Die Hochschulen mit Fotostudiengang

Fotografie als eigenes Studienfach gibt es in Deutschland nur an einer Handvoll Hochschulen. Hier die staatlichen Hochschulen mit Zugang, Dauer und Kosten, Stand Oktober 2026.

HochschuleAbschluss, DauerZugangKostenPlätze
FH Dortmund, Fotografie B.A.7 Semester, Start Wintersemesterzulassungsfrei, aber zweistufige Eignungsfeststellung mit zwei Hausaufgaben und MappeSemesterbeitrag rund 350 Euronicht veröffentlicht
HSBI Bielefeld, Gestaltung B.A., Fotografie und Bildmedien7 Semester, nur WintersemesterEignungsprüfung mit Mappe, Hausaufgabe, KlausurSemesterbeitragnicht veröffentlicht
Folkwang Universität der Künste, Essen, Fotografie B.A.8 SemesterMappe mit mindestens 25 Arbeiten, dann Hausaufgabe, Fragebogen, Gesprächkeine Gebühren, Semesterbeitragnicht veröffentlicht
Hochschule Hannover, Visual Journalism and Documentary Photography B.A.8 Semesterkünstlerische Eignungsprüfung mit Arbeitsproben und praktischer PrüfungSemesterbeitrag rund 460 Euronicht veröffentlicht
Hochschule München, Bachelor Design, Studienrichtung Fotodesign7 Semesterdreistufig: digitale Mappe mit bis zu 25 Arbeiten, praktische Prüfung, GesprächSemesterbeitrag ab 97 Euronicht veröffentlicht
HfG Karlsruhe, Medienkunst mit Fachrichtung FotografieDiplomMotivationsschreiben, Mappe mit bis zu 20 Arbeiten, GesprächSemesterbeitragnicht veröffentlicht
HGB Leipzig, FotografieDiplom, 10 SemesterEignungsprüfungSemesterbeitrag, allein das Semesterticket 226,80 Euronicht veröffentlicht
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Dazu kommen Kunsthochschulen mit Fotografie als Klasse innerhalb der Freien Kunst und private Hochschulen, teils mit eigenem Foto-Bachelor (etwa in Berlin), teils mit Fotografie als Modul. In Baden-Württemberg gibt es keinen eigenständigen Fotografie-Studiengang, an der Kunstakademie Stuttgart und der HfG Karlsruhe ist Fotografie Teil der freien Kunst bzw. der Medienkunst, der nächste Fotografie-Bachelor ist in München.

Unsere Haltung ›

Sieben staatliche Hochschulen, keine nennt ihre Platzzahl, alle verlangen eine fertige Mappe. Wer Fotografie studieren will, muss sie vorher schon können.

Das ist kein Argument gegen das Studium, aber eines dafür, den Weg dahin ehrlich zu planen.

Mappe und Eignungsprüfung

Die Mappe ist das Nadelöhr. Was genau wollen die Hochschulen sehen, und wie kommt man an die 20 bis 25 Arbeiten, wenn man noch nicht fotografieren gelernt hat?

Die Fakten ›
  • ›Verlangt werden meist um die 20 bis 25 eigene Arbeiten, oft als Serie (Folkwang mindestens 25, München höchstens 25, Karlsruhe höchstens 20), dazu eine Hausaufgabe oder eine praktische Prüfung, teils eine Klausur, meist ein Gespräch. Entscheidend ist die Eignungsprüfung.
  • ›Bewerbungsfenster liegen meist im Frühjahr, Dortmund etwa verlangt eine Registrierung bis Ende März. Wie viele Bewerbungen auf einen Platz kommen, sagt keine Hochschule.
  • ›Rund 28 Prozent aller Bachelorstudierenden in Deutschland brechen ab, in künstlerischen Fächern an Universitäten rund 30 Prozent.
Unsere Haltung ›

Eine Mappe entsteht nicht am Wochenende. Manche, die bei uns anfangen, wollten eigentlich studieren und hatten keine Arbeiten, die eine Hochschule überzeugen.

Nach drei Jahren bei uns haben sie ein Portfolio, mit dem sie sich bewerben können, bei Auftraggeber/innen, an Hochschulen oder, mit dem freiwilligen Lazi-Diplom, für den Master in Wolverhampton. Der Weg über die Berufsfachschule ist für viele nicht der Umweg, sondern die Mappe.

Studium, Lehre oder Berufs­fachschule?

Fotografie lernt man auf drei Wegen, und sie unterscheiden sich stärker als in fast jedem anderen Kreativberuf.

StudiumDuale LehreBerufsfachschule (Lazi)
Dauer7 bis 8 Semester Bachelor, 10 Diplom3 Jahre3 Jahre, 6 Semester
Zugangmeist (Fach-)Hochschulreife, Mappe, EignungsprüfungBetrieb entscheidet, 306 Ausbildungsbetriebe bundesweitMittlere Reife, Abitur oder Ausbildung, Kreativaufgabe
Kostengebührenfrei (EU), Semesterbeitrag rund 100 bis 460 EuroMindestvergütung 724 bis 977 Euro3.510 Euro pro Semester plus Aufnahme- und Prüfungsgebühren, Schüler-BAföG möglich
SchwerpunktTheorie, künstlerische Position, AutorenschaftStudioalltag eines Betriebsalle Felder, Studio, Auftrag, Digital Imaging
AbschlussBachelor/Master/DiplomGesellenbrief Fotograf/instaatlich anerkannter Berufsabschluss, optional Lazi-Diplom
DanachKunst, Lehre, AgenturStudio, Selbstständigkeit, Meister/inStudio, Agentur, Selbstständigkeit oder Master in einem Jahr (Bewerbung mit Lazi-Diplom)
Das Studium ›

Sieben oder acht Semester im Bachelor, zehn im Diplom, Theorie, Kunstgeschichte, eigene Position, akademischer Grad. Für EU-Studierende gebührenfrei, Semesterbeiträge von rund 100 bis 460 Euro.

Stärke: Zeit, Tiefe, Netzwerk, Titel. Haken: Mappe vorher, keine veröffentlichten Chancen, und an vielen Hochschulen steht die künstlerische Position im Vordergrund.

Die duale Lehre im Fotografenhandwerk ›

Drei Jahre im Studio, Berufsschule, Gesellenprüfung. Stärke: Praxis und Geld ab Tag eins.

Haken: Es gibt sie fast nicht mehr. 2024 wurden bundesweit 171 Ausbildungsverträge geschlossen, 74 Prozent weniger als zehn Jahre zuvor, nur 306 von über 45.000 Betrieben bilden aus.

Die Vergütung liegt meist auf der gesetzlichen Mindestvergütung, 2026 zwischen 724 und 977 Euro.

Die Berufsfachschule ›

Drei Jahre Vollzeit an einer Schule für Gestaltung. Bei der Lazi heißt der Fachbereich Fotodesign und Digital Imaging: Studio und Licht, Werbung und Produkt, Mode und People, CGI und Digital Imaging, Portfolio, Gruppen von ca. acht, echte Projekte ab dem ersten Semester.

Zugang mit Mittlerer Reife, Abitur oder abgeschlossener Ausbildung, statt Mappe eine Kreativaufgabe. Der Fachbereich ist einer von drei staatlich anerkannten der Akademie, geprüft vom Regierungspräsidium Stuttgart, damit Schüler-BAföG-fähig, bis zu 666 Euro im Monat, mit Versicherungszuschlag bis zu 803 Euro.

Kosten: 3.510 Euro pro Semester, also 585 Euro im Monat, dazu einmalig 475 Euro Aufnahmegebühr und zweimal 400 Euro Prüfungsgebühr, zusammen 22.335 Euro über drei Jahre. Ratenzahlung ist möglich.

Wer zusätzlich zum staatlich anerkannten Abschluss das freiwillige Lazi-Diplom erwirbt, kann sich damit für einen einjährigen Master of Arts an der University of Wolverhampton bewerben. Die Universität erkennt das Lazi-Diplom als Zugangsvoraussetzung an, ein Bachelorstudium vorher ist dafür nicht nötig.

Zum Vergleich: Der Lette Verein in Berlin nimmt bis zu 28 pro Jahrgang für 95 Euro im Monat plus Material, die berufsbegleitende Fotoakademie Köln kostet 297 Euro ohne staatlichen Abschluss.

Unsere Haltung ›

Wer Fotografie als Kunst und Forschung betreiben will, gehört an die Hochschule, und wir sagen das ohne Spitze. Wer von Fotografie leben will, braucht Handwerk, Auftrag und Geschäft, und das lernt man am besten an echten Projekten.

Dass unser Weg danach den Master offenhält, ist der Grund, warum sich viele nicht entscheiden müssen.

Aus der Lazi ›

„Die Auszeichnung mit dem Lazi-Award war der krönende Abschluss einer vielseitigen und interessanten Ausbildung.“ Das sagt Tomislav Vukosav, Absolvent 2011 mit Auszeichnung, heute selbstständiger Architektur- und Werbefotograf mit Sitz in Stuttgart und Standorten in München, Düsseldorf, Hamburg und Berlin. Er fotografierte ein mit dem German Design Award 2018 ausgezeichnetes Leuchtenprojekt und war 2019 Gastdozent an der Hochschule Neu-Ulm.

Kein Hochschulstudium, ein Portfolio.

Was verdient man mit Fotografie?

Die unbequemste Frage, mit den unbequemsten Zahlen.

Die Fakten ›
  • ›Angestellte Fotograf/innen verdienen laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit im Median 3.317 Euro brutto im Monat (Vollzeit, Stand 31.12.2025), die mittlere Hälfte verdient 2.550 bis 4.290 Euro, Frauen 2.896, Männer 3.660.
  • ›Redakteur/innen, zu denen die Bildredaktion zählt, rund 4.970 Euro, in Stuttgart rund 5.900.
  • ›Schulisch ausgebildete Fotodesigner/innen zählt die Statistik zu den Fotograf/innen, für Fotografie auf Experten-Niveau und Fotodesign auf Spezialist/innen-Niveau gibt es zu wenige Fälle für einen eigenen Wert.
  • ›Ein höheres Tätigkeitsniveau heißt dabei nicht automatisch mehr Geld: Im Nachbarfeld Grafik-, Kommunikations- und Fotodesign verdienen Spezialist/innen (Erfahrung, Fortbildung) im Median 4.149 Euro, Expert/innen 3.914 Euro.
  • ›Und über das ganze Erwerbsleben liegen in Druck, Mediengestaltung und Fotografie Ausbildung plus Fortbildung mit 1,97 Millionen Euro brutto vor dem Hochschulabschluss mit 1,84 Millionen (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung). Der Median aller Vollzeitbeschäftigten liegt bei rund 4.200 Euro.
  • ›Die Mehrheit arbeitet frei: 60 Prozent der 43.000 Erwerbstätigen in der Fotografie sind selbstständig, die Künstlersozialkasse weist für bildende Kunst und Fotografie im Schnitt rund 21.100 Euro Jahreseinkommen aus. Verbindliche Honorartabellen gibt es nicht.
Unsere Haltung ›

In der Fotografie entscheidet nicht der Abschluss über das Einkommen, sondern die Spezialisierung, das Geschäft und die Handschrift. Werbung, Produkt, Mode, Bildredaktion zahlen, Kunst zahlt selten.

Wer das vor dem Studium weiß, wählt den Weg bewusst. Wir unterrichten deshalb Betriebswirtschaft, Recht und Medien und Selbstvermarktung, bevor jemand das erste Honorar aufruft.

Aus der Lazi ›

J. Konrad Schmidt hat Fotodesign bei uns gelernt, 2008 und 2009 den Lazi Award gewonnen und arbeitet seit 2010 als freier Fotograf in Berlin für BMW, Mercedes-Benz, ZEGNA und Leica, in seinen freien Projekten analog, mehrfach bei den AOP Awards in London ausgezeichnet, Gold beim Deutschen Fotobuchpreis 2020, Mitglied im BFF, in der DGPh und in der Content Authenticity Initiative.

Er lebt davon.

Hat Fotografie Zukunft? Die KI-Frage

Fast jedes zweite Bild bei Adobe Stock ist KI-generiert, bei Zalando waren Ende 2024 rund 70 Prozent der Bilder für Editorial-Kampagnen KI-generiert, H&M lässt digitale Zwillinge posieren. Lohnt sich da ein Studium von acht Semestern?

Die Fakten ›
  • ›Die Hälfte der werblich tätigen Fotograf/innen hatte 2025 weniger Umsatz als im Jahr davor, 62 Prozent der Bildeinkäufer/innen in Werbung und PR wollen weniger Aufträge vergeben. Das trifft vor allem Werbung und PR.
  • ›Laut Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung ist der Beruf Fotograf/in nur zur Hälfte technisch automatisierbar, seit 2013 unverändert: ersetzbar sind Retusche, Bearbeitung, Archivierung und Lichttechnik, derzeit nicht ersetzbar das Fotografieren selbst und die Kundenberatung. Die geringsten Einbußen melden Event, Hochzeit und Journalismus.
  • ›Laut einer Studie des Bildanbieters iStock bevorzugen 68 Prozent der Verbraucher/innen in Deutschland echte Fotos, World Press Photo schließt generative KI seit 2024 aus, und mit Content Credentials nach dem C2PA-Standard entsteht gerade die Technik, Echtheit zu beweisen.
  • ›Und die duale Ausbildungsordnung für Fotograf/innen sagt: Seit 2025 lernen alle Auszubildenden, generative Bilderstellung zu beurteilen und zu nutzen, wer will, spezialisiert sich zusätzlich auf 3D und CGI.
Unsere Haltung ›

Die KI nimmt der Fotografie die Standardaufträge und gibt ihr den Wert zurück: Je mehr Bilder erzeugt statt aufgenommen werden, desto mehr zählt das, was wirklich so war. Wer Fotografie heute lernt, lernt beides, das echte Bild und die digitale Bildwelt, und entscheidet selbst, wann was richtig ist.

Ob an der Hochschule oder bei uns.

Du kannst meiner Arbeit vertrauen: Alles, was du darin siehst, ist entstanden, weil Licht auf eine Fläche traf. Nicht, weil ich danach Pixel verschoben habe.
Wolfgang TillmansFotograf, Centre Pompidou Magazin, Mai 2025
Geschmack wird zur ultimativen Währung.
RankinFotograf, Scandinavian MIND, Mai 2025
KI ist keine Fotografie. Deshalb nehme ich den Preis nicht an.
Boris EldagsenFotograf, nach dem Sony World Photography Award 2023

Häufige Fragen

Wo kann man in Deutschland Fotografie studieren? ›

Als Bachelor, eigenständig oder als Studienrichtung, an der FH Dortmund, der HSBI Bielefeld, der Folkwang Universität Essen, der Hochschule Hannover (Visual Journalism) und der Hochschule München (Fotodesign), als Diplom an der HfG Karlsruhe (Medienkunst) und der HGB Leipzig, dazu private Hochschulen, teils mit eigenem Foto-Bachelor. In Baden-Württemberg gibt es keinen eigenständigen Fotografie-Studiengang, an der Kunstakademie Stuttgart ist Fotografie Teil der freien Kunst.

Was braucht man, um Fotografie zu studieren? ›

Meist (Fach-)Hochschulreife, eine Mappe mit meist 20 bis 25 eigenen Arbeiten und eine Eignungsprüfung mit Hausaufgabe oder praktischer Prüfung, oft mit Gespräch. Entscheidend ist die Eignungsprüfung.

Kann man Fotografie ohne Abitur lernen? ›

Ja. Für die duale Lehre ist kein bestimmter Abschluss vorgeschrieben, an der Berufsfachschule reicht die Mittlere Reife, bei der Lazi auch eine abgeschlossene Ausbildung. Für die Hochschule brauchst du (Fach-)Hochschulreife, einzelne Kunsthochschulen haben Begabtenprüfungen. Mehr unter Studieren ohne Abitur.

Wie lange dauert ein Fotografie-Studium? ›

Sieben bis acht Semester im Bachelor, zehn Semester im Diplom, dazu zwei bis vier Semester Master. Lehre und Berufsfachschule dauern drei Jahre.

Was verdient man nach dem Fotografie-Studium? ›

Der Entgeltatlas hat für Fotografie auf Experten-Niveau zu wenige Fälle für einen eigenen Wert. Angestellte Fotograf/innen verdienen im Median 3.317 Euro brutto (Stand 31.12.2025), Freie laut Künstlersozialkasse im Schnitt rund 21.100 Euro im Jahr. Entscheidend ist die Spezialisierung, nicht der Titel.

Fotografie studieren oder Ausbildung, was ist besser? ›

Für Kunst, Theorie und akademische Laufbahn das Studium. Für Auftragsfotografie, Studio und Geschäft die Ausbildung. Wer beides will: Wer zusätzlich zum staatlich anerkannten Abschluss das freiwillige Lazi-Diplom erwirbt, kann sich damit für einen einjährigen Master of Arts an der University of Wolverhampton bewerben. Die Universität erkennt das Lazi-Diplom als Zugangsvoraussetzung an, ein Bachelorstudium vorher ist dafür nicht nötig.

Reden wir.

Ob du studieren solltest oder nicht, entscheidet kein Text. Komm zum Infotag, bring deine Bilder mit, und wir sagen dir ehrlich, ob wir eine Hochschulmappe darin sehen, einen Ausbildungsplatz bei uns oder beides nacheinander.

Infotag

Sei am Mittwoch dabei.
Bring Eltern oder Freunde mit.

Ein halber Nachmittag, der dir drei Jahre Klarheit bringen kann. Kostenlos, unverbindlich, ehrlich.

  • Rundgang durch Studios, Schnitträume und Tonstudio
  • Echte Absolventenfilme sehen
  • 1:1-Beratung zu Bewerbung & BAföG
  • Studierende direkt fragen
  • Kaffee, kein Sales-Pitch
  • Auch online möglich

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