Creative Commons (CC) ist ein 2001 in den USA gegründetes Lizenzsystem, das Urhebern ermöglicht, standardisierte Nutzungserlaubnisse für ihre Werke zu erteilen – von vollständiger Offenheit (CC0) bis zu stark eingeschränkter Nutzung (CC BY-NC-ND).

Rubrik: Recht & Wirtschaft · Unterrubrik: Urheberrecht · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: CC-Lizenzen, Open-Content-Lizenzen, Freie Lizenzen

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar. Im Einzelfall sollte eine Rechtsanwältin oder ein Rechtsanwalt konsultiert werden.

Was ist Creative Commons?

Creative Commons ist sowohl eine gemeinnützige Organisation als auch ein Lizenzsystem. Die Organisation wurde 2001 von dem US-amerikanischen Rechtsprofessor Lawrence Lessig zusammen mit anderen Juristen und Aktivisten gegründet, um eine einfachere, rechtssichere Alternative zum starren „Alle Rechte vorbehalten"-System zu schaffen.

Die Creative-Commons-Lizenzen sind maschinenlesbar, weltweit anerkannt und in über 50 Sprachen erhältlich. Sie ermöglichen es Urhebern, bestimmte Nutzungen ihres Werks vorab zu erlauben, ohne in jedem Einzelfall Verträge aushandeln zu müssen. Das hat die Verbreitung freier Inhalte im Internet fundamental verändert: Wikipedia, Flickr, SoundCloud und viele andere Plattformen setzen auf CC-Lizenzen.


Erklärung

Die vier Lizenzbausteine

Alle Creative-Commons-Lizenzen (außer CC0) basieren auf einer Kombination von vier Bausteinen:

KürzelNameBedeutung
BYAttribution / NamensnennungUrheber muss genannt werden
NCNon-Commercial / Nicht-kommerziellNur für nicht-kommerzielle Zwecke
NDNo Derivatives / Keine BearbeitungenDas Werk darf nicht verändert werden
SAShare Alike / Weitergabe unter gleichen BedingungenBearbeitungen müssen unter gleicher Lizenz veröffentlicht werden

Die 6 Lizenztypen plus CC0

CC0 – Kein Urheberrechtsschutz / Public Domain Dedication Der Urheber verzichtet auf alle Rechte. Das Werk ist gemeinfrei nutzbar – ohne Namensnennung, für alle Zwecke, kommerziell und privat, veränderbar. Geeignet für: Wer maximale Verbreitung ohne jede Einschränkung möchte.

CC BY – Namensnennung Freie Nutzung, Verbreitung, Bearbeitung – auch kommerziell – unter Bedingung der Urhebernennung. Geeignet für: Kreative, die maximale Verbreitung wünschen und nur auf Anerkennung bestehen.

CC BY-SA – Namensnennung und Weitergabe unter gleichen Bedingungen Wie CC BY, aber Bearbeitungen müssen unter derselben Lizenz veröffentlicht werden (Copyleft-Prinzip). Geeignet für: Wikipedia, akademische Inhalte – Wissen soll offen bleiben.

CC BY-NC – Namensnennung und nicht-kommerziell Nutzung und Bearbeitung erlaubt, aber nur für nicht-kommerzielle Zwecke. Urhebernennung Pflicht. Geeignet für: Urheber, die kommerzielle Nutzung selbst kontrollieren möchten.

CC BY-NC-SA – Namensnennung, nicht-kommerziell, Weitergabe unter gleichen Bedingungen Kombination aus NC und SA: nicht-kommerziell + gleiche Lizenzbedingungen für Bearbeitungen. Geeignet für: Pädagogische und wissenschaftliche Materialien.

CC BY-ND – Namensnennung, keine Bearbeitungen Verbreitung (auch kommerziell) erlaubt, aber keine Veränderungen des Werks. Geeignet für: Pressemitteilungen, Fotos, bei denen Integrität wichtig ist.

CC BY-NC-ND – Namensnennung, nicht-kommerziell, keine Bearbeitungen Die restriktivste CC-Lizenz: nur private, unveränderte Nutzung mit Nennung des Urhebers. Geeignet für: Urheber, die ihr Werk kontrollieren, aber verbreitet sehen möchten.

Was bedeutet „kommerziell"?

Die Abgrenzung von „kommerziell" ist in der Praxis oft unklar. Creative Commons definiert „kommerziell" als „primär auf einen kommerziellen Vorteil oder eine geldwerte Vergütung ausgerichtet". Ein Blog mit Werbebannern kann als kommerziell gelten. Eine gemeinnützige Organisation ist nicht automatisch „nicht-kommerziell". Im Zweifel sollte immer beim Rechteinhaber nachgefragt werden.


Beispiele

  1. Wikipedia: Alle Texte auf Wikipedia stehen unter CC BY-SA. Wer sie nutzt, muss die Autoren nennen und eigene Werke, die Wikipedia-Texte enthalten, unter derselben Lizenz veröffentlichen.
  2. Flickr und CC-Fotos: Viele Fotografen auf Flickr veröffentlichen ihre Bilder unter CC-Lizenzen. Für ein Schulprojekt ohne Werbefinanzierung dürfen CC BY-NC-Bilder kostenfrei genutzt werden – mit Urhebernennung.
  3. Freie Musik (Jamendo, ccMixter): Musiker bieten Songs unter CC BY oder CC BY-NC an. Werbeproduzenten dürfen CC BY-Musik für kommerzielle Videos nutzen, CC BY-NC nur für nicht-kommerzielle Inhalte.
  4. Hochschullehre: Eine Professorin veröffentlicht ihre Lehrfolien unter CC BY, damit Studierende und andere Lehrende sie frei weiterverwenden können – auch verändert und kommerziell.
  5. Pressefoto mit CC BY-ND: Ein Nachrichtenportal veröffentlicht Fotos unter CC BY-ND. Andere Medien dürfen sie abdrucken, solange sie die Quelle nennen und das Bild nicht zuschneiden oder anderweitig verändern.

In der Praxis

Bilder richtig attribuieren: Wer ein CC-lizenziertes Bild nutzt, muss laut Creative-Commons-Standard (TASL) folgende Informationen angeben:

  • Title – Titel des Werks
  • Author – Name des Urhebers
  • Source – Link zur Originalquelle
  • License – Angabe der Lizenz mit Link

Beispiel: „Sonnenuntergang am Meer" von Mia Müller (CC BY 2.0), Quelle: flickr.com/...

Wichtige Plattformen mit CC-Inhalten:

  • Bilder: Wikimedia Commons, Flickr (CC-gefiltert), Openverse (WordPress)
  • Musik: Free Music Archive, ccMixter, Jamendo
  • Videos: Vimeo (CC-Filter), Internet Archive

Lizenz-Versionen: CC-Lizenzen existieren in verschiedenen Versionen (1.0 bis 4.0). Version 4.0 ist die aktuell empfohlene; sie gilt weltweit ohne nationale Anpassungen.


Vergleich & Abgrenzung

LizenzKommerziellBearbeitungGleiche LizenzNamensnennung
CC0JaJaNeinNein
CC BYJaJaNeinJa
CC BY-SAJaJaJaJa
CC BY-NCNeinJaNeinJa
CC BY-NC-SANeinJaJaJa
CC BY-NDJaNeinJa
CC BY-NC-NDNeinNeinJa

CC vs. Royalty Free: Royalty-Free-Stockfotos sind nicht dasselbe wie CC-lizenzierte Fotos. RF-Fotos müssen gekauft werden; CC-Lizenzen sind kostenlos, können aber andere Einschränkungen haben.


Häufige Fragen (FAQ)

Kann ich eine CC-Lizenz widerrufen? CC-Lizenzen sind grundsätzlich unwiderruflich. Wer ein Werk einmal unter einer CC-Lizenz veröffentlicht hat, kann diese Lizenz nicht nachträglich für bereits verbreitete Kopien zurückziehen. Das Werk kann unter anderen Bedingungen erneut angeboten werden, aber bestehende Lizenzen bleiben gültig.

Darf ich ein CC-lizenziertes Bild in meinem kommerziellen YouTube-Video verwenden? Das hängt von der Lizenz ab. Ein CC BY-Bild darf in einem kommerziellen Video verwendet werden (mit Quellenangabe). Ein CC BY-NC-Bild hingegen nicht, wenn das Video Werbeeinnahmen generiert oder verkauft wird. Bei Unsicherheit: direkt beim Rechteinhaber anfragen.

Was passiert, wenn ich die CC-Lizenzbedingungen verletze? Wenn die Lizenzbedingungen nicht eingehalten werden (z.B. keine Urhebernennung bei CC BY), erlischt automatisch das Nutzungsrecht. Das Werk wird dann ohne Lizenz genutzt – was eine Urheberrechtsverletzung darstellen kann.


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Weiterführend

  • Creative Commons: creativecommons.org (englisch) und creativecommons.org/licenses
  • Creative Commons Deutschland: de.creativecommons.net
  • Lessig, Lawrence: Free Culture – How Big Media Uses Technology and the Law to Lock Down Culture, 2004, Penguin Press
  • Wikimedia Commons: commons.wikimedia.org (größte Datenbank CC-lizenzierter Inhalte)
  • Open Content Initiative: opencontentalliance.org
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