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Awards & Wettbewerbe Kreativ bezeichnen branchenspezifische Auszeichnungs- und Wettbewerbsformate, die kreative Leistungen öffentlich anerkennen und prämieren – und Kreativen die Möglichkeit bieten, Sichtbarkeit zu gewinnen, ihre Reputation zu stärken und ihre Arbeit einem professionellen Jury-Publikum zu präsentieren.

Rubrik: Soft Skills & Berufspraxis · Unterrubrik: Karriere & Selbstvermarktung · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Kreativpreise, Design Awards, Branchenpreise, Wettbewerbsteilnahme

Was sind kreative Awards und Wettbewerbe?

Die Kreativbranche kennt eine Vielzahl von Wettbewerben und Preisen – von lokalen Nachwuchspreisen bis zu international renommierten Awards wie dem Red Dot, iF Design Award oder dem Art Directors Club. Eine Auszeichnung kann die Sichtbarkeit eines Kreativen erheblich steigern, ist aber kein Selbstläufer: Welche Awards relevant sind, wie man sich strategisch bewirbt und wie man Auszeichnungen in der eigenen Kommunikation einsetzt, macht den Unterschied.

Erklärung

Warum Awards teilnehmen? Auszeichnungen schaffen Glaubwürdigkeit – nicht primär durch das Gewinnen, sondern durch die öffentliche Anerkennung durch Fachkollegen und Jurys. Ein Shortlisting (Nominierung ohne Hauptpreis) bei einem renommierten Award ist bereits berichtenswert und kann im Portfolio oder auf LinkedIn erwähnt werden. Zudem bieten viele Awards eine Ausstellungs- und Vernetzungskomponente – Preisverleihungen sind wertvolle Netzwerkanlässe.

Relevante Awards in der deutschsprachigen Kreativbranche:

Design & Grafik:

  • Red Dot Design Award (Essen): Einer der renommiertesten Designpreise weltweit; Kategorien: Product Design, Communication Design, Design Concept
  • iF Design Award (Hannover): International anerkannt, starke Sichtbarkeit in Asien
  • ADC-Award (Art Directors Club für Deutschland, Berlin): Wichtigster Kreativpreis für Werbung, Design und Kommunikation im deutschsprachigen Raum
  • DDC-Preis (Deutscher Designer Club): Auszeichnung für herausragende gestalterische Arbeit in Deutschland
  • Designpreis der Bundesrepublik Deutschland: Staatliche Auszeichnung, vergeben durch das Bundesministerium für Wirtschaft

Fotografie:

  • World Press Photo (international): Prestige-Award für Fotojournalismus
  • German Photography Award (Deutscher Fotografiepreis): Nationaler Award für alle Fotografiebereiche
  • BFF Förderpreis: Nachwuchspreis des Berufsverbands Freie Fotografen und Filmgestalter
  • Agfa Förderpreis: Nachwuchsfotografie-Award

Film und Animation:

  • Deutscher Filmpreis (Lola): Nationaler Filmpreis
  • Animago Award: Wichtigster deutschsprachiger Award für Animation, VFX und Motion Design
  • BDA – Bundesverband der deutschen Kommunikatoren: Awards für Bewegtbildkommunikation

Kommunikation und Werbung:

  • Eurobest (europäisch): Werbepreis der Kreativindustrie
  • Cannes Lions (international): Wichtigster internationaler Kreativpreis der Werbebranche
  • Effie Deutschland: Award für effektive Marketingkommunikation (Wirkungsorientierung)

Strategische Auswahl: Nicht jede Einreichung lohnt sich. Viele Awards sind mit Einreichungsgebühren verbunden (50–500 €), die sich summieren. Empfehlung: Jährliches Budget für Award-Einreichungen festlegen (z. B. 200–500 € für Freiberufler), auf Basis einer ehrlichen Bewertung der Stärke der eigenen Arbeiten entscheiden, und Priorität auf Awards legen, die im eigenen Zielmarkt besonderes Gewicht haben.

Einreichungsvorbereitung: Ein Jury aus erfahrenen Fachleuten bewertet nicht nur das finale Ergebnis, sondern oft auch die Strategie und Wirksamkeit dahinter. Die Einreichungsunterlagen (Case Study, Begründung, Bilder/Videos) sollten professionell aufbereitet sein.

Beispiele

  1. Grafikdesignerin Maya K. reicht ein Corporate-Design-Projekt beim ADC Junior Award ein. Sie kommt in die Shortlist – und nutzt diese Shortlist-Nennung prominent im Portfolio, auf LinkedIn und in Angeboten. Der Award hat keine direkte Umsatzwirkung, aber er stärkt ihre Reputation als aufstrebende Designerin.
  2. Fotograf Thomas H. hat beim German Photography Award eine lobende Erwähnung erhalten. Das Bild hängt jetzt als gedrucktes, gerahmtes Exemplar in seinem Studio und wird gezeigt, wenn Kunden zu Gesprächen kommen. Ein subtiler, aber wirkungsvoller Qualitätsbeweis.
  3. Motion Design Studio KleinGroß (Hamburg) hat beim Animago Award gewonnen und nutzt die Auszeichnung in allen Pitch-Unterlagen, auf der Website und im Vertriebsmaterial. Der Award hat dem Studio mehrere internationale Anfragen eingebracht.
  4. Häufiger Fehler: Alle verfügbaren Awards einreichen, unabhängig von Relevan und Passgenauigkeit. Das kostet Zeit und Geld, ohne strategischen Nutzen. Besser: Wenige, gut gewählte Einreichungen.
  5. Best Practice: Illustratorin Cora F. nimmt jedes Jahr am gleichen Award teil (ADC Junior Award, dann ADC-Hauptkategorie). Sie verfolgt die eigene Entwicklung durch die Augen der Jury und nutzt das Feedback aus Nicht-Shortlistings zur Weiterentwicklung.

In der Praxis

Jahresplanung für Award-Einreichungen: Anfang des Jahres relevante Award-Deadlines recherchieren und im Kalender eintragen → Projekte des Vorjahres auf Award-Eignung prüfen → Budget festlegen → Einreichungsunterlagen professionell aufbereiten → Einreichen → Ergebnisse dokumentieren und in der eigenen Kommunikation einsetzen. Kosten: Einreichungsgebühren je nach Award: 50–500 €/Einreichung. Gewinne: Trophäen, Urkunden, Listung in Jahrbüchern, PR-Wert.

Vergleich & Abgrenzung

Ein Award ist eine branchenexterne Auszeichnung durch Jurys, kein Kundenfeedback. Er unterscheidet sich von einer Kundenbewertung (Erfahrungsbericht auf Google, etc.) und einer Fachpresse-Veröffentlichung (redaktionelle Erwähnung ohne Wettbewerbscharakter). Ein Nachwuchs-Award (wie ADC Junior) richtet sich gezielt an Berufseinsteiger und bietet niedrigere Einstiegsschwellen als etablierte Hauptkategorien.

Häufige Fragen (FAQ)

Lohnt sich eine Award-Einreichung, wenn ich wahrscheinlich nicht gewinne? Ja – das Ziel ist nicht immer der Hauptpreis. Eine Shortlist-Platzierung oder „Nominee"-Status bei einem renommierten Award hat erheblichen PR-Wert. Außerdem zwingt die Vorbereitung einer Einreichung dazu, die eigene Arbeit klar zu dokumentieren und zu reflektieren – was unabhängig vom Ergebnis wertvoll ist.

Wie kann ich Auszeichnungen in meiner Kommunikation nutzen? Award-Logos und Auszeichnungshinweise gehören auf die Portfolio-Website (Header oder Footer), ins LinkedIn-Profil, in Bewerbungsunterlagen und in Angebote. Bei physischen Meetings: Trophäen und Urkunden sichtbar platzieren. Der ADC und Red Dot stellen offizielles Bildmaterial (Logos, Siegel) zur Verfügung, das für eigene Werbezwecke genutzt werden darf.

Verwandte Einträge

Weiterführend

  • Art Directors Club für Deutschland (ADC): Online: adc.de
  • Red Dot Design Award: Online: red-dot.de
  • iF Design Award: Online: ifdesign.com
  • German Photography Award: Online: germanphotographyaward.de
  • Animago Award: Online: animago.com
  • DDC – Deutscher Designer Club: Online: ddc.de
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