Flyer und Faltblätter sind einseitig oder beidseitig bedruckte, ein- oder mehrfach gefaltete Printmedien, die kompakte Informationen in handlichem Format vermitteln.

Rubrik: Grafik & Kommunikationsdesign · Unterrubrik: Editorial & Print · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Handzettel, Prospekt, Folder, Infoflyer, Leaflet

Was sind Flyer und Faltblätter?

Flyer und Faltblätter gehören zu den meistproduzierten Drucksachen überhaupt. Ob Veranstaltungsankündigung, Produktinfo, Wegbeschreibung oder Speisekarte – das Format ist vielseitig, preiswert und wirkungsvoll. Der Unterschied: Ein Flyer ist in der Regel ungefalzt (ein Blatt, meist DIN A6 oder A5), während ein Faltblatt durch Falzen mehrere Seiten erzeugt.

Erklärung

Häufige Formate:

  • DIN A6 (105 × 148 mm): Kompakter Handzettel, günstig in der Produktion
  • DIN A5 (148 × 210 mm): Großzügiger, für mehr Inhalt geeignet
  • DIN lang (99 × 210 mm / 1/3 A4): Klassisch für Faltblätter, passt in Briefumschläge
  • DIN A4 gefalzt: Für Faltblätter mit mehr Inhalt

Die wichtigsten Falzarten:

Einfachfalz (Parallelfalz, 4 Seiten): Ein Blatt wird einmal gefalzt. Ergibt 4 Seiten – die einfachste und günstigste Variante.

Wickelfalz / Leporello (6 Seiten): Zwei Falze, die in dieselbe Richtung umgeschlagen werden. Ergibt 6 Seiten. Entfaltet lässt sich das gesamte Motiv auf einer langen Bahn zeigen – ideal für Panoramamotive oder Zeitschienen.

Zickzackfalz / Harmonika-Falz: Die Falze wechseln die Richtung, wie ein Ziehharmonika-Balg. Sehr kompakt zusammengefal­tet, lässt sich vollständig auseinanderziehen. Wird oft für Stadtpläne oder mehrstufige Infografiken genutzt.

Fensterfalz: Beide Seiten werden zur Mitte hin gefalzt. Die inneren Seiten erscheinen beim Aufklappen wie ein sich öffnendes Fenster. Eignet sich für dramatische Enthüllungen oder einen zentralen Schwerpunkt.

Kreuzfalz: Zwei Parallelfalze im 90°-Winkel. Erzeugt 8 Seiten aus einem Bogen.

Gestaltungsprinzipien:

Faltblätter haben eine strikte Seitenreihenfolge, die beim Design beachtet werden muss: Das Außencover ist die erste Seite, die der Leser sieht, die Rückseite das letzte – Kontaktdaten, Call-to-Action und weiterführende Links gehören dorthin. Beim Falzblatt ist die Reihenfolge der Falzseiten von entscheidender Bedeutung; ein falsches Layout führt zu kopfstehendem oder falsch orientiertem Inhalt nach dem Falzen.

Schriften für Faltblätter: Mindestgröße 8–9 pt im Fließtext. Spaltenbreite so bemessen, dass 60–70 Zeichen pro Zeile nicht überschritten werden.

Beispiele

  1. Veranstaltungsflyer DIN A5: Buntes Vorderseiten-Plakat mit Veranstaltungsname, Datum, Location – Rückseite mit Programm und Kontakt. Schnell erfasst, einfach herzustellen.
  2. Speisekarte als Wickelfalz: Restaurantspeisekarte in DIN lang, Wickelfalz auf 6 Seiten – Vorspeisen, Hauptgänge, Desserts, Getränke auf übersichtliche Abschnitte verteilt.
  3. Stadtplan als Leporello: Touristeninformation faltet sich zu einem übersichtlichen Begleiter zusammen – im Akkordeon-Format vollständig ausklappbar.
  4. Bildungseinrichtung: Kursübersicht als Faltblatt mit Fensterfalz – auf der Außenseite das Hauptangebot, innen die vollständige Kursübersicht mit Terminen.
  5. Produktfolder: Ein Pharmaunternehmen liefert Produktinformationen als standardisiertes Beipackzettel-ähnliches Faltblatt – DIN A4, mehrfach gefalzt auf DIN lang.

In der Praxis

Faltblätter werden in Adobe InDesign gestaltet. Wichtig: Die Druckdatei wird im Endformat ohne Falze angelegt – der Drucker übernimmt das Falzen. Für DIN-lang-Wickelfalz gilt: Das mittlere Panel (das zuletzt aufklappende) ist oft 1–2 mm schmaler, damit das gefaltete Blatt nicht über den Rand steht. Immer vorab mit der Druckerei klären, welche Falztoleranz einzuplanen ist und wo Bilder oder Muster die Falzlinie nicht exakt treffen dürfen (Schriften nahe der Falzlinie können gebrochen erscheinen).

Vergleich & Abgrenzung

FormatSeitenEinsatz
Flyer (ungefalzt)1–2 (vorne/hinten)Veranstaltungen, schnelle Infos
Einfachfalz4Kleine Broschüre, Produktinfo
Wickelfalz6Speisekarten, Reiseführer
Zickzackfalz6+Stadtpläne, Infografiken
Broschüre8+Ausführlichere Inhalte, gebunden

Häufige Fragen (FAQ)

Welches Papier empfiehlt sich für Flyer? Für Veranstaltungsflyer: 135–170 g/m², matt oder glänzend gestrichen. Für Faltblätter: 130–170 g/m² – zu dickes Papier lässt sich ohne Falzrilung nicht sauber falzen.

Muss man beim Falzblatt-Design besonders auf die Reihenfolge achten? Unbedingt. Es empfiehlt sich, vorab ein Dummy (Mockup) aus Papier zu falzen und die Seiten nummeriert zu beschriften, bevor man mit dem Design beginnt. So vermeidet man kopfstehende oder falsch angeordnete Inhalte.

Lohnt sich ein Flyer im digitalen Zeitalter noch? Ja, besonders für lokale Zielgruppen, Veranstaltungen und Orte, an denen Menschen auf Gedrucktes zurückgreifen (Arztpraxis, Messe, Ladenlokal). Ein gut gestalteter Flyer bleibt in der Hand, während digitale Werbung schnell übersehen wird.

Verwandte Einträge

Weiterführend

  • Ambrose, Gavin / Harris, Paul (2011): The Layout Book. AVA Publishing.
  • White, Jan V. (2011): Editing by Design. Allworth Press.
  • Gatter, Mark (2011): Getting it Right in Print. Laurence King.
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Editorial DesignBroschürePlakatgestaltungTypografische Hierarchie
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