Inszenieren, gestalten und sichern von räumlichen Erlebnissen
Im Modul Raum, Installation & Szenografie werden Raum, Objekt und Publikum als zusammenhängende Gestaltungsfelder verstanden. Studierende entwickeln nicht nur ästhetische Konzepte, sondern auch praktikable Umsetzungspläne: von Modellversuchen über technische Spezifikationen bis zur dokumentierten Wirkungsmessung. Im Zentrum steht die Frage, wie ein Raum Leserichtung, Atmosphäre und Verhaltensweisen erzeugt.
Fachliche Schwerpunkte und didaktischer Aufbau
Das Modul verknüpft Wahrnehmungspsychologie, Materialkunde und technische Planung. Lehr- und Lernformate bestehen aus: Inputs zur Theorie der Raumwahrnehmung, Workshops zu Modellbau und Materialtests, Praxisprojekten mit Aufbauten und Nutzer*innen-Erprobungen sowie Reflexions- und Dokumentationsphasen.
Konkrete Inhalte und Übungsschwerpunkte
Detaillierte Inhaltseinheiten sind beispielsweise:
- Raumkomposition: Maßstab, Blickachsen, Proportionen, Wegeführung, Fokuspunkte.
- Materialität & Oberfläche: Reaktion auf Licht, Haptik, Langlebigkeit, Nachhaltigkeitsüberlegungen.
- Licht- und Sounddesign: Lichttemperatur, Schattensteuerung, klangliche Raumbildung, Einbindung elektronischer Medien.
- Partizipation & Performativität: Publikumspfad, interaktive Elemente, choreografische Abläufe.
- Technik & Sicherheit: Montagepläne, Traglasten, Brandschutz, Barrierefreiheit und Auf- sowie Abbauprozeduren.
Die Studierenden produzieren in Etappen: Skizzen → Modelle → Trial-Setups → Realaufbau. Feedback aus Testbesuchen wird systematisch dokumentiert und in Iterationen eingearbeitet.
Die Abschlussarbeiten können variieren: autonome Installationen, performative Interventionen oder szenografische Entwürfe für Ausstellungsräume. Bewertet werden das konzeptuelle Design, die technische Ausführung, die Sicherheit und Zugänglichkeit sowie die dokumentierte Wirkung auf Besucher*innen.
Ein weiteres Lernziel ist die Produktions- und Kostenplanung: Studierende erstellen realistische Materiallisten, kalkulieren Zeitaufwand und evaluieren Umweltaspekte wie Transport und Recycling.
Szenografie ist die Kunst, einen Ort so zu gestalten, dass er Gefühle steuert — und dabei handwerklich, sicher und nachhaltig bleibt.
