Biografie
Hans Hildebrandt wurde am 29. Januar 1878 in Staufen im Breisgau geboren und starb am 25. August 1957 in Stuttgart.
Hans Hildebrandt wurde am 29. Januar 1878 in Staufen im Breisgau geboren und starb am 25. August 1957 in Stuttgart. Er entstammte einer badischen Juristenfamilie und studierte zunächst Rechtswissenschaften, bevor er zur Kunstgeschichte wechselte. 1908 promovierte er in Heidelberg über Albrecht Altdorfer. Im gleichen Jahr heiratete er die Malerin und Fotografin Lily Uhlmann.
Ab 1911 lebte das Paar in Stuttgart. Hildebrandt lehrte ab 1912 als Privatdozent an der Technischen Hochschule Stuttgart; 1920 wurde er dort außerordentlicher Professor für Kunstgeschichte. Er übersetzte Le Corbusiers Grundlagenwerke ins Deutsche und war aktives Mitglied des Deutschen Werkbunds.
Sein Hauptwerk "Die Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts" (1924) behandelte als eines der ersten kunstwissenschaftlichen Bücher die Fotografie als eigenständiges Medium. 1929 saß er im dreiköpfigen Auswahlkommittee der Werkbund-Ausstellung "Film und Foto" in Stuttgart, neben Bernhard Pankok und Jan Tschichold.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde seiner Frau 1933 das Berufsverbot als Journalistin erteilt. Hildebrandt selbst verlor 1937 die Lehrbefugnis, weil Lily Uhlmann-Hildebrandt jüdischer Herkunft war. 1939 entkam das Paar mit einem Lehrauftrag an der ETH Zürich. Nach 1945 kehrte Hildebrandt an die TH Stuttgart zurück und wurde 1949 emeritiert.
Verbindung zu Adolf Lazi
Die Verbindung zwischen Hans Hildebrandt und Adolf Lazi ist durch zwei direkte archivalische Belege gesichert.
Erstens: Das Centre Pompidou Paris verwahrt ein Porträt Hans Hildebrandts, aufgenommen von Lazi (Fotografische Bildkunst Lazi) als Gelatine-Silberbarytdruck. Die Arbeit gelangte 1981 als Teil des Vermächtnisses von Nina Kandinsky in die Bibliothèque Kandinsky (MNAM/CCI). Hildebrandt und Kandinsky waren persönlich befreundet. Die Provenienz des Fotos über den Kandinsky-Nachlass zeigt, dass das Lazi-Porträt im engsten Stuttgarter Künstlernetzwerk zirkulierte.
Zweitens: Im Nachlass der Hildebrandt-Papers (Getty Research Institute, Accession 850676) befindet sich in Series III (Manuscripts and Publications), Box 29, Folder 57 ein Dokument mit dem Titel "Der Lichtbilder Adolf Lazi" (undatiert). Unmittelbar daneben verwahrt das Archiv Manuskripte aus Hildebrandts aktiver Beschäftigung mit der Fotografie.
Ein dritter Berührungspunkt besteht über das gemeinsame Stuttgarter Netzwerk: Das Haus der Hildebrandts in der Gerokstraße 63 war Treffpunkt von Willi Baumeister, Wilhelm Wagenfeld und Wassily Kandinsky, denselben Protagonisten, mit denen Adolf Lazi im Bubenbad-Kreis verbunden war.
Quellen
- Getty Research Institute: Finding Aid – Hans and Lily Hildebrandt Papers, 1899–1979 (Accession 850676)
- Dictionary of Art Historians: Hildebrandt, Hans
- Centre Pompidou / Google Arts & Culture: Portrait of Hans Hildebrandt (Lazi)
- Wikipedia (DE): Film und Foto (Ausstellung 1929)
- Das Verborgene Museum: Hildebrandt, Lily
- Adolf-Lazi-Archiv: Vita
