Biografie
Wilhelm Wagenfeld wurde am 15. April 1900 in Bremen geboren und starb am 28. Mai 1990 in Stuttgart.
Wilhelm Wagenfeld wurde am 15. April 1900 in Bremen geboren und starb am 28. Mai 1990 in Stuttgart. Er erlernte zunächst das Silberschmiedehandwerk bei der Bremer Silberwarenfabrik Koch & Bergfeld. 1923 kam er ans Bauhaus Weimar, wo er in der Metallwerkstatt unter László Moholy-Nagy arbeitete. Dort entstand 1924 die Bauhaus-Tischleuchte, die er gemeinsam mit Carl Jakob Jucker entwickelte. Die Leuchte gilt bis heute als Ikone des Bauhaus-Designs.
Von 1935 bis 1947 leitete Wagenfeld die künstlerische Abteilung der Vereinigten Lausitzer Glaswerke; dort entstand das gestapelbare Kubus-Geschirr. Nach dem Zweiten Weltkrieg zog er nach Stuttgart. 1954 gründete er dort die Werkstatt Wagenfeld, die er bis 1978 betrieb. Auftraggeber waren namhafte Hersteller wie WMF, Braun und Rosenthal. Er erhielt den Bundespreis Gute Form 1969 und 1982. Die Wilhelm Wagenfeld Stiftung in Bremen pflegt sein Erbe.
Verbindung zu Adolf Lazi
Wilhelm Wagenfeld und Adolf Lazi gehörten beide zum avantgardistischen Künstlerkreis, der sich in der Gaststätte Bubenbad im Stuttgarter Stadtteil Gänsheide traf.
Wilhelm Wagenfeld und Adolf Lazi gehörten beide zum avantgardistischen Künstlerkreis, der sich in der Gaststätte Bubenbad im Stuttgarter Stadtteil Gänsheide traf. Zum Kreis zählten nach Angaben des Adolf-Lazi-Archivs auch Maler Willi Baumeister, Sammler und Arzt Ottomar Domnick sowie Philosoph Max Bense. Lazis Atelierbau in der Pischekstraße 16 wurde von Baumeister künstlerisch mitgestaltet, ein Beleg dafür, wie eng die Netzwerke dieser Stuttgarter Nachkriegsavantgarde verwoben waren.
Die professionelle Verbindung ist durch die Deutsche Digitale Bibliothek direkt belegt: Adolf Lazi fotografierte Wagenfelds handgetriebenen, innen vergoldeten Altarkelch (Entwurf 1956, Aufnahme vor 1957) für das Historische Fotoarchiv des Rat für Formgebung. Es ist das einzige in der DDB nachgewiesene Objekt, bei dem Lazi namentlich als Fotograf von Wagenfeld-Entwürfen aufgeführt ist. Lazi gehörte neben Willi Moegle zu den Haupt-Fotografen dieses Archivs, das rund 40.000 Designfotografien aus den 1950er bis 1990er Jahren umfasst.
Die Zusammenarbeit setzte sich in der nächsten Generation fort: Franz Lazi, Sohn von Adolf Lazi, fotografierte nachweislich ein Teeservice nach Wagenfeld-Entwurf.
Quellen
- Wikipedia: Wilhelm Wagenfeld
- Bauhaus Kooperation: Wilhelm Wagenfeld
- German Design Council: Poesie der Funktion – Wilhelm Wagenfeld zum 125. Geburtstag
- Deutsche Digitale Bibliothek: Altarkelch Wagenfeld – Fotografie Adolf Lazi (Inv.-Nr. SDDM_HF_0.013.751_a_005)
- Stiftung Deutsches Design Museum: Das Historische Fotoarchiv des Rat für Formgebung ist online
- Deutsche Digitale Bibliothek: Personenseite Franz Lazi (GND 12882719X)
- Adolf-Lazi-Archiv: Vita
