Biografie
Wolfgang Reisewitz wurde am 9. September 1917 in Diedenhofen (Thionville, Lothringen) als Sohn eines Fotografen geboren.
Wolfgang Reisewitz wurde am 9. September 1917 in Diedenhofen (Thionville, Lothringen) als Sohn eines Fotografen geboren. Sein Weg zur Kamera war zunächst von Krieg und Gefangenschaft unterbrochen: Von 1937 bis 1945 leistete er Kriegsdienst, unter anderem als Pressefotograf. Aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft wurde er 1947 entlassen.
In München legte er 1948/49 die Meisterprüfung an der Bayerischen Staatslehranstalt für Lichtbildwesen ab. Anschließend wurde er Meisterschüler bei Adolf Lazi in Stuttgart. Diese Ausbildungsphase fiel in die entscheidende Aufbruchszeit der deutschen Nachkriegsfotografie.
1949 gehörte Reisewitz zu den sechs Fotografen/innen, die die Arbeitsgemeinschaft fotoform gründeten. Die Gruppe stellte auf der photokina 1950 in Köln aus und wurde 1951 mit der Ausstellung Subjektive Fotografie in Saarbrücken international bekannt. Nach der photokina 1951 schied Reisewitz aus der Gruppe aus; die Gründe sind nicht dokumentiert.
Von 1955 bis 1972 leitete er den väterlichen Fotobetrieb in Neustadt/Weinstraße. 1962 erhielt er einen Lehrauftrag an der Werkkunstschule Mainz; von 1973 bis 1980 lehrte er als Professor für Visuelle Kommunikation an der Fachhochschule des Landes Rheinland-Pfalz in Mainz. Für sein Lebenswerk ehrte ihn die Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh) 1999 mit dem Kulturpreis. Wolfgang Reisewitz starb am 8. Februar 2012 in Wiesbaden.
Verbindung zu Adolf Lazi
Nach seiner Meisterprüfung in München kam Reisewitz 1948/49 als Meisterschüler zu Adolf Lazi nach Stuttgart.
Nach seiner Meisterprüfung in München kam Reisewitz 1948/49 als Meisterschüler zu Adolf Lazi nach Stuttgart. Lazi lehrte technische Präzision in der Großbildfotografie. Mindestformat 18/24 cm, kombiniert mit durchkomponierten Arrangements und gestaltender Lichtführung. Seine dreimonatigen Blockseminare standen nur Fotografen/innen mit abgeschlossener Berufsausbildung offen.
Dass diese Zeit stilbildend war, belegt ein Foto aus dieser Periode: Eine Aufnahme von Reisewitz aus dem Jahr 1948, heute im Münchner Stadtmuseum, zeigt Peter Keetman im Garten von Adolf Lazi in Stuttgart. Keetman und Reisewitz lernten dort gleichzeitig und gründeten 1949 gemeinsam die Gruppe fotoform. Lazis Stuttgarter Meisterklasse war damit der unmittelbare Ausgangspunkt für eine der prägendsten fotografischen Gruppen der deutschen Nachkriegszeit.
Quellen
- FotografenWiki (Greven Archiv Digital): Wolfgang Reisewitz
- Wikipedia (deutsch): Wolfgang Reisewitz
- DGPh: Prof. Wolfgang Reisewitz ist verstorben
- Münchner Stadtmuseum, Sammlung Online: Album "Die Arbeitsgemeinschaft fotoform"
- Adolf-Lazi-Archiv: Vita
- Lindemanns Buchhandlung Stuttgart: Wolfgang Reisewitz – Neues Sehen (Monografie 2002)
