarben vor. Das ermöglicht es Druckereien mit HKS-Basislackierungen, alle 120 Grundtöne selbst herzustellen.

Die Norm wurde 1993 als Teil der DIN 16539 standardisiert, was HKS den Status eines offiziellen deutschen Industriestandards verleiht – ein Unterschied zu Pantone, das kein DIN- oder ISO-Standard ist.


Technische Spezifikationen

Die vier HKS-Farbfächer

KürzelNamePapiertypEinsatz
HKS KKunstdruckpapierGestrichenes Papier (Coated)Hochglanzbroschüren, Magazine, Kataloge
HKS NNaturpapierUngestrichenes PapierBriefpapier, Briefumschläge, Bücher
HKS ZZeitungsdruckZeitungsdruckpapierTageszeitungen, Anzeigenblätter
HKS EEndlosdruckEndlospapierFormulare, Endlosvordrucke

Nummerierungssystem

HKS-Farben werden durch eine Nummer (1–99) und ein Kürzel für den Farbfächer angegeben:

  • HKS 5 K = Farbe Nr. 5 auf Kunstdruckpapier
  • HKS 5 N = Farbe Nr. 5 auf Naturpapier
  • HKS 5 Z = Farbe Nr. 5 auf Zeitungspapier

Dieselbe Farbnummer auf verschiedenen Papiertypen sieht auf dem gedruckten Ergebnis unterschiedlich aus (Papier absorbiert Farbe unterschiedlich). Deshalb existieren separate Farbfächer für jeden Papiertyp.

Beispiele mit CIE-Lab*-Werten (D50, 2°)

FarbeL*a*b*Charakteristik
HKS 5 K45,270,347,1Leuchtrot
HKS 13 K73,812,481,2Goldgelb
HKS 51 K31,4–20,5–58,2Tiefblau
HKS 66 K67,8–39,128,4Blattgrün
HKS 82 K78,33,2–4,7Hellgrau

Verhältnis zu CMYK

HKS-Farben sind wie Pantone-Farben Sonderfarben (Spot Colors), die als eigene Druckfarben aufgetragen werden. Für 4-Farb-CMYK-Druck existieren CMYK-Näherungswerte, die jedoch keine exakte Reproduktion garantieren. Die beste Umrechnung erfolgt über CIE-Lab*-Werte und softwaregestütztes Gamut-Mapping.


Einsatzgebiete

  1. Verlagsproduktion und Bücher: In deutschen Verlagen ist HKS für Einbandfarben, Lesezeichenbänder und Kapitelmarken Standard. Der Satz „die Kapitelfarbe ist HKS 51 K" versteht jede deutsche Buchdruckerei ohne weitere Erklärung.
  2. Corporate Design (DACH-Raum): Viele deutsche Unternehmen und Behörden legen ihre Unternehmensfarben in HKS fest – besonders wenn sie hauptsächlich in Deutschland und Österreich drucken.
  3. Formulare und Geschäftsdrucksachen: HKS E (Endlosdruck) ist der Standard für Formulare, Rechnungsvordrucke und durchschreibefähige Papiere. Für Formulare mit definierten Hintergrundfarben ist HKS unverzichtbar.
  4. Zeitungsdruck: HKS Z mit seinen auf Zeitungsdruckpapier abgestimmten Farben ist in der deutschen Zeitungsbranche nach wie vor verbreitet, auch wenn der Anteil bunter Zeitungsanzeigen gestiegen ist.
  5. Behörden und öffentliche Einrichtungen: Stempel, offizielle Drucksachen und Amtsblätter in Deutschland nutzen häufig HKS-Farben als verbindlichen Standard.

In der Praxis

Adobe Illustrator: Über Fenster → Farbfelder → Farbfeldbibliotheken → HKS kann die komplette HKS-Bibliothek (K, N, Z, E) geladen werden. Elemente werden mit der Spotfarbe belegt und erscheinen bei der PDF-Erzeugung als eigene Druckseparation.

Adobe InDesign: Identische Integration; wichtig für Buchproduktionen und Zeitschriften. Beim PDF-Export nach PDF/X-4 oder PDF/X-1a können Spotfarben (HKS) erhalten oder in CMYK umgewandelt werden.

QuarkXPress: Das in deutschen Verlagen historisch verbreitete DTP-Programm hat native HKS-Unterstützung. Bei älteren Druckdaten aus QuarkXPress-Workflows sind HKS-Sonderfarben häufig anzutreffen.

Druckvorstufe und PDF-Checks: Professionelle Preflighting-Tools (Enfocus PitStop, callas pdfToolbox) erkennen HKS-Spotfarben automatisch und können prüfen, ob sie korrekt als Separation oder als CMYK-Konvertierung in der PDF-Datei vorliegen.


Vergleich & Abgrenzung

MerkmalHKSPantone
HerkunftDeutschland (1967)USA (1963)
Farbanzahl120 Grundfarben2.100+
DIN-StandardJa (DIN 16539)Nein
Farbfächer4 (K, N, Z, E)Coated, Uncoated, Matte, Metallic, Neon, TCX
VerbreitungD-A-CH, BeneluxWeltweit
Software-BibliothekJa (alle Adobe-Programme)Ja (alle Adobe-Programme)
MischbarkeitJa (aus HKS-Basisfarben)Ja (aus Pantone-Basis)

Entscheidungshilfe: Wenn das Endprodukt ausschließlich in deutschsprachigen Ländern gedruckt wird und die Druckerei HKS-Basisfarben führt, ist HKS die wirtschaftlichere Wahl. Für internationale Produktion und globale Marken ist Pantone die bessere Wahl, da fast jede Druckerei weltweit Pantone-Farben herstellen kann.


Häufige Fragen (FAQ)

Kann ich HKS-Farben in Pantone umrechnen? Eine direkte 1:1-Umrechnung gibt es nicht, da beide Systeme unterschiedliche Pigmente verwenden. Über CIE-Lab*-Werte kann die jeweils nächstliegende Farbe im anderen System gefunden werden. Adobe Illustrator erlaubt das Überführen einer HKS-Spotfarbe in eine Pantone-Spotfarbe über den Konvertierungsdialog, aber die Ergebnisse sind Näherungen – ein Vergleich mit physischen Farbfächern ist immer empfehlenswert.

Warum gibt es separate Farbfächer für verschiedene Papiertypen? Druckpapier absorbiert Tinte unterschiedlich stark. Auf gestrichenem Papier (Coated) bleibt die Farbe an der Oberfläche und wirkt leuchtender. Auf ungestrichenem Papier (Uncoated) saugt das Papier die Farbe teilweise auf, was die Farbe dunkler und matter erscheinen lässt. Dieselbe Druckfarbenrezeptur ergibt auf verschiedenen Papieren unterschiedliche Ergebnisse – deshalb sind separate Farbfächer für jeden Papiertyp notwendig.

Wird HKS in Zukunft von Pantone abgelöst? HKS hat in der DACH-Region nach wie vor eine starke Stellung, insbesondere in der Verlagsbranche und bei Behörden. Der Trend zu internationaler Vernetzung und globalen Produktionsstandards begünstigt jedoch Pantone. In modernen Corporate-Design-Systemen werden oft beide Angaben gemacht: „HKS 5 K / Pantone 032 C". Für rein deutsche Produktionen bleibt HKS ein vollwertiger und wirtschaftlicher Standard.


Verwandte Einträge


Weiterführend

  • Deutsche Druckfarben-Gesellschaft (2020): HKS Farbfächer – Technische Anleitung. Frankfurt: DDG.
  • Küppers, Harald (2005): Das Grundgesetz der Farbenlehre. 5. Auflage. Köln: DuMont.
  • DIN (1989): DIN 16539 – Druckfarben; HKS-Farben; Farbnormen. Berlin: Beuth Verlag.
  • Online: HKS-Farbsystem Übersicht –
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