LAZI ARCHIV

Biografie

Friedrich Hermann Ernst Schneidler wurde am 14. Februar 1882 in Berlin geboren und starb am 7. Januar 1956 in Gundelfingen auf der Schwäbischen Alb.

Friedrich Hermann Ernst Schneidler wurde am 14. Februar 1882 in Berlin geboren und starb am 7. Januar 1956 in Gundelfingen auf der Schwäbischen Alb. Er studierte zunächst Architektur bei Peter Behrens an der Kunstgewerbeschule Düsseldorf, dann bei Fritz Helmuth Ehmcke. Ab 1905 lehrte er in Solingen und Barmen. 1920 wurde er an die Württembergische Staatliche Kunstgewerbeschule Stuttgart berufen, wo er die Abteilung für Grafische Kunst und Buchgewerbe leitete.

Als Schriftkünstler, Kalligraf, Buchgestalter, Maler und Lehrer entfaltete er eine außerordentliche Wirkung. Er schuf rund zwanzig Schriften, darunter die Schneidler-Mediäval, die Legende und die Zentenar-Fraktur. 1925 gründete er die Juniperus-Presse. Zu seinen Schüler/innen zählten HAP Grieshaber, Georg Trump, Imre Reiner, Grete Stern und Eric Carle.

Schneidler trat 1939 der NSDAP bei, erschien auf der "Gottbegnadeten-Liste" und wurde nach 1945 als Mitläufer eingestuft. Er leitete die Abteilung bis 1948. 1949 wurde er zum Ehrenmitglied der Akademie ernannt. 1953 erhielt er das Bundesverdienstkreuz. Er gilt als Begründer der sogenannten Stuttgarter Schule der Typografie.

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Verbindung zu Adolf Lazi

Ein direkter, dokumentierter Kontakt zwischen F. H. Ernst Schneidler und Adolf Lazi ist nach intensiver Recherche nicht belegbar.

Ein direkter, dokumentierter Kontakt zwischen F. H. Ernst Schneidler und Adolf Lazi ist nach intensiver Recherche nicht belegbar. Weder die Vita des Adolf-Lazi-Archivs noch die Schneidler-Fachliteratur nennen den jeweils anderen. Nach Angaben des Adolf-Lazi-Archivs besteht kein gesicherter Beleg für eine persönliche Verbindung.

Dennoch gibt es eine strukturelle Berührung: Schneidler verantwortete 1929 den Ausstellungsaufbau der Deutschen Werkbund-Ausstellung "Film und Foto" in Stuttgart, der epochalen Schau zur modernen Fotografie. Adolf Lazi war im selben Jahr nach Stuttgart gezogen und hatte dort sein eigenes Atelier eröffnet. Beide waren damit im selben kulturellen Moment präsent: Schneidler im Umfeld der Kunstgewerbeschule und des Werkbunds, Lazi im Umfeld der Neuen Sachlichkeit.

Schneidlers Schülerin Grete Stern, die 1923–1925 Grafische Künste bei ihm studierte, wechselte danach zur Fotografie und wurde zur bekannten Werbe- und Porträtfotografin. Dies zeigt, wie eng Schrift- und Bildkunst in Schneidlers Abteilung beieinanderlagen. Die Aufnahme Schneidlers in den Archivkontext folgt dieser indirekten, kontextuellen Logik: Er ist ein zentraler Protagonist desselben Stuttgarter Kulturmilieus, das auch Lazis Arbeit geprägt hat.

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Quellen