Abschrift des Video-Interviews, sprachlich geglättet. Die Fragen sind im Video nicht zu hören und hier aus dem Zusammenhang ergänzt.
Wer bist du?
Ich bin Nathan Haezeleer, ich bin hier Dozent an der Lazi Akademie und in meinem restlichen Leben Freiberufler: Ich bin Kameramann und Filmemacher. Das verbindet zwei Welten, die mir sehr viel Spaß machen.
Was unterrichtest du?
Ich betreue das zweite Semester und mache die Kurse TM und CP. Das sind zwei Fächer: Technologie Medien und Content Production. Technologie Medien bildet die technische Grundlagenausbildung, die auf dem ersten Semester aufbaut. Da geht es noch einmal um technische Grundlagen zu Kameratechnik, Objektiven, Lichttechnik und ein bisschen Ton, wobei wir dafür auch noch separate Kurse haben. Wir bilden also dieses technische Grundfundament aus, und in Content Production setzen wir das dann um. Ich achte darauf, dass wir alles, was wir im technischen Bereich lernen, auch im praktischen Teil umsetzen. Wir haben Workshops, Lichtworkshops, Kameraworkshops und viele Projekte, die die Studierenden dazu befähigen, eigene Ideen umzusetzen und zu schauen: Worauf habe ich Lust, was würde ich gerne mit den technischen Mitteln umsetzen, die mir zur Verfügung stehen?
Wie sieht die praktische Arbeit aus?
Es gibt viele kleine Übungen, und die führen immer wieder zu größeren Produktionen, die im Rahmen von Praxistagen oder zum Beispiel von freien Projekten entstehen. Bei mir sind es eher viele kleinere Übungen, weil es darum geht: Jetzt probieren wir mal Licht aus, jetzt probieren wir verschiedene Perspektiven und Kamerawinkel aus. Das ist wie eine Toolbox, die man sich aus verschiedenen Werkzeugen zusammenstellt. Die werden dann zu einem großen Ganzen zusammengefügt, um damit eine größere Produktion zu machen, zum Beispiel ein freies Projekt oder eine Zwischenprüfung, die deutlich aufwendiger ist.
Mit welchen Voraussetzungen kommen die Studierenden zu dir?
Manche haben noch nie eine Kamera in der Hand gehabt. Sie kommen mit ganz unterschiedlichen Erfahrungen zu mir. Aus dem ersten Semester bringen sie natürlich schon technische Grundlagen mit, aber jede Person hat noch einmal einen eigenen Background: Manche haben vielleicht schon selbst fotografiert, machen es hobbymäßig oder sind schon freiberuflich tätig. Das ist ein ganz breites Spektrum an Menschen, die Lust haben, zu filmen und Filme zu machen, aber ganz unterschiedliche technische und kreative Hintergründe haben.
Wie bist du zur Lazi Akademie gekommen?
Ich wurde über LinkedIn angeschrieben, von dir. Du hattest mich gefragt: „Hast du Lust, bei uns zu dozieren?“ Ich habe gesagt: „Klar, why not?“ Dann ging es eigentlich auch schon direkt los. Das hat mich echt verwundert, weil ich über LinkedIn sonst nie groß Jobs akquiriert habe. Total gut eigentlich, ich bin happy.
Was reizt dich am Unterrichten?
Ich habe gemerkt, dass es mir total Spaß macht, mit Menschen zusammenzuarbeiten, die Lust haben, kreativ Filme zu machen, und ihnen von meinen Erfahrungen, von den technischen Grundlagen und von kreativen Ansätzen zu erzählen, wie man Filme machen kann. Das ist es, was mich daran reizt.
Was ist besonders an der Lazi Akademie?
Besonders an der Lazi ist, dass hier so viele unterschiedliche Menschen am Start sind, mit ganz vielen unterschiedlichen Backgrounds. Auch vom Alter her ist es eine breite Range. Das macht die Lazi so besonders: dass wir ganz viele unterschiedliche Menschen sind. Und diese Vielfalt zeigt sich wieder in den Projekten, die umgesetzt werden.
Wie ist die Atmosphäre?
Die Atmosphäre ist total kreativ und entspannt. In der Kreativbranche tummeln sich ja viele entspannte Leute. Es passt auch auf menschlicher Ebene sehr gut, mit anderen zusammenzuarbeiten. In unserer Branche geht es vor allem um Zusammenarbeit, wir arbeiten mit Menschen zusammen. Deswegen ist es wichtig, dass Dinge wie Empathie, Zusammenhalt, gute und reflektierte Kommunikation gut funktionieren. Die meisten, ich würde sagen 99 Prozent der Leute, die hier sind, bringen das mit. Deswegen ist es ein tolles Miteinander, und das macht die Lazi besonders.
Wo wird gedreht?
Man hat schon viele Filmsets hier an der Akademie selbst, drinnen wie draußen. Man kann sich in den Gruppen, die da arbeiten, verteilen und die unterschiedlichsten Filmsets gestalten und ausprobieren. Man muss nicht erst irgendwo hinfahren oder groß Location-Scouting machen. Klar, das kann man auch machen. Aber der Vorteil ist, dass man das hier im kleinen Rahmen relativ niederschwellig machen und direkt loslegen kann.
Wie ist der Campus?
Der Campus ist weitläufig, würde ich sagen, mit den unterschiedlichsten Möglichkeiten, darauf zu interagieren. Es gibt verschiedene Ecken, in denen sich Leute treffen, klar, zum Beispiel die Raucherecke. Man kann Tischtennis spielen oder draußen in der Sonne auf einer Lounge chillen. Im Innenbereich gibt es viele Möglichkeiten, sich zu unterhalten und zu Mittag zu essen. Und rund um das Lazi-Gelände gibt es auch noch viele Möglichkeiten, einfach mal einen längeren Spaziergang zu machen. Das ist total angenehm und entspannt, auch für die Atmosphäre.
Wie läuft ein Semester bei dir ab?
Am Anfang haben wir erst einmal eine Einführung, in der es darum geht, was in den einzelnen Unterrichtsfächern passiert und wo die Schwerpunkte liegen. Dann geht es schon in die thematischen Untereinheiten. Es gibt einen Lehrplan, der abgearbeitet wird, der aber auch flexibel ist. Die Studierenden können sich da auch einbringen. Ich sage immer: Wenn es Themen gibt, an denen ihr besonders Interesse habt, dann können wir schauen, dass wir dazu eine separate Unterrichtseinheit machen. So tauschen wir uns flexibel aus, je nachdem, wo die Schwerpunkte bei den Studierenden liegen.
Welche Projekte sind dir in Erinnerung geblieben?
Es gibt immer wieder Herzensprojekte, also Projekte, bei denen man merkt, da steckt sehr viel Herzblut drin. Gerade im zweiten Semester würde ich es nicht daran festmachen, dass es ein großes Projekt gibt, das total heraussticht. Es sind vielmehr viele kleine besondere Projekte, die entweder besonders kreativ geworden sind oder bei denen man merkt, dass besonderes Augenmerk auf eine bestimmte Technik gelegt wurde. Deswegen gibt es viele besondere Projekte, die mir in Erinnerung geblieben sind und über die ich mit den Studierenden gern noch spreche. Sie sind ja weiterhin hier am Campus, man bleibt im Austausch, und es ist schön zu sehen, wie sich die Leute weiterentwickeln.
Wer passt an die Lazi Akademie?
Eine typische Person, die hier ihre Ausbildung macht, gibt es gar nicht. Das kann jeder und jede sein. Eigenschaften, die man mitbringt, sind definitiv Kreativität, würde ich sagen, und Lust, mit Menschen zusammenzuarbeiten. Wobei es auch viele introvertierte Menschen gibt, die Lust haben, Filme zu machen. Die müssen nicht extrovertiert sein und sagen: „Hier bin ich.“ Es gibt ganz viele unterschiedliche Menschen, und das ist das Tolle: dass es hier so viele verschiedene Menschen gibt.
Wie entwickeln sich die Studierenden?
Am Anfang hat eine Person, die zum Beispiel noch nie eine Kamera in der Hand hatte, vielleicht noch ein bisschen Berührungsängste: „Ich weiß nicht, wie funktioniert das mit dem Licht, wie funktioniert das mit den Kameraeinstellungen?“ Durch den Unterricht geht diese Berührungsangst Stück für Stück verloren, und dann ist ein gewisses Selbstbewusstsein da: „Ich kann das. Wir haben ein Skript, ein Drehbuch, wir wissen, was wir drehen wollen, wir haben eine Idee im Kopf, und die setzen wir um.“ Es ist schön zu sehen, wie diese Entwicklung Stück für Stück passiert und dann vielleicht ein ganz eigenes Projekt entsteht, das die Leute umsetzen.
Gleichzeitig gibt es natürlich auch Menschen, die sehr viel Vorerfahrung mitbringen, nur so vor Ideen sprudeln und die auf die Speicherkarte oder auf den Bildschirm bringen wollen. Die brauchen dann einfach mehr Zeit, um sich in den verschiedensten Projekten auszuleben und auszuprobieren und so ihren eigenen Stil zu finden. Auch das ist schön zu sehen: dass diese Entwicklung ein bisschen zackenartig verläuft. Mal probiert man in die eine Richtung etwas aus, dann in die andere, mal etwas Humoristisches, dann wieder etwas Ernstes. Ich begleite die Leute dabei, wie sie ihren Weg finden, denn das machen sie alles selbst. Ich bin nur derjenige, der sie ein bisschen in eine Richtung schubsen und technisch und kreativ unterstützen kann. Die Ideen haben die Leute natürlich alle selbst.
Auf welches Projekt bist du besonders stolz?
Es gibt nicht dieses eine Projekt, bei dem ich sagen würde: Darauf bin ich total stolz. Ich freue mich, wenn die Studierenden stolz auf ihre eigenen Arbeiten sind und sagen können: „Guck mal, das habe ich gemacht.“ Ich hatte letztens ein Gespräch mit einem Studierenden: „Das hat mir total Spaß gemacht, schau dir das noch mal an.“ Wenn Leute auch auf ihre Arbeiten von vor zwei Semestern noch stolz sind und sagen können: „Guck mal, das hat total Spaß gemacht. Heute würde ich es vielleicht anders machen, aber natürlich habe ich etwas dazugelernt“, dann ist das schön, und das macht Spaß.
Was kann man nach der Ausbildung machen?
Wo zieht es mich hin? Zieht es mich ins Ausland? Möchte ich mit den Skills, die ich erworben habe, irgendwo noch einmal ganz neu anfangen? Die Türen stehen einem dann offen, und das ist schön. Ich glaube, wenn man hier fertig ist, stehen einem viele Türen offen. Man hat die Möglichkeit, sich selbstständig zu machen, freiberuflich zu arbeiten, in eine Agentur zu gehen oder vielleicht noch etwas ganz anderes zu machen, weil man gemerkt hat, dass Medien vielleicht doch nicht so das Eigene sind. Diese vielen Möglichkeiten öffnen einem später die Türen in viele verschiedene Richtungen. Und das Gute ist, dass man sich nicht festlegen muss. Man kann zum Beispiel erst in einer Agentur arbeiten, noch mehr Erfahrungen in Industrie, Werbung oder was auch immer sammeln und sich danach freiberuflich machen. Man kann es auch andersherum machen und so seinen eigenen Weg finden. Ich glaube, das ist eine tolle Möglichkeit, gleichzeitig natürlich auch viel Verantwortung für das eigene Leben. Aber im Prinzip ist es genau das, was einen persönlich voranbringt, würde ich sagen.
Warum würdest du die Lazi Akademie empfehlen?
Ich würde die Akademie empfehlen, weil sie ein Möglichmacher ist, für ganz viele Wege in der Zukunft, die man jetzt vielleicht noch gar nicht kennt. Ich habe danach die verschiedensten Möglichkeiten: Ich kann in einer Agentur arbeiten, mich selbstständig machen, freiberuflich arbeiten. Ich kann in den unterschiedlichsten Bereichen arbeiten, die ich jetzt vielleicht noch gar nicht absehen kann, auch mit dem, was technisch alles noch passiert, mit AI und allem. Während der Ausbildung erwerbe ich ein großes Spektrum, eine große Bandbreite an Möglichkeiten und Fähigkeiten, sodass ich danach gut gewappnet bin, um die Entscheidung zu treffen: Wo möchte ich hin?
Warum lohnt sich der Infotag?
Ich glaube, das Wichtige an so einem Infotag ist, dass man wirklich hingeht und die Menschen, die Akademie und die Räumlichkeiten kennenlernt und sieht: Passt das zu mir? Ist das etwas, wo ich mich sehe? Dazu muss man vor Ort sein, sich das anschauen, die Leute anschauen, ein bisschen interagieren und mit den Menschen quatschen. Dann bekommt man relativ schnell ein Gespür dafür, ob das etwas für einen ist. Und das bekommt man nur vor Ort, live und in Farbe. Man kann die Menschen auch fragen: „Was ist denn anstrengend? Was nervt dich vielleicht?“ Dann bekommt man ein Feedback und kann für sich entscheiden, ob es passt.
Warum lohnt sich die Werkschau?
Bei der Werkschau ist es ähnlich, würde ich sagen. Da hat man die echten Menschen, die echte Projekte gemacht haben, und sieht: Was ist da passiert? Worauf haben sie hingearbeitet? Was sind das für Arbeiten, die da gezeigt werden? Man kann auch im direkten Austausch mit den Studierenden darüber sprechen, was zum Beispiel anstrengend war oder was die Herausforderungen waren. Denn gute Gründe gibt es immer viele, aber für mich ist meistens wichtig, was auf der anderen Seite steht und wie schwer es wiegt. Wenn ich dann sage: „Das ist total fein für mich, ich will das auch haben“, dann passt es. Und das bekomme ich nur, wenn ich mit echten Menschen in Kontakt gehe.
Was macht die Lazi Akademie aus?
Die Lazi macht besonders, dass hier ganz viele unterschiedliche kreative Menschen zusammenkommen, die Lust haben, Medien zu machen.
Die Lazi Akademie in drei Worten?
Kreativ, bunt, sonnig.
