Interdisziplinäre Projektentwicklung, Kooperation & Produktion
Das Projektstudio Intermedia ist ein praxisorientiertes Modul für die konzeptionelle und organisatorische Entwicklung intermedialer Projekte. Es führt Auszubildende von der Idee über strukturierte Planung, Prototyping und Tests bis zur fertigen Präsentation und begleitenden Dokumentation. Im Zentrum steht die Fähigkeit, komplexe Gesamtprozesse zu organisieren, kooperativ zu arbeiten und Ergebnisse professionell zu vermitteln.
Worum es geht
Im Projektstudio dreht sich alles um reale Produktionsbedingungen: Briefings verstehen und präzisieren, Stakeholder einbinden, Meilensteine setzten, Ressourcen planen und iterative Entwicklungswege gestalten. Projekte sind intermedial angelegt — sie können Video, Installation, Sound, Interaktion oder hybride Formate umfassen und erfordern deshalb eine enge Abstimmung zwischen künstlerischer Intention und technischer Machbarkeit.
Inhalte, Methoden & Arbeitsorganisation
Die Arbeit im Studio gliedert sich in klar strukturierte Phasen und nutzt agile sowie klassische Projektmethoden. Wichtige Elemente sind:
- Briefing & Konzept: Ausformuliertes Projektziel, Zielgruppenüberlegung, Nutzen und Wirkung.
- Research & Referenzarbeit: Kontextanalyse, vergleichende Studien, Moodboards und Experiment-Skizzen.
- Meilensteinplanung: Definition von Phasen (Konzept → Prototyp → Test → Produktion → Präsentation), Zeitplanung und Puffer.
- Rollen & Zuständigkeiten: Producer, Projektleitung, technische Leitung, Forschung, Dokumentation — klare Aufgabenverteilung.
- Prototyping & Testing: Low-/Mid-Fi-Prototypen, Feldtests, Nutzer- oder Besucher:innen-Feedback, iterative Anpassungen.
- Kooperation & Netzwerk: Verhandlung mit Partnern, Vertragsgrundlagen, Rechteklärung, Interface zu Institutionen oder Fördergebern.
- Dokumentation & Präsentation: Worklogs, technische Spezifikationen, kuratorische Begleittexte, Ausstellungskonzepte.
Methodisch werden Workshops, Peer-Reviews, Sprint-Arbeitsphasen und regelmäßige Studio-Besprechungen kombiniert. Die Studierenden lernen, Entscheidungen zu begründen, Änderungen transparent zu dokumentieren und Lösungen für unerwartete Probleme zu finden.
Das Modul prüft die Fähigkeit, ein intermediales Projekt von A–Z zu realisieren. Typische Abgaben sind:
- Konzeptpaket: Briefing-Analyse, Zieldefinition, Szenarien, Stakeholder-Map und grober Zeitplan.
- Prototyp-Dokumentation: Prototyp-Version, Testprotokolle, Learnings und Anpassungsplan.
- Produktionsmappe: Detaillierter Zeitplan, Budget, Material-/Techniklisten, Risikoanalyse.
- Finale Präsentation: fertiges Projekt (physisch oder digital), kuratorische Texte, Dokumentation und Verteidigung.
Bei der Bewertung zählen konzeptionelle Tiefe, Umsetzbarkeit, Qualität der Produktion, Teamarbeit und die Reflexion des Prozesses (Logbuch, Entscheidungsgrundlagen). Besonders gewichtet wird die Nachvollziehbarkeit: Prüfende sollen jederzeit verstehen können, warum welche Entscheidung getroffen wurde und wie das Projekt adaptierbar wäre.
Beispielprojekte sind z. B. eine partizipative Installation mit lokalem Kooperationspartner, eine performative Intervention im Stadtraum mit dokumentarischer Nachbereitung, eine multimediale Ausstellung mit VR/AR-Elementen oder eine crossmediale Kampagne, die physische und digitale Erlebnisse verbindet.
Projektarbeit heißt hier: Verantwortung übernehmen, Prozesse steuern und Ergebnisse so aufbereiten, dass sie von anderen weiter genutzt oder skaliert werden können.
