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Biografie

Paul Nadar wurde am 8. Februar 1856 in Paris geboren und starb dort am 1. September 1939.

Paul Nadar wurde am 8. Februar 1856 in Paris geboren und starb dort am 1. September 1939. Er war der Sohn des Fotopioniers Gaspard-Félix Tournachon, genannt Nadar. Bereits 1874 übernahm er wesentliche Aufgaben im väterlichen Atelier in der rue d'Anjou; am 1. April 1895 wurde er offizieller Eigentümer des Studios.

Paul Nadar gilt als der professionellste Fotograf der Familie. Er spezialisierte den Betrieb auf Porträts von Bühnen- und Opernkünstler/innen: Von 1898 bis ca. 1914 war er offizieller Fotograf der Pariser Oper. Seine Sujets erschienen in nachgebauten Bühnendekorationen mit gemalten Panoramen und Trompe-l'oeil-Hintergründen, ein bewusster Bruch mit dem nüchternen Stil seines Vaters. Technisch experimentierte er mit Platinabzügen, Gummibicarbonat-Drucken und aufwendiger Negativretusche im Geist des Piktorialismus.

Als Unternehmer war er 1893 Generalvertreter von Eastman Kodak für Frankreich und gründete das Office général de photographie. 1900 und 1902 war er Präsident der Chambre syndicale de photographie; 1912 wurde er Offizier der Ehrenlegion. Sein Atelier porträtierte die Kulturelite der Belle Époque: Émile Zola, den jungen Marcel Proust (1887 und 1892), Gabriel Fauré (1905), Claude Debussy (1908) sowie Präsident Félix Faure. Tochter Marthe führte das Studio bis 1948. Der französische Staat erwarb 1949/50 rund 200.000 Negative, die heute in der Médiathèque de l'Architecture et du Patrimoine verwahrt werden.

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Verbindung zu Adolf Lazi

Nach Angaben des Adolf-Lazi-Archivs war Adolf Lazi 1908 im Atelier Nadar Fils in Paris angestellt.

Nach Angaben des Adolf-Lazi-Archivs war Adolf Lazi 1908 im Atelier Nadar Fils in Paris angestellt. Eine urkundliche Bestätigung aus dem Nadar-Archiv selbst liegt bisher nicht vor; eine Archivrecherche in der Médiathèque du Patrimoine (Paris) wäre hierfür erforderlich.

1908 befand sich das Studio auf dem Höhepunkt seines Renommees. Paul Nadar war seit zehn Jahren offizieller Fotograf der Pariser Oper. Im selben Jahr fotografierte das Atelier Claude Debussy. Das Studio an der 51 rue d'Anjou war in dieser Phase bekannt für aufwendige Bildkompositionen mit gemalten Bühnenkulissen und für piktorialistische Techniken: Platinabzug, Gummibicarbonat-Druck, Retusche direkt auf dem Negativ. Eine Anstellung dort bedeutete Kontakt mit den modernsten fotografischen Verfahren der Zeit und mit dem Stil des führenden Pariser Porträtateliers.

Lazi konnte dort sowohl handwerkliche Perfektion als auch den künstlerisch-inszenatorischen Ansatz der Nadar-Schule kennenlernen. Qualitäten, die seinen späteren Ruf als Stuttgarter Sachfotograf prägten.

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Quellen