Log-Format (logarithmische Aufzeichnung) ist eine Kameraeinstellung oder ein Farbprofil für Videoaufnahmen, das den gesamten Dynamikumfang des Sensors in einer logarithmisch komprimierten Kurve speichert, sodass sowohl tiefe Schatten als auch helle Lichter erhalten bleiben und in der Nachbearbeitung durch Color Grading optimal ausgearbeitet werden können.

Rubrik: Film & Mediendesign · Unterrubrik: Kameratechnik · Niveau: Fortgeschritten Synonyme / Auch bekannt als: Log Gamma, Log Curve, Flat Profile, S-Log (Sony), Log-C (ARRI), BRAW (Blackmagic), V-Log (Panasonic), D-Log (DJI), N-Log (Nikon), F-Log (Fujifilm), C-Log (Canon)

Was ist ein Log-Format?

Log-Formate werden eingesetzt, wenn das fertige Bild in der Post-Production farblich bearbeitet (ge-graded) werden soll. Das aufgenommene Bild wirkt zunächst flach, kontrastarm und entsättigt – das ist beabsichtigt: Die logarithmische Kurve quetscht einen hohen Dynamikumfang (12–16 Blendenstufen) in das begrenzte Datenvolumen einer Videodatei.

Erklärung

Warum Log statt „normalem" Bild? Eine Kamera in Standardprofil (Rec.709) schneidet Lichter und Tiefen hart ab – was überbelichtet ist, erscheint weiß (clipped), was zu dunkel ist, verschwindet im Schwarz. Log-Formate komprimieren diese Bereiche so, dass sie noch Information enthalten – die Wolken bleiben detailliert, die Schatten zeichnen.

Hersteller-spezifische Log-Kurven:

  • S-Log3 (Sony): Bis zu 1300 % Dynamikumfang, verwendet in Sony Venice, FX3, FX6, A7S III
  • Log-C4 (ARRI): Der Cinema-Standard, ca. 17 Blendenstufen, Alexa 35
  • BRAW (Blackmagic RAW): Internes Kamera-Videoformat der Pocket-Kameras, mit Metadaten für WB und ISO
  • V-Log (Panasonic): In Lumix GH6, S5 II, EVA1 verfügbar
  • D-Log M (DJI): Für DJI Mavic 3 Cine und Inspire 3 Drohnen
  • C-Log3 (Canon): In Cinema EOS-Kameras und R5C

LUT (Look-Up-Table): Log-Material wird in der Post durch eine LUT in das Zielformat (Rec.709 für Web, DCI-P3 für Kino) transformiert. Es gibt technische LUTs (konvertieren Log → Rec.709) und kreative LUTs (fügen gleichzeitig einen Look hinzu).

Farbräume: Jede Log-Kurve hat einen zugehörigen Farbraum (Gamut): S-Gamut3.Cine, ARRI Wide Gamut, Blackmagic Design Wide Gamut. Für korrekte Farbverarbeitung muss der passende Farbraum in DaVinci Resolve oder Premiere angegeben werden.

Beispiele

  1. Sony A7S III mit S-Log3: Ein Sonnenuntergangs-Interview in S-Log3 – der Himmel ist nicht überbelichtet, das Gesicht hat Details in den Schatten. In DaVinci Resolve wird eine Rec.709-LUT angewendet, danach Color Grading.
  2. ARRI Alexa 35 am Filmset: Log-C4-Material gibt dem Coloristen maximalen Spielraum für die Kinoauswertung in DCI-P3 und HDR.
  3. DJI Mavic 3 Cine mit D-Log M: Drohnenaufnahmen in D-Log für Luftaufnahmen mit Sonnenuntergang und Schattendetails – nachher LUT in Premiere Pro.
  4. Blackmagic Pocket 6K mit BRAW: Das proprietäre RAW-Format bietet in DaVinci Resolve direkten Zugriff auf ISO, WB und Belichtung – wie RAW in der Fotografie.
  5. Hybrid-Workflow: Kamera-A in S-Log3, Kamera-B in Rec.709 – Colorist muss beide in DaVinci Resolve angleichen (Color Management, Input Transform).

In der Praxis

DaVinci Resolve ist das führende Tool für Log-Workflows. Der Color Science Workflow (ACES oder DaVinci Wide Gamut) transformiert Log-Material automatisch in einen einheitlichen Farbraum. In Adobe Premiere Pro wird Log-Material mit dem Lumetri-Panel per LUT kalibriert.

Wichtig: Log-Format lohnt sich nur, wenn nachher tatsächlich ge-graded wird. Für Social-Media-Content direkt in der Kamera ein Farbprofil zu nutzen (z. B. „Vivid" oder Rec.709) ist oft sinnvoller.

Vergleich & Abgrenzung

Log-FormatRAW-Video. Log ist ein verarbeitetes Videosignal (komprimiert in H.264, H.265 oder ProRes), während RAW-Video (z. B. BRAW, ARRIRAW) unverarbeitete Sensordaten enthält. Log ist jedoch viel dateigrößeneffizienter als RAW und daher in der Praxis häufiger eingesetzt. Flat/Cine-D-Profile sind eine abgeschwächte Form von Log – sie erweitern den Dynamikumfang leicht, ohne eine logarithmische Kurve zu nutzen, und sind einfacher zu graden.

Häufige Fragen (FAQ)

Kann ich Log-Material ohne Color Grading direkt verwenden? Technisch ja – aber es sieht unfertig aus (flach, fahl, entsättigt). Log-Material ist für die Postproduktion gedacht. Ohne Grading sollte Rec.709 oder ein kamerainternes „Look"-Profil genutzt werden.

Welches Log-Format ist für Einsteiger am besten geeignet? Für Einsteiger mit Sony-Kameras ist S-Log2 einsteigerfreundlicher als S-Log3, da es weniger Dynamikumfang beansprucht und weniger Rauschen in den Tiefen zeigt. Mit einer einfachen Konverter-LUT lässt sich das Material schnell korrigieren.

Verwandte Einträge

Weiterführend

  • Hurkman, A. (2019): Color Correction Handbook. Peachpit Press.
  • Hullfish, S. (2019): The Art and Technique of Digital Color Correction. Focal Press.
  • Online-Ressource: LUT.is – kostenlose Konverter-LUTs für alle Log-Formate
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Color GradingTimecodeRAW-FormatCodec
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