Biografie
Liselotte Strelow wurde am 11. September 1908 in Redel (Pommern) geboren.
Liselotte Strelow wurde am 11. September 1908 in Redel (Pommern) geboren. Ab 1930 lernte sie Fotografie an der Lette-Vereinsschule Berlin; ihre Lehrzeit absolvierte sie bei der renommierten Porträtistin Suse Byk. 1936 legte sie die Meisterprüfung ab. Thema: Wirkung von Polarisationsfiltern. Von 1933 bis 1938 arbeitete sie bei Kodak und eignete sich dort Beleuchtungstechnik und Farbfotografie an. 1938 übernahm sie Byks Studio am Kurfürstendamm in Berlin.
Im Krieg floh sie aus Pommern. Von 1945 bis 1950 arbeitete sie in Detmold. Ab 1950 baute sie in Düsseldorf ihr Studio an der Königsallee auf und wurde zur zentralen Porträtistin von Politik, Kultur und Theater. Sie fotografierte Konrad Adenauer, Theodor Heuss, Thomas Mann, Marlene Dietrich, Joseph Beuys, Maria Callas und Gustaf Gründgens. Ihr Heuss-Porträt diente 1959 als Vorlage für eine bundesweite Briefmarkenserie.
1951 war sie einziges weibliches Gründungsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh), unter 20 ordentlichen Gründungsmitgliedern. 1961 veröffentlichte sie "Das manipulierte Menschenbildnis oder Die Kunst, fotogen zu sein". In den 1960er Jahren produzierte sie für den WDR die Fernsehreihe "Sagt die Fotografie die Wahrheit?", ausgezeichnet mit dem Adolf Grimme Preis 1966. Liselotte Strelow starb am 30. September 1981 in Hamburg.
Verbindung zu Adolf Lazi
Im Oktober 1948 nahm Liselotte Strelow an der Ausstellung "Die Photographie 1948" teil, die Adolf Lazi in Stuttgart initiiert und organisiert hatte.
Im Oktober 1948 nahm Liselotte Strelow an der Ausstellung "Die Photographie 1948" teil, die Adolf Lazi in Stuttgart initiiert und organisiert hatte. Die Ausstellung eröffnete am 1. Oktober 1948 in der großen Oberlicht-Halle des teilzerstörten Landesgewerbeamts Stuttgart, sie war die erste bedeutende Gesamtschau deutscher Fotografie nach dem Krieg. Strelow zeigte dort ihre Porträtarbeiten neben Peter Keetman, Marta Hoepffner, Siegfried Lauterwasser und anderen. Adolf Lazi selbst präsentierte 23 eigene großformatige Arbeiten außer Konkurrenz.
Den persönlichen Kontakt zu Lazi belegt nach Angaben des Adolf-Lazi-Archivs ein Brief, den Strelow 1948 an ihn schrieb. Darin soll sie Lazis Sachfotografie mit den Worten gewürdigt haben: "Sie allein haben, bei Ihren Sachaufnahmen diese Höhe erreicht!" und von "photographischer Vollkommenheit" gesprochen haben. Eine unabhängige externe Primärquelle für diesen Brieftext liegt nicht vor.
Darüber hinaus waren beide 1951 unter den Gründungsmitgliedern der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh) in Köln. Strelow wurde am 15. Mai 1951 einstimmig zum ordentlichen Mitglied berufen, als einzige Frau unter 20 ordentlichen Gründungsmitgliedern. Lazi gehörte ebenfalls zu den Gründenden. Damit verbindet beide nicht nur die Stuttgarter Ausstellung von 1948, sondern auch die institutionelle Mitgründung der wichtigsten deutschen Fotografiegesellschaft.
Quellen
- Frauen-Kultur-Archiv HHU Düsseldorf: Liselotte Strelow
- fokussiert.com: Liselotte Strelow – Gesichter der jungen Bundesrepublik
- FotografenWiki / Greven Archiv Digital: Liselotte Strelow
- SLUB Dresden Blog: Liselotte Strelow und der Facettenreichtum von Schwarz und Weiß
- Hatje Cantz: Liselotte Strelow. Retrospektive (LVR-Landesmuseum Bonn, 2008)
- Tagesspiegel: Ihr Porträt von Theodor Heuss kam auf die Briefmarke
- DGPh: Rosemarie Clausen, Regina Relang, Liselotte Strelow – Kulturpreis 1976
- Wikipedia: Fotoform
- Adolf-Lazi-Archiv: Vita
- Deutsche Biographie: Strelow, Liselotte Ella Frieda (GND 11861925X)
