Wie sehr zweifelst du gerade?

Schieb den Regler. Wir nehmen jede Antwort ernst.

Völlig normal vor einer Entscheidung für drei Jahre. Hier sind die Zahlen, die den Bauch beruhigen oder ehrlich korrigieren.

Kann man davon leben? ›Ausbildung oder Studium? ›

Zweifel 1

Haben Medien überhaupt noch Zukunft?

2 Mio.Erwerbstätige in der Kultur- und Kreativwirtschaft, Tendenz steigend

Zeitungen sterben, Fernsehen verliert Zuschauer, Werbeagenturen sparen. Wer heute Medien lernt, lernt vielleicht etwas, das es morgen nicht mehr gibt. So klingt es am Küchentisch, und ganz falsch ist es nicht: Einzelne Medien verschwinden tatsächlich.

Erwerbstätige in der Kultur- und Kreativwirtschaft
1,87 Mio.Vor vier Jahren: 1,87 Mio.Heute
Quelle: Prognos/BMWK, Monitoringbericht Kultur- und Kreativwirtschaft 2024
Die Fakten ›
  • ›Die Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland ist trotzdem gewachsen: rund zwei Millionen Erwerbstätige, 130.000 mehr als vier Jahre zuvor, bei einem Umsatz von über 200 Milliarden Euro.
  • ›In der Region Stuttgart, wo die Lazi liegt, ist die Kreativwirtschaft besonders stark, der Landkreis Esslingen liegt bei den Beschäftigten der Kreativwirtschaft auf Platz 4 aller Landkreise in Baden-Württemberg.
  • ›Was wirklich schrumpft, ist vor allem klassisches Print, Werbung und Standarddesign.
  • ›Was wächst, ist alles rund um Bewegtbild: Veranstaltungs-, Kamera- und Tontechnik etwa ist in drei Jahren um ein Viertel gewachsen, Online-Werbung und Streaming legen zweistellig zu, während lineares Fernsehen und Kino verlieren.
  • ›Und der Bedarf kommt längst nicht mehr nur aus der Medienbranche: 80 Prozent der deutschen Unternehmen ab 20 Beschäftigten haben ein Social-Media-Profil, zwei Drittel der Anbieter haben ihre Videoaktivitäten zuletzt ausgeweitet.
  • ›Vor unserer Haustür ist die VFX- und Animationsbranche in Baden-Württemberg seit 2010 um rund 800 Prozent gewachsen, mit 85 Unternehmen und 2.550 Beschäftigten der führende Standort in Deutschland, und mehr als die Hälfte ihres Umsatzes kommt aus Werbung, Industriefilm und Visualisierung, nicht aus dem Kino. Und die anderen Felder?
  • ›Ehrlich: Keines hat einen Boom, den man versprechen könnte, aber jedes hat belegbaren Bedarf.
  • ›Fotografie: Der deutsche Onlinehandel ist 2025 auf 83 Milliarden Euro gewachsen, und jedes Produkt darin braucht Bilder; 68 Prozent der deutschen Verbraucher/innen bevorzugen echte Fotos gegenüber KI-Motiven.
  • ›Grafik- und Kommunikationsdesign: In Großbritannien, wo es gemessen wird, ist die Designbeschäftigung seit 2020 um 15 Prozent gewachsen, sechsmal schneller als der Arbeitsmarkt insgesamt, und 80 Prozent der Designer/innen arbeiten in Branchen, die nichts mit Design zu tun haben, von der Bank bis zum Maschinenbau.
  • ›82 Prozent der Design-Führungskräfte sagen, ihr Bedarf sei gestiegen oder gleich geblieben, gesucht werden allerdings eher Erfahrene als Berufsanfänger/innen.
  • ›UX und UI: weltweit auf Platz 8 der am schnellsten wachsenden Berufe, Median in Deutschland rund 54.000 Euro im Jahr, der Einstieg ist allerdings seit 2022 schwerer geworden.
  • ›KI und Content: Stellenanzeigen mit der Fähigkeit „Generative KI“ haben sich in Deutschland binnen eines Jahres verdoppelt, 71 Prozent der Marketingverantwortlichen erwarten bis 2027 ein Vielfaches an Content-Bedarf.
  • ›Raum, Ausstellung, Erlebnis: Deutsche Museen zählten 2024 über 107 Millionen Besuche und 23 Prozent mehr Ausstellungen, jedes fünfte Unternehmen nutzt VR oder AR.
  • ›Was dagegen schrumpft: klassisches Grafikdesign als Einzelleistung, die Spieleentwicklung in Deutschland, einfache Standardaufträge in der Fotografie.
  • ›Ehrlich dazu gehört auch: Wer sich in der Mediengestaltung über die Arbeitsagentur eine Stelle sucht, trifft dort auf viel Konkurrenz. Auf eine gemeldete Stelle kommen rund zehn gemeldete Arbeitslose.
  • ›Die meisten Jobs dieser Branche werden allerdings nie bei der Arbeitsagentur ausgeschrieben, sondern über Portfolio, Netzwerk und Empfehlung vergeben.
  • ›Genau da setzt eine Ausbildung an, die dich von Anfang an mit echten Kund/innen und Projekten in Kontakt bringt.
Unsere Haltung ›

Medien verschwinden nicht, sie wandern. Was früher die Zeitung war, ist heute der Feed, was früher der Werbespot war, ist heute das Reel, der Imagefilm, das Erklärvideo.

Jedes Unternehmen, jede Behörde, jeder Verein braucht heute Bilder, Filme und Gestaltung, nicht nur Verlage und Sender. Genau deshalb lernst du bei uns nicht ein Medium, sondern das Handwerk dahinter: sehen, erzählen, gestalten.

Das trägt dich durch jeden Medienwechsel, der noch kommt.

Aus der Lazi ›

Der Medienwechsel steckt bei uns im Lehrplan, in jedem Fachbereich: Social Media Produktion ist ein Schwerpunkt in Film und Mediendesign, Digital Design und UI einer in Grafik- und Kommunikationsdesign, CGI und Digital Imaging einer in Fotodesign, dazu die drei jungen Fachbereiche Animation und VFX, GenAI und Content Creation sowie Intermediale Gestaltung. Über 4.000 Absolvent/innen aus allen Fachbereichen haben hier gelernt, viele arbeiten heute dort, wo Medien gerade entstehen.

Einer von ihnen: Matthias Haag, Filmemacher und Gründer der Urwerk Filmproduktion. Sein Abschlussfilm „Coppelius“ lief 2008 im Short Film Corner von Cannes und gewann beim 168 Hour Project in Los Angeles Best International Film.

Zweifel 2

Ersetzt mich bald die KI?

+17 %mehr angestellte Fachleute in Grafik-, Kommunikations- und Fotodesign als 2019

Midjourney macht Bilder in Sekunden, Sora macht Videos, ChatGPT schreibt Texte. Warum drei Jahre lernen, was eine Maschine auf Knopfdruck kann? Diese Frage stellen uns Eltern und Bewerber/innen inzwischen fast jede Woche, und sie verdient eine ehrliche Antwort statt Beschwichtigung.

Angestellte in Grafik-, Kommunikations- und Fotodesign (2019 = 100)
2019100
Heute117
Quelle: IAB/Statistik der Bundesagentur für Arbeit
Die Fakten ›
  • ›Amtliche Arbeitsmarktforschung zeigt: Ein großer Teil der klassischen Grafikdesign-Tätigkeiten ist heute technisch automatisierbar, deutlich mehr als noch vor wenigen Jahren.
  • ›Wichtig dabei: Diese Zahl sagt, was technisch möglich ist, nicht, wie viele Stellen tatsächlich wegfallen.
  • ›Die Zahl der angestellten Spezialist/innen in Grafik-, Kommunikations- und Fotodesign liegt heute 17 Prozent über 2019, mit Höchststand 2022 und seitdem leicht rückläufig.
  • ›Zugleich sind mehr Menschen aus diesen Berufen arbeitslos gemeldet, und in der Designwirtschaft Baden-Württembergs ist die Beschäftigung in fünf Jahren um 15 Prozent gesunken.
  • ›International erwarten große Studien eher einen Wandel der Berufe als einen Ersatz: UX- und UI-Design steht weltweit auf Platz 8 der am schnellsten wachsenden Berufe, klassisches Grafikdesign auf Platz 11 der am schnellsten schrumpfenden.
  • ›Am stärksten spüren es Illustrator/innen und Werbefotograf/innen, dort melden viele tatsächlich weniger Aufträge.
  • ›Agenturen in Deutschland sehen das zwiespältig: Die einen sehen KI als Wachstumshemmer, die meisten berichten gleichzeitig von steigender Kundennachfrage nach KI-Kompetenz.
  • ›In Stellenanzeigen zeigt sich das konkret: In Marketing steht KI inzwischen in rund 17 Prozent der Anzeigen, in Medien und Kommunikation in rund 16 Prozent, fast immer als Zusatzanforderung in bestehenden Berufen.
  • ›Einen eigenen Beruf „Prompt Engineer“ gibt es dagegen praktisch nicht, in zwei Jahren wurden in ganz Deutschland nur rund 130 solche Stellen ausgeschrieben.
  • ›Und was Agenturen von Berufseinsteiger/innen heute verlangen, steht in ihren eigenen Anzeigen: Portfolio, Adobe-Programme, Bewegtbild und ein sicherer Umgang mit KI-Werkzeugen.
  • ›Ehrlich dazu: Einstiegsstellen gab es Anfang 2025 deutlich weniger als im Fünfjahresschnitt.
  • ›Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung sieht dafür aber die Konjunktur als Grund, nicht die KI.
Unsere Haltung ›

Ja, KI verändert diese Berufe real, und wir tun nicht, als wäre das nicht so. Sie übernimmt das, was keine Entscheidung braucht: Freisteller, Rohschnitt, die zehnte Variante vom selben Layout.

Was sie nicht ersetzt, ist die Person, die weiß, welches Bild stimmt, welche Geschichte trägt und warum ein Entwurf wirkt. Deshalb ist KI bei uns kein Feind und kein Nebenfach, sondern Werkzeug in allen Fachbereichen, mit einem eigenen Fachbereich GenAI und Content Creation obendrauf.

Wer die Maschine steuern kann, wächst mit dem Beruf. Wer nur bedienen kann, hat es schwerer.

Wir bilden Steuernde aus.

Aus der Lazi ›

In mehreren Fachbereichen arbeiten Studierende mit KI-Werkzeugen, von der Bildretusche bis zur Postproduktion. Seit 2026 gibt es dafür einen eigenen Fachbereich GenAI und Content Creation mit fünf Schwerpunkten von Prompt Engineering bis KI-gestützter Post.

Wie das aussieht, zeigt der Abschlussfilm „OdyseeAI 2028“ von Finn Hafemann aus Film und Mediendesign (2026): acht Minuten, vollständig KI-generiert, echt sind nur die Stimmen. Die Geschichte: Eine KI nimmt erst den Kollegen den Job, dann ihm.

Gemacht hat den Film ein Mensch, der die Maschine steuert.

Was du dafür können musst, und bei uns lernst ›

Eine Maschine liefert Varianten, du lieferst Entscheidungen. Dafür brauchst du Dinge, die kein Prompt ersetzt: ein geschultes Auge für Bild, Licht und Typografie, Dramaturgie, also zu wissen, warum eine Geschichte trägt, Konzeption, also aus einem Briefing eine Idee zu machen, Kundenführung, also Menschen zu verstehen und zu überzeugen, und Urteilskraft, also zu erkennen, wann ein Ergebnis gut genug ist und wann nicht.

Genau das steht in den Agentur-Anzeigen von heute, und genau das üben wir drei Jahre lang an echten Projekten, mit KI als Werkzeug im Koffer.

Und dann ist da noch das Echte ›

Je mehr alles auf Knopfdruck schön wird, desto größer wird der Einheitsbrei. Jeder kann jetzt irgendwie alles hübsch machen, und genau deshalb fällt es nicht mehr auf.

Was auffällt, ist das Echte: ein Foto, das wirklich so war, ein Film, der wirklich gedreht wurde, eine Handschrift, die man erkennt. Das Handwerk kommt zurück, nicht aus Nostalgie, sondern weil es der einzige Weg ist, sich abzuheben.

Erik Spiekermann sagt es so: Zurück zum Handwerk ist ein Weg, sich von KI nicht überwältigen zu lassen. Und die großen Marken machen es vor.

Apples Weihnachtsspot „Fuzzy Feelings“ von 2023 war handgemachtes Stop-Motion und gewann 2024 den Emmy als bester Werbespot, der Spot von 2025 ist Puppenspiel, in der Kamera gedreht. OpenAI, ausgerechnet, ließ seinen Super-Bowl-Spot 2025 von Hand in 2D animieren und drehte seine erste Markenkampagne im Herbst 2025 auf 35-Millimeter-Film, die Marketingchefin sagte das wörtlich.

Dove verpflichtet sich seit 2024, Frauen nie mit KI darzustellen, Cadbury drehte 2025 ausdrücklich ohne CGI und KI, Polaroid wirbt mit dem Satz, KI könne keinen Sand zwischen den Zehen erzeugen. Den Grand Prix für Film Craft in Cannes gewann 2025 eine Kampagne aus 26 Stop-Motion-Filmen mit 56 handgefertigten Puppen, der Jurypräsident begründete es mit einem Jahr voller KI-Glanz, in dem das Handgemachte greifbar, intim und tief menschlich wirke.

Und die Zahlen dahinter: 98 Prozent der Menschen weltweit halten echte Bilder für entscheidend, um einer Marke zu vertrauen, zwei Drittel bevorzugen Werbung mit echten, unbearbeiteten Fotos, 76 Prozent können Echtheit selbst nicht mehr erkennen und wollen es deshalb umso dringender wissen. In Deutschland fühlt sich mehr als die Hälfte unwohl mit Nachrichten, die hauptsächlich von KI produziert wurden.

Wer bei uns lernt, lernt beides: die Maschine und das, was die Maschine nicht kann.

Zurück zum Handwerk zu gehen ist tatsächlich ein Weg, sich von KI nicht überwältigen zu lassen. Deshalb ist das Analoge wichtiger denn je.
Erik SpiekermannTypograf, Applied Information Group, August 2026
Ich selbst habe keine Angst, dass sie meinen Job übernehmen. Sie wird wahrscheinlich das untere Ende dieser Berufe übernehmen.
Stefan SagmeisterGrafikdesigner, Cool Hunting, Juni 2023
Künstliche Intelligenz ist zu dumm fürs Geschichtenerzählen.
Werner HerzogRegisseur, AFP, Dezember 2024
Mich interessiert keine Illustration, die von Maschinen und durch das Hochrechnen von Informationen entsteht.
Guillermo del ToroRegisseur, Decider, Dezember 2022
Geschmack zählt immer noch wirklich.
Sam AltmanCEO OpenAI, Podcast mit Varun Mayya, April 2025. Im selben Gespräch sagt er, es gebe künftig vielleicht weniger Designer/innen, die dafür deutlich mehr verdienen.
Das beunruhigt mich überhaupt nicht." Und: „Fotografie selbst ist nicht wirklich real. Ich nutze alle verfügbaren Werkzeuge.
Annie LeibovitzFotografin, AFP, März 2024
Wir sind noch weit davon entfernt, dass Maschinen wirklich kreativ sind.
Demis HassabisCEO Google DeepMind, Vortrag 2018
Stimmen aus dem Netz

So wird gerade diskutiert.

Nicht nur Prominente, auch Leute aus dem Alltag der Branche. Beide Lager, mit Plattform und Datum:

  • tagesschau auf YouTube, Oktober 2026Die tagesschau berichtet im Oktober 2026 auf YouTube, dass Einstiegsjobs durch KI wegfallen und der Berufseinstieg schwieriger wird, zugleich aber neue Chancen entstehen. Mehr als 650.000 Aufrufe (Stand 1. Oktober 2026).
  • Reddit r/Fotografie, Oktober 2026Auf Reddit (r/Fotografie, Oktober 2026) schreibt jemand, KI ersetze echte Fotografenjobs bei den finanzstärksten Kunden. In den Antworten taucht ein Gedanke immer wieder auf: Je mehr Bilder erzeugt statt aufgenommen werden, desto wichtiger wird das, was man belegen kann. Dokumentation, Reportage, der echte Moment. Die Frage, was echt ist und wem man noch vertrauen kann, wird zur zentralen Frage der nächsten Jahre, und sie wird mit Fotograf/innen und Filmemacher/innen beantwortet, nicht ohne sie. Die Technik dafür entsteht gerade: Über 6.000 Organisationen arbeiten im C2PA-Standard an fälschungssicheren Herkunftsnachweisen für Bilder, Google signiert seit dem Pixel 10 jedes Kamerafoto, Leica, Sony und Canon bauen die Signatur in ihre Kameras. World Press Photo schließt KI-Bilder seit 2025 aus allen Kategorien aus, mit dem Satz, KI-generierte Bilder seien keine Fotografie. Und das Publikum will es sehen: DOK Leipzig meldete 2024 mit 55.000 Besuchen einen Rekord.
  • FOTOPRAXIS Podcast, September 2026Fotograf Julian Kramer meint im FOTOPRAXIS Podcast (3. September 2026), je realistischer KI-Bilder werden, desto wertvoller würden echte Fotos.
  • Reddit r/arbeitsleben, Februar 2026Auf Reddit (r/arbeitsleben, Februar 2026) berichtet ein 3D-Grafiker mit 20 Jahren Erfahrung, sein Arbeitgeber entlasse alle Grafiker zugunsten von KI. Die meistgewählte Antwort einer Grafikdesignerin: KI könne keinen Grafiker ersetzen, aber wenn die Chefetage das glaube, sei das Ergebnis genau so. Wir zeigen das hier, weil es passiert, und weil es zeigt, wo das Risiko wirklich liegt: nicht bei der Fähigkeit der Gestalter/innen, sondern bei Entscheidungen von Leuten, die Gestaltung für austauschbar halten. Solche Firmen merken es an ihren Ergebnissen. Und du willst ohnehin nicht für sie arbeiten.
  • Lehrkanal für Mediengestaltung, August 2026Ein Lehrkanal für Mediengestaltung zeigt im August 2026, warum KI-Flyer plötzlich alle gleich aussehen: KI berechnet Wahrscheinlichkeiten, statt zu gestalten.
Was wir daraus lesen

Zwei Lager, die beide recht haben. Die Angst ist real, und sie trifft vor allem zwei Stellen: einfache Standardarbeit, die niemand vermisst, und den Einstieg, weil Firmen in unsicheren Zeiten zuerst beim Nachwuchs sparen. Das ist keine Kleinigkeit, und wir reden es nicht klein. Aber der Blick auf die Praktiker/innen zeigt aus unserer Sicht ein Muster: Wer sein Handwerk beherrscht und KI als Werkzeug dazunimmt, hat nicht weniger zu tun, sondern anderes. Weniger Fleißarbeit, mehr Konzept, mehr Verantwortung, mehr Entscheidungen. Der Beruf wird nicht kleiner, er rückt nach oben. Die Frage ist nicht, ob es dich gibt, sondern auf welcher Stufe du einsteigst. Unser Eindruck aus Gesprächen mit der Branche: Wer beides kann, erlebt den Wandel als Rückenwind.

Zweifel 3

Kann man davon leben?

3.700 €Median brutto im Monat, Mediengestalter/innen Bild und Ton in Baden-Württemberg

Kreativ heißt brotlos, sagt der Volksmund. Fotograf/innen, die für Likes arbeiten, Grafiker/innen, die um jeden Auftrag feilschen. Eltern fragen das selten direkt, aber immer: Wird mein Kind davon leben können?

Bruttogehalt im Monat, Median, Vollzeit
2.800 €Einstieg unter 25, Digital und Print
3.400 €Mediengestaltung Digital und Print
3.700 €Bild und Ton, Baden-Württemberg
3.800 €Grafik-, Kommunikations- und Fotodesign
4.100 €Spezialist/in mit Erfahrung
4.500 €Spezialist/in, Stadtkreis Stuttgart
Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Stand 31.12.2025
Die Fakten ›
  • ›Der amtliche Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit zeigt für angestellte Fachkräfte in Vollzeit: Mediengestalter/innen Digital und Print verdienen im Median rund 3.400 Euro brutto im Monat, in Baden-Württemberg rund 3.500 Euro.
  • ›Mediengestalter/innen Bild und Ton liegen bundesweit bei rund 3.500 Euro, in Baden-Württemberg bei rund 3.700 Euro.
  • ›In Grafik-, Kommunikations- und Fotodesign verdienen Fachkräfte rund 3.800 Euro, mit Berufserfahrung als Spezialist/in über 4.100 Euro, im Stadtkreis Stuttgart sogar über 4.500 Euro.
  • ›Der Einstieg unter 25 Jahren liegt in Digital und Print bei rund 2.800 Euro.
  • ›Eine Zahl überrascht dabei besonders: Wer sich über Erfahrung und Weiterbildung zur Spezialistin oder zum Spezialisten entwickelt, verdient im Schnitt mehr als jemand mit Hochschulabschluss auf Experten-Niveau in derselben Branche.
  • ›Und ehrlich dazu: In einer Absolvent/innen-Befragung der Folkwang Universität waren nur 42 Prozent mit ihrem Einkommen zufrieden, an der Hochschule der Medien Stuttgart fanden 55 Prozent binnen drei Monaten eine Stelle, weitere 25 Prozent binnen eines halben Jahres.
  • ›Eine amtliche Verbleibsstatistik für Design-Berufsfachschulen gibt es nicht, auch wir haben keine, die wir dir zeigen könnten.
Unsere Haltung ›

Niemand wird in diesen Berufen über Nacht reich, und wer das sucht, soll etwas anderes machen. Aber leben kann man davon, gut sogar, wenn man zwei Dinge mitbringt: Können und Haltung.

Können, weil Auftraggeber/innen Qualität bezahlen, nicht Begeisterung. Haltung, weil du irgendwann auch nein sagen und deinen Preis nennen musst.

Und die Zahlen zeigen etwas Ermutigendes: Berufserfahrung zählt in dieser Branche mindestens so viel wie ein Titel. Beides lernst du bei uns, in Projekten mit echten Kund/innen, nicht in der Theorie.

Aus der Lazi ›

J. Konrad Schmidt hat Fotodesign an der Lazi gelernt und wurde dabei 2008 und 2009 mit dem Lazi Award ausgezeichnet.

Seit 2010 arbeitet er als freischaffender Fotograf in Berlin, analog und in Schwarzweiß, mit Mode, Porträt und Automobil. Sein Projekt HÔTEL NOIR gewann 2020 Gold beim Deutschen Fotobuchpreis, 2026 folgten eine Ausstellung in der Galerie Chaussee 36 in Berlin und eine Werkschau in der Leica Galerie München.

Er ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Photographie, des BFF, des ADC und der Content Authenticity Initiative, mehrfach bei den AOP Awards in London ausgezeichnet, fotografiert für BMW, Mercedes-Benz, ZEGNA und Leica und kam mehrmals als Gastdozent und als Schirmherr einer Diplomausstellung an die Lazi zurück. Er arbeitet bewusst analog, in einer Zeit, in der jedes Bild generierbar ist: „Mein Aufwand gilt dem echten Moment, nicht der nachträglichen digitalen Bearbeitung.“ Und zur Frage, ob man davon leben kann, sagt er ehrlich, was ihm einst ein Professor sagte: „Es seien 3 von 30.“ Genau deshalb steht dieser Abschnitt hier.

Zweifel 4

Ist das nicht viel zu unsicher?

54 %der Designwirtschaft arbeiten selbstständig, der Rest angestellt

Festanstellung, Rente, planbares Gehalt, das klingt in Medienberufen nach Ausnahme. Viele arbeiten frei, von Projekt zu Projekt. Ist das ein Leben oder ein Risiko?

Anteil Selbstständiger
  • 54 % in der Designwirtschaft
  • 33 % in der Kultur- und Kreativwirtschaft insgesamt
Quelle: BMWK, Monitoringbericht Kultur- und Kreativwirtschaft
Die Fakten ›
  • ›In der Kultur- und Kreativwirtschaft insgesamt ist gut die Hälfte sozialversicherungspflichtig angestellt, ein Drittel selbstständig.
  • ›In der Designwirtschaft ist der Anteil Selbstständiger mit 54 Prozent höher, viele davon mit geringem Umsatz.
  • ›Soloselbstständige in der Kultur- und Kreativwirtschaft verdienen im Median rund 18.750 Euro im Jahr, knapp die Hälfte unter 15.000 Euro.
  • ›Genauer: Wer Vollzeit selbstständig arbeitet, erzielte 2023 im Median 18.750 Euro Jahreseinkommen nach Betriebsausgaben, über alle Teilbranchen von Musik bis Design. Ja, das ist wenig, und wir schreiben es trotzdem hin.
  • ›Die Künstlersozialkasse weist für bildende Kunst und Design im Schnitt rund 21.000 Euro im Jahr aus, für Berufseinsteiger/innen in den ersten drei Jahren deutlich weniger, im Schnitt rund 18.000 Euro.
  • ›Die ersten Jahre sind also das kritischste Fenster, danach steigt das Einkommen in der Regel.
Unsere Haltung ›

Die Zahlen oben beschreiben vor allem eines: Menschen, die ins kalte Wasser gesprungen sind, ohne schwimmen gelernt zu haben. Selbstständig zu sein heißt in dieser Branche nicht nur gestalten, sondern kalkulieren, verhandeln, Rechnungen schreiben, Nein sagen, sich sichtbar machen.

Wer das nie gelernt hat, verkauft sich unter Wert und landet in genau den Statistiken da oben. Wer es gelernt hat, erlebt Selbstständigkeit als das, was sie sein kann: eigene Projekte, eigene Kund/innen, eigene Zeit, eigenes Risiko, eigener Gewinn.

Deshalb gehört das Geschäft bei uns zum Handwerk: Kalkulation, Urheberrecht, Angebot und Pitch, Selbstvermarktung, der erste Kundentermin. Du übst das nicht in der Theorie, sondern an echten Aufträgen, mit Dozent/innen, die selbst davon leben.

Und die ersten Jahre, das kritischste Fenster, sollst du nicht allein durchstehen: Ein Netzwerk aus Absolvent/innen, Dozent/innen und Projektpartnern ist der Unterschied zwischen einem Auftrag und keinem. Und wer lieber angestellt arbeitet, findet seinen Platz in Agenturen, Produktionen, Unternehmen und Redaktionen, über die Hälfte aller Kreativen in Deutschland tut genau das.

Beides sind Wege. Der falsche ist nur der, den du nicht bewusst gewählt hast.

Aus der Lazi ›

Franziska Haag hat 2016 ihre Ausbildung in Grafik- und Kommunikationsdesign abgeschlossen und sich 2019 mit Haag Design selbstständig gemacht, mit Schwerpunkt Corporate Identity, Logo und Editorial, neben einer Teilzeitstelle. Genau diese Mischung, selbstständig und angestellt zugleich, ist für viele der realistische Weg in den ersten Jahren.

Zweifel 5

Ausbildung oder lieber studieren?

28 %aller Bachelorstudierenden brechen ihr Studium ab

Ein Hochschulabschluss gilt als sicherer Weg: Bachelor, vielleicht Master, dann Bewerbung. Eine Berufsfachschule kennt man weniger. Fast die Hälfte der Gymnasiast/innen erlebt zu Hause die Erwartung, zu studieren. Ist die Ausbildung die zweite Wahl für die, die nicht an die Hochschule kommen?

So viele brechen ihr Bachelorstudium ab
Alle Hochschulen28 %
Kunst, Universität30 %
Universitäten35 %
Quelle: DZHW-Brief 05/2022
Die Fakten ›
  • ›Rund 28 Prozent aller Bachelorstudierenden in Deutschland brechen ihr Studium ab, an Universitäten sogar 35 Prozent, in künstlerischen Fächern an Universitäten rund 30 Prozent.
  • ›Für Berufsfachschulen gibt es keine vergleichbare Zahl, also kein Punktsieg, nur eine Einordnung.
  • ›Beim Einkommen über das ganze Berufsleben liegt ein Hochschulabschluss im Schnitt vorn, aber mit deutlichem Unterschied nach Branche: In Werbung, Marketing und Medien verdient jemand mit Berufsausbildung und anschließender Fortbildung über das Erwerbsleben gerechnet fast so viel wie jemand mit Hochschulabschluss, eine reine Berufsausbildung liegt spürbar dahinter.
  • ›Und beim Job selbst ist der Unterschied kleiner als gedacht: Von den 25- bis 34-Jährigen mit beruflichem Abschluss sind 89 Prozent erwerbstätig, die Erwerbslosenquote liegt mit 3,4 Prozent genauso niedrig wie bei Hochschulabsolvent/innen.
  • ›Was Arbeitgeber/innen in der Kreativbranche bei der Einstellung wirklich gewichten, Portfolio oder Abschluss, ist statistisch nicht solide erhoben.
  • ›Ein Blick in aktuelle Junior-Anzeigen großer Agenturen (Serviceplan, BBDO, Scholz & Friends, Palmer Hargreaves, Oktober 2026) zeigt: Ausbildung und Studium werden gleichgestellt oder der Abschluss wird gar nicht genannt. Verlangt werden Portfolio, Adobe-Programme, Bewegtbild und KI-Umgang.
Unsere Haltung ›

Studium und Ausbildung sind zwei Wege zum selben Ziel, und wir sagen das ohne Spitze gegen die Hochschulen. Das Studium gibt dir Theorie, Forschung und einen akademischen Grad.

Die Ausbildung bei uns gibt dir drei Jahre Praxis in Gruppen von ca. acht, mit Dozent/innen aus der Branche und einem Portfolio, das am ersten Arbeitstag zählt. In drei unserer sechs Fachbereiche ist die Ausbildung staatlich anerkannt: Fotodesign und Digital Imaging, Film und Mediendesign, Grafik- und Kommunikationsdesign.

Dort ist Schüler-BAföG möglich, und wer danach den akademischen Titel will, kann in einem Jahr den Master of Arts an der University of Wolverhampton anschließen. Du musst dich also nicht zwischen Praxis und Titel entscheiden.

Du entscheidest nur, womit du anfängst.

Aus der Lazi ›

Wie Praxis aussieht, wenn sie ernst gemeint ist, siehst du auf lazi.works, wo wir die besten Arbeiten unserer Studierenden zeigen. Aus Film und Mediendesign etwa „Decrescendo“ von Marcel Schmidt, ein Spec Ad, also ein selbst entwickelter Werbespot, für die Alzheimer Society (Abschlussprojekt 2024), in dem ein Klavier zum Gehirn wird, oder die Abschlussfilme 2026 „BORDERS“ von Nelio Hawa über einen Hilfstransport an der Grenze und „The Man Who Listens“ von Frederick Zahn, ein Film noir über Erinnerung.

Aus Grafik- und Kommunikationsdesign Marken- und Verpackungskonzepte wie „lemonig“ und „FEDER & FORM“, aus Fotodesign Serien wie „Jacke wie Hose“. Alles während der Ausbildung entstanden, nicht danach.

Zweifel 6

Was ist der Abschluss wirklich wert?

bis 803 €Schüler-BAföG im Monat in den drei staatlich anerkannten Fachbereichen

Eine Privatschule stellt sich ihr Zeugnis selbst aus, denkt man. Was zählt das bei einem Arbeitgeber, was bei einer Behörde, was im Ausland?

Schüler-BAföG, nicht bei den Eltern wohnend
666 €137 €
GrundbetragZuschlag Kranken- und Pflegeversicherung= 803 € im Monat
Quelle: bafög.de, Stand Juli 2024
Die Fakten ›
  • ›Fotodesign und Digital Imaging, Film und Mediendesign sowie Grafik- und Kommunikationsdesign sind in Baden-Württemberg staatlich anerkannte Ausbildungsgänge, geprüft vom Regierungspräsidium Stuttgart.
  • ›Für diese drei Fachbereiche gibt es Schüler-BAföG: Wer nicht bei den Eltern wohnt, bekommt bis zu 666 Euro im Monat, mit Zuschlag für Kranken- und Pflegeversicherung bis zu 803 Euro, wer bei den Eltern wohnt entsprechend weniger (§ 12 und § 13a BAföG, Stand 2026). Eine Erhöhung ist geplant, aber noch nicht Gesetz.
Unsere Haltung ›

Ehrlich getrennt, weil es wichtig ist: Fotodesign und Digital Imaging, Film und Mediendesign sowie Grafik- und Kommunikationsdesign sind staatlich anerkannt, der Abschluss dort ist ein anerkannter Berufsabschluss. Die drei jüngeren Fachbereiche Animation und VFX, GenAI und Content Creation sowie Intermediale Gestaltung sind beim Regierungspräsidium angezeigt, die Anerkennung wird angestrebt und ist noch nicht erteilt.

Dort bekommst du einen Abschluss der Lazi Akademie. Für Behörden zählt die Anerkennung durch das Regierungspräsidium, für den Weg ins Ausland der Master in Wolverhampton als Anschluss.

Und für Arbeitgeber/innen gilt nach unserer Erfahrung in dieser Branche: Eingestellt wird selten wegen eines Zeugnisses, sondern weil die Arbeiten überzeugen. Daran arbeiten wir drei Jahre lang.

Aus der Lazi ›

Die Lazi Akademie bildet seit 1950 aus, 4.012 Absolvent/innen sind seitdem durch dieses Haus gegangen. Einer von ihnen: Björn Melhus lernte 1985 bis 1987 Fotografie und Audiovision an der Lazi Schule, dem Vorläufer der heutigen Akademie, studierte danach freie Kunst an der HBK Braunschweig und ging mit einem DAAD-Stipendium ans California Institute of the Arts.

Seine Videoarbeiten liefen im MoMA New York und in der Tate Modern, heute ist er Professor an der Kunsthochschule Kassel. Was ein Abschluss wert ist, zeigt sich nicht im Zeugnis, sondern in dem, was danach kommt.

Zweifel 7

Ist meine Arbeit dann noch etwas wert?

KI-Modelle wurden mit Millionen Bildern, Filmen und Texten trainiert, oft ohne zu fragen, auch mit Arbeiten von Leuten, die genau das gelernt haben, was du lernen willst. Wenn jede Maschine meinen Stil in Sekunden nachmachen kann, wofür soll ich dann noch bezahlt werden? Und wem gehört eigentlich, was dabei herauskommt?

Was gehört wem?
Kein UrheberrechtRein von KI erzeugte Bilder, Filme und Texte
Rechtlich geschütztWas du selbst gestaltest
Widersprechen möglichTraining mit deinen Werken: Widerspruch nur maschinenlesbar
Quelle: UrhG, EU-KI-Verordnung, Stand Oktober 2026
Die Fakten ›
  • ›Rein von KI erzeugte Bilder, Filme und Texte genießen nach heutigem Stand in Deutschland, der EU und den USA keinen Urheberrechtsschutz. Wer nur promptet, hat am Ergebnis kein Urheberrecht. Geschützt bleibt menschliche Gestaltung. Seit dem 2.
  • ›August 2026 gilt in der EU eine Transparenzpflicht: Wer KI-erzeugte Bilder, Videos oder Tonaufnahmen veröffentlicht, die echt wirken, muss das offenlegen.
  • ›Für KI-Texte gilt das, wenn sie die Öffentlichkeit über Themen von allgemeinem Interesse informieren und niemand sie redaktionell verantwortet.
  • ›Ob KI-Anbieter geschützte Werke ohne Zustimmung zum Training nutzen dürfen, ist noch nicht abschließend entschieden: Deutsche Gerichte haben erste Grenzen gezogen, die Grundsatzfrage liegt beim Bundesgerichtshof und beim Europäischen Gerichtshof.
  • ›Wer eigene Arbeiten online zeigt, kann der Nutzung für KI-Training widersprechen, allerdings nur maschinenlesbar, ein Satz im Impressum genügt nicht (§ 44b UrhG).
  • ›Konkret: Ein Fotograf klagt gegen einen Datensatz-Anbieter, weil sein Bild ohne Zustimmung zum Training genutzt wurde, der Bundesgerichtshof hat im September 2026 verhandelt.
  • ›Das Landgericht München hat 2025 entschieden, dass ein KI-Anbieter Urheberrechte verletzt, wenn geschützte Songtexte aus seinem Modell wieder herauskommen, noch nicht rechtskräftig.
  • ›Wer eigene Arbeiten online zeigt, kann der Nutzung für KI-Training widersprechen, allerdings nur maschinenlesbar, ein Satz im Impressum genügt nicht (§ 44b UrhG). Und das Geld?
  • ›Die Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst nimmt seit 2024 KI-Rechte für Fotograf/innen und Designer/innen wahr und arbeitet an einer pauschalen KI-Lizenz, Geld fließt daraus bisher noch nicht.
  • ›140.000 Urheber/innen fordern über die Initiative Urheberrecht im Bundestag, dass Zustimmung die Regel wird und nicht der Widerspruch.
  • ›In den USA hat das Copyright Office klargestellt: Prompts allein reichen nicht für Urheberschaft, der Supreme Court hat das 2026 stehen lassen.
Unsere Haltung ›

Erstens: Das Recht gibt dir einen Vorsprung, den eine Maschine nicht hat. Nur was du selbst gestaltest, ist rechtlich geschützt.

Ein KI-Bild kann jeder haben, deins gehört dir, und nur du kannst es lizenzieren. Zweitens: Wert entsteht nicht im Werk allein, sondern in der Verantwortung dafür.

Ein Kunde zahlt nicht für Pixel, sondern dafür, dass jemand die Idee hatte, die Entscheidung getroffen hat, dafür einsteht und morgen noch erreichbar ist. Das kann ein Modell nicht leisten, und das weiß jeder, der einmal einen Auftrag mit Konsequenzen vergeben hat.

Drittens: Die Branche kämpft gerade um faire Regeln, Verbände wie der BFF und die Initiative Urheberrecht fordern Zustimmung vorher statt Widerspruch hinterher, und die Transparenzpflicht macht sichtbar, was echt ist und was nicht. Für dich heißt das: Deine Arbeit wird nicht wertlos, sie wird kenntlich.

Deshalb lernst du bei uns nicht nur das Werkzeug, sondern auch Urheberrecht, Verträge, Lizenzen und das Nein-Sagen. Wer Gestaltung lernt, lernt auch, seine Arbeit zu schützen und ihren Preis zu nennen.

Zweifel 8

Hält man das überhaupt aus?

Kreativberufe gelten als Traumjobs und sind gleichzeitig berüchtigt: Deadlines, Nachtschichten vor der Abgabe, Kritik am eigenen Werk, die sich anfühlt wie Kritik an der Person, Auftragslöcher, in denen das Konto und das Selbstbewusstsein gleichzeitig leer werden. Burnout, Angst und Depression sind in der Branche kein Randthema. Wer das sagt, hat recht, und wir sagen es hier zuerst.

Die Fakten ›
  • ›Zuerst die Zahl, die dich betrifft, bevor du überhaupt anfängst: Fast jede/r Zweite zwischen 14 und 29 nennt Stress als Belastung, ein Drittel Erschöpfung, ein Drittel Selbstzweifel, jede/r Vierte wünscht sich psychologische Hilfe, nur jede/r Achte bekommt sie. Das ist kein Kreativproblem, das ist deine Generation.
  • ›In der Branche selbst liegen die psychisch bedingten Fehltage in Bildung, Kultur und Medien mit 368 je 100 Versicherte genau im Durchschnitt aller Branchen (366), weit unter dem Gesundheitswesen, allerdings zählt diese Statistik nur Angestellte.
  • ›Die Risiken für Selbstständige sind andere: Von den Freelancer/innen im deutschsprachigen Raum hat jede/r Neunte einen Burnout erlebt, als Hauptursachen nennen sie finanziellen Druck durch unsichere Aufträge, das Pensum und die fehlende Trennung von Arbeit und Privatleben.
  • ›Zugleich sagt mehr als die Hälfte, ihre Gesundheit sei seit der Selbstständigkeit besser geworden.
  • ›In der Illustration sehen nur noch 50 Prozent ihre Aussichten positiv, 84 Prozent empfinden KI als Bedrohung. Und aus der britischen Filmbranche, wo es gemessen wird: 35 Prozent bewerten ihre psychische Gesundheit als schlecht, jede/r Achte arbeitet über 60 Stunden pro Woche. Was nachweislich schützt: Handlungsspielraum.
  • ›Wer selbst gestalten kann, wie er arbeitet, verkraftet Termin- und Leistungsdruck besser, das zeigt der Stressreport der Bundesanstalt für Arbeitsschutz.
  • ›Feste Gruppe, Mentoring, klare Zeiten und ein Netzwerk sind das, was Kreative sich am meisten wünschen.
Unsere Haltung ›

Ein Beruf, der aus dir selbst kommt, trifft dich auch persönlich. Das ist die Kehrseite davon, dass die Arbeit Sinn macht.

Was hilft, ist nicht, härter zu werden, sondern Handwerk und Struktur: Wer kalkulieren kann, hat weniger Existenzangst. Wer Kritik als Teil des Prozesses gelernt hat, in drei Jahren Besprechungen in kleinen Gruppen, nimmt sie später nicht mehr persönlich.

Wer ein Netzwerk hat, steht Auftragslöcher nicht allein durch. Und wer früh lernt, Nein zu sagen und Grenzen zu setzen, brennt seltener aus.

Wenn es jetzt gerade schwer ist ›

Du musst nicht warten, bis du bei uns bist. Nummer gegen Kummer: 116 111, kostenlos, Montag bis Samstag 14 bis 20 Uhr.

TelefonSeelsorge: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222, rund um die Uhr, auch per Chat. Bei akuter Gefahr: Notruf 112.

Psychologische Beratungsstelle für Familie und Jugend Esslingen, Pulverwiesen 11, für junge Menschen bis 21 Jahre, Telefon 0711 3902 42671.

Gut zu wissen

Zweifel sind normal.

Ein Blick in die Zahlen hilft auch hier. 23 Prozent der Azubis in Deutschland haben schon ernsthaft ans Abbrechen gedacht.

Trotzdem würden 87 Prozent denselben Beruf wieder wählen. Von denen, die ein Studium abgebrochen haben, sind zweieinhalb Jahre später 85 Prozent mit ihrem Weg zufrieden, die meisten haben eine Ausbildung oder ein anderes Studium begonnen.

Zweifel und Zufriedenheit schließen sich nicht aus, sie gehören zusammen. Und für 91 Prozent der Schüler/innen sind die Eltern die wichtigsten Begleiter bei der Berufswahl.

Deshalb ist diese Seite auch für euch geschrieben. Das hilfreichste Mittel gegen Zweifel ist laut Azubis übrigens kein Text, sondern ein Praktikum.

Deshalb: Komm vorbei, schau zu, mach mit.

Zweifel und Zufriedenheit
Azubis, die ans Abbrechen gedacht haben
Studienabbrecher/innen, später zufrieden
Azubis, die den Beruf wieder wählen würden
Quelle: Bertelsmann Stiftung 2026, DZHW 2018
Ehrlich gesagt

Für wen das nichts ist.

Wenn du vor allem einen akademischen Titel willst, bist du an einer Hochschule besser aufgehoben. Wenn du Gestaltung in erster Linie als Theorie und Diskurs betreiben willst, auch.

Wenn du ein festes Gehalt ab Tag eins brauchst und dich Selbstständigkeit nie reizen wird, prüfe die Branche kritisch, nicht nur uns. Und wenn du glaubst, mit KI brauche es keine drei Jahre Lernen mehr: Dann bist du genau die Person, die eine Maschine am leichtesten ersetzt.

Wir sagen dir das lieber jetzt als in einem Jahr.

Kontakt

Reden wir.

Zahlen beruhigen, aber sie entscheiden nicht. Wenn du nach dem Lesen immer noch zweifelst, ist das kein schlechtes Zeichen, sondern ein Grund für ein Gespräch. Komm zum Infotag, schau dir die Studios an, sprich mit Dozent/innen und Studierenden. Oder ruf einfach an. Wir sagen dir auch, wenn wir glauben, dass ein anderer Weg besser zu dir passt. Das ist uns lieber als drei verlorene Jahre.

Infotag

Sei am Mittwoch dabei.
Bring Eltern oder Freunde mit.

Ein halber Nachmittag, der dir drei Jahre Klarheit bringen kann. Kostenlos, unverbindlich, ehrlich.

  • Rundgang durch Studios, Schnitträume und Tonstudio
  • Echte Absolventenfilme sehen
  • 1:1-Beratung zu Bewerbung & BAföG
  • Studierende direkt fragen
  • Kaffee, kein Sales-Pitch
  • Auch online möglich

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100 % kostenlos · keine Verpflichtung · jederzeit absagbar