Google Fonts ist eine kostenlose Open-Source-Schriftenbibliothek mit über 1.500 Schriften für Web und Desktop; Adobe Fonts (ehemals Typekit) ist eine lizenzierte Schriftenbibliothek, die im Rahmen von Adobe Creative Cloud-Abonnements Zugang zu über 20.000 professionellen Schriften bietet.

Rubrik: Grundlagen der Gestaltung · Unterrubrik: Schriftengeschichte · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Google Fonts = Google Web Fonts; Adobe Fonts = Typekit (alter Name)

Was sind Google Fonts und Adobe Fonts?

Google Fonts und Adobe Fonts sind die zwei bekanntesten Schriftenbibliotheken für Designer und Entwickler. Google Fonts ist kostenlos und Open-Source: Jede Schrift dort ist frei verwendbar für private und kommerzielle Projekte, auf Webseiten, in Apps und im Print – ohne Anmeldung und ohne Kosten. Adobe Fonts ist Teil der Adobe Creative Cloud: Wer ein CC-Abonnement hat (z. B. für Photoshop, InDesign oder Illustrator), hat automatisch Zugang zur gesamten Bibliothek von über 20.000 Schriften namhafter Foundries wie Adobe Originals, Monotype, FontFont und anderen.

Erklärung

Google Fonts im Detail:

  • Kosten: Kostenlos, Open-Source-Lizenzen (meistens SIL Open Font License, OFL)
  • Bibliotheksgröße: Über 1.500 Schriftfamilien (Stand 2026)
  • Qualität: Variiert stark – manche Schriften sind exzellent (Inter, Lato, Merriweather, Playfair Display), andere sind weniger professionell ausgearbeitet
  • Variable Fonts: Viele Schriften als Variable Font verfügbar
  • Datenschutz: Beim Einbinden über Google CDN werden IP-Adressen an Google-Server übermittelt; für DSGVO-konforme europäische Projekte empfiehlt sich das Selbst-Hosten der Schriften (Download und lokales Einbinden)
  • Einsatz: Web, Desktop (Download), Print, App – alle Nutzungsrechte inklusive
  • Variable Fonts: Gute Auswahl, kontinuierlich wachsend

Adobe Fonts im Detail:

  • Kosten: Im Adobe CC-Abonnement enthalten (keine Extrakosten)
  • Bibliotheksgröße: Über 20.000 Schriften (Stand 2026)
  • Qualität: Durchgehend hoch – enthält Top-Foundry-Schriften wie Helvetica Neue, Myriad Pro, Minion Pro, Futura PT, Freight, Brandon Grotesque und Hunderte weitere
  • Einsatz: Desktop (automatische Aktivierung in Creative-Cloud-Apps), Web (Kit-basierter Webfont-Dienst mit eigenem CDN)
  • Datenschutz: Adobe-eigene Infrastruktur; DSGVO-konforme Nutzung möglich bei korrektem Hinweis in der Datenschutzerklärung
  • Einschränkungen: Schriften können nicht lokal archiviert werden (nur für aktive CC-Abonnenten nutzbar); endet das Abonnement, verliert man Zugang zu den aktivierten Schriften

Wann welche Bibliothek?

KriteriumGoogle FontsAdobe Fonts
KostenKostenlosCC-Abo erforderlich
Schriftauswahl~1.500~20.000
QualitätsniveauGut bis sehr gutSehr gut bis Premium
Offline-NutzungJa (Download)Nur mit aktivem Abo
Webfont-IntegrationÜber Google CDN oder self-hostedÜber Adobe CDN (Kit)
DSGVOSelf-hosting empfohlenDatenschutzerklärung nötig
Namhafte FoundriesWenige (Schriften oft indie)Viele (Monotype, FontFont etc.)

Beispiele

  1. Start-up-Website mit Google Fonts (Inter + Lora): Beide Schriften sind auf Google Fonts kostenlos verfügbar, qualitativ hochwertig und DSGVO-konform wenn selbst gehostet; ideale Lösung für Projekte ohne Designbudget.
  2. Magazin in InDesign mit Adobe Fonts (Freight Pro): Freight ist exklusiv über Adobe Fonts verfügbar; die Schrift wird direkt in InDesign aktiviert, ohne separaten Kauf nötig.
  3. Google Fonts-Self-Hosting (DSGVO-Konformität): Mit dem Dienst google-webfonts-helper.com lassen sich Google-Font-Dateien herunterladen und lokal auf dem eigenen Server einbinden – ohne Datentransfer zu Google.
  4. Adobe Fonts Webfont-Kit: Im Adobe Fonts-Portal kann ein Webfont-Kit mit ausgewählten Schriften erstellt werden; der CDN-Link wird ins HTML eingefügt; funktioniert nur für aktive CC-Nutzer.
  5. Hybrid-Ansatz (Studenten und Profis): Viele Designer nutzen Google Fonts für Prototyping und kleinere Projekte, Adobe Fonts für Kundenprojekte mit Qualitätsanspruch.

In der Praxis

Google Fonts lassen sich direkt im Browser auf fonts.google.com durchsuchen und als CSS-Link in HTML einbinden. Für DSGVO-konforme Projekte: Schriften über google-webfonts-helper.com herunterladen und selbst hosten. Adobe Fonts: Im Creative Cloud Desktop-Programm unter „Fonts" suchen und Schriften aktivieren; sie erscheinen automatisch in allen Adobe-Anwendungen. Webfont-Kits können über fonts.adobe.com zusammengestellt werden.

Vergleich & Abgrenzung

Neben Google Fonts und Adobe Fonts gibt es weitere Bibliotheken: Font Squirrel (qualitätsgeprüfte kostenlose Schriften), MyFonts (Einzelkauf-Schriften), Fontspring (einmalige Lizenzgebühr, kein Abo), Hoefler&Co (exklusive Qualitätsschriften, teuer). Für professionelle Print-Projekte mit hohem Qualitätsanspruch sind Einzelkauf-Schriften von MyFonts oder Fontspring oft die beste Option.

Häufige Fragen (FAQ)

Darf ich Google Fonts in kommerziellen Projekten verwenden? Ja – alle Schriften auf Google Fonts stehen unter Open-Source-Lizenzen (meist OFL), die kommerzielle Nutzung ausdrücklich erlauben. Das gilt für Webseiten, Drucksachen, Apps und sogar das Einbetten in Software. Einzige Einschränkung: Die Schriften dürfen nicht verkauft oder unter einer anderen Lizenz weitergegeben werden.

Was passiert mit meinen Projekten, wenn mein Adobe Creative Cloud-Abo endet? Auf bereits gespeicherte Druckdateien (InDesign, Illustrator) haben Sie weiterhin Zugriff, aber die Schriften werden nicht mehr gerendert – Schriften ersetzen sich durch Platzhalter. Webfonts funktionieren nicht mehr, sobald das Kit-Abonnement endet. Wichtige Projekte sollten daher in PDF exportiert oder mit in die Datei eingebetteten Schriften gesichert werden.

Verwandte Einträge

Weiterführend

  • Google: Google Fonts Knowledge. fonts.google.com/knowledge.
  • Adobe: Adobe Fonts – Getting Started. fonts.adobe.com.
  • Pfützner, B. (2020): Webfonts und DSGVO – Rechtssichere Einbindung. Blog dr-pfützner.de.
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