Eine Persona ist ein fiktives, aber auf echten Nutzerdaten basierendes Profil, das einen typischen Vertreter einer Zielgruppe beschreibt und im UX-Design genutzt wird, um Gestaltungsentscheidungen auf reale Bedürfnisse auszurichten.

Rubrik: Mediendesign & Digitale Medien · Unterrubrik: UX/UI Design · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Nutzerprofile, User Persona, Design Persona

Was ist eine Persona?

Eine Persona ist kein Stereotype und kein Durchschnittswert, sondern ein konkretes, greifbares Profil einer fiktiven Person: mit Namen, Foto, Berufsbezeichnung, Zielen, Frustrationen und Gewohnheiten. Personas entstehen auf Basis von echten Nutzerdaten aus Interviews, Umfragen und Beobachtungen – sie verdichten diese Erkenntnisse in eine menschliche Figur, mit der Design-Teams während des gesamten Entwicklungsprozesses arbeiten können. Die Frage „Was würde Maria dazu sagen?" ersetzt abstrakte Zielgruppendiskussionen und macht Nutzerbedürfnisse greifbar.

Erklärung

Personas wurden in den 1990er Jahren durch den Software-Designer Alan Cooper in seinem Buch The Inmates Are Running the Asylum populär gemacht. Seitdem gehören sie zum Standardrepertoire von UX-Design und Produktentwicklung.

Eine vollständige Persona enthält in der Regel folgende Bestandteile:

Demografische Grunddaten: Name, Alter, Beruf, Wohnort, Familienstand – nicht als Klischee, sondern als Kontextualisierung.

Ziele und Motivationen: Was will die Person mit dem Produkt erreichen? Was treibt sie an? Diese Fragen sind oft wichtiger als demografische Merkmale.

Frustrationen und Pain Points: Welche Probleme begegnen der Person heute? Was scheitert im aktuellen Umgang mit ähnlichen Produkten?

Technologienutzung: Welche Geräte, Apps und Plattformen nutzt die Person? Ist sie technikaffin oder eher zögerlich?

Zitate: Ein direktes Zitat aus einem realen Nutzerinterview, das die Einstellung der Persona exemplarisch illustriert.

Behavioral Patterns: Verhaltensmuster im Umgang mit dem Produkt oder ähnlichen Diensten.

Es ist sinnvoll, für ein Produkt zwei bis vier Personas zu entwickeln – zu viele Personas verwässern den Fokus. Eine primäre Persona repräsentiert die Hauptzielgruppe, für die das Produkt in erster Linie optimiert wird. Sekundäre Personas bilden weitere relevante Nutzergruppen ab.

Beispiele

  1. Nachrichtenportal: Persona „Stefan, 52, Gymnasiallehrer" – liest täglich Nachrichten im Browser während der Mittagspause, bevorzugt lange, gut recherchierte Texte, misstraut Clickbait-Überschriften.
  2. Fitness-App: Persona „Lena, 28, Projektmanagerin" – trainiert dreimal pro Woche, will schnelle Workout-Pläne, nutzt die App hauptsächlich auf dem Smartphone unterwegs.
  3. E-Learning-Plattform: Persona „Murat, 41, Berufswechsler" – lernt abends nach der Arbeit, braucht klare Fortschrittsanzeigen, ist durch früheres Scheitern bei Online-Kursen skeptisch.
  4. B2B-Software: Persona „Claudia, 36, Marketing-Leiterin" – entscheidet über Tool-Einkäufe, hat wenig Zeit für Einarbeitung, bewertet Software nach Zeitersparnis und Reporting-Qualität.
  5. Instagram-Redesign: Persona „Jona, 17, Schüler" – postet täglich Stories, nutzt TikTok parallel, erwartet schnelle Reaktionen und hass lange Ladezeiten.

In der Praxis

Personas werden in Kick-off-Workshops gemeinsam erarbeitet und anschließend als Poster oder digitale Dokumente im Team sichtbar gemacht. Sie dienen als Entscheidungsgrundlage in Design-Reviews, Produktmeetings und Priorisierungsgesprächen. Wichtig: Personas müssen regelmäßig aktualisiert werden – Nutzungsverhalten und Technologielandschaft verändern sich schnell. Tools wie Figma, Xtensio oder einfache Keynote-Folien eignen sich gut für die Erstellung von Persona-Dokumenten. In der Medienbranche helfen Personas dabei, redaktionelle Entscheidungen, Content-Strategien und Produktfeatures auf spezifische Lesenden- oder Nutzungstypen auszurichten.

Vergleich & Abgrenzung

Persona vs. Zielgruppe: Eine Zielgruppe ist eine demografische Kategorie (z. B. „Frauen 25–40, berufstätig"). Eine Persona ist ein spezifisches, menschliches Profil innerhalb dieser Gruppe, das Motive, Verhaltensweisen und Frustrationen greifbar macht. Persona vs. Empathy Map: Die Empathy Map ist ein ergänzendes Tool, das tiefer in das Denken, Fühlen, Sagen und Tun einer Person einsteigt – oft als Vorstufe zur Persona genutzt. Marketing-Persona vs. UX-Persona: Marketing-Personas fokussieren auf Kaufentscheidungen und Botschaften; UX-Personas fokussieren auf Nutzungsverhalten und Bedürfnisse im Umgang mit einem Produkt.

Häufige Fragen (FAQ)

Müssen Personas auf echten Daten basieren? Ja – idealerweise. Personas, die rein auf Annahmen basieren, sind sogenannte „Proto-Personas" und haben einen niedrigeren Verlässlichkeitsgrad. Sie sind besser als keine Persona, sollten aber durch echte Nutzerforschung validiert werden.

Wie viele Personas braucht ein Projekt? In der Regel zwei bis vier. Weniger als zwei Personas können ein zu enges Bild der Zielgruppe zeichnen; mehr als vier führen dazu, dass Teams den Überblick verlieren und keine klaren Entscheidungen treffen können.

Verwandte Einträge

Weiterführend

  • Cooper, A. (2004): The Inmates Are Running the Asylum. Sams Publishing.
  • Mulder, S. / Yaar, Z. (2006): The User Is Always Right. New Riders.
  • Nielsen, L. (2013): Personas – User Focused Design. Springer.
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User ExperienceDesign ThinkingUser JourneyUsability
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