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Metallic-Papier ist eine Papier- oder Kartonsorte mit hochglänzender, metallisch schimmernder Oberfläche – erzielt durch Bedampfung, Folienbeschichtung oder spezielle Pigmentstreichmassen.

Rubrik: Drucktechnik & Printproduktion · Unterrubrik: Papier & Materialien · Niveau: Fortgeschritten Synonyme / Auch bekannt als: Spiegelpapier, Chromopapier, Folienpapier, Chromolux (Markenname), Metallickarton


Was ist Metallic-Papier?

Metallic-Papier vereint die Verarbeitbarkeit von Papier mit der visuellen Anmutung von Metallfolie. Der Effekt entsteht durch verschiedene Technologien: Bei bedampften Papieren wird eine Aluminiumbeschichtung im Vakuum aufgetragen. Bei Folienpapieren wird eine Kunststofffolie mit Klebstoff auf den Papierträger kaschiert. Bei Pigmentgestrichenen Varianten erreicht man metallähnliche Effekte durch spezielle Glimmer- oder Aluminiumpigmente in der Streichmasse.

Chromolux ist der bekannteste Markenname für hochglänzenden Metallickarton von Zanders (heute Sappi). Der Name hat sich als Gattungsbegriff durchgesetzt, ähnlich wie Tempo für Papiertaschentücher. Chromolux-Karton hat eine silbrige, spiegelartige Vorderseite und eine graue, matte Rückseite (typisch für Chromoersatzkarton).


Eigenschaften & Spezifikationen

Oberflächenglanz: Sehr hoch, spiegelartig. Gemessen in Gloss-Einheiten (GU) erreichen Metallicpapiere 80–95 GU (verglichen mit 10–30 GU bei mattem Papier).

Typische Grammaturen:

  • 80–120 g/m² – Metallic-Druckpapier für Etiketten
  • 200–250 g/m² – Metallickarton für Faltschachteln
  • 300–350 g/m² – Chromolux-Karton für Verpackungen und Premiumkarten

Farbvarianten: Silber (häufigste), Gold, Kupfer, Bronze, Hologramm-Effekte

Hersteller und Produkte:

  • Sappi (Chromolux – ehemals Zanders) – Benchmark für Metallickarton
  • Gmund Gold, Gmund Metallic – Münchner Manufaktur, breite Farbpalette
  • Invercote (Iggesund) – nicht rein metallic, aber folienlaminierbar
  • Mirri Group (Mirror Metallics) – breites Metallic-Sortiment
  • Arjowiggins (Conqueror Metallic) – für Premiumdrucksachen

Bedruckbarkeit: Eingeschränkt. Metallic-Papiere sind schwieriger zu bedrucken als normale Papiere – Farbe haftet schlechter auf glatten, nicht-saugenden Oberflächen.


Einsatzgebiete

  1. Verpackungen und Faltschachteln: Parfüm-, Kosmetik- und Süßwarenverpackungen nutzen Metallickarton intensiv für visuelle Premiumanmutung.
  2. Weinetiketten und Produktetiketten: Metallic-Selbstklebepapiere und -folien sind der Standard für Premiumetiketten.
  3. Einladungskarten und Hochzeitsdrucksachen: Goldene und silberne Metallicpapiere sind klassische Wahl für festliche Karten.
  4. CD/DVD-Cover und Musikverpackungen: Metallic-Karton verleiht physischen Tonträgern ein edles Erscheinungsbild.
  5. POS-Displays und Verkaufsförderung: Glänzende Standaufsteller und Produktdisplays aus Metallickarton stechen im Regal hervor.

Drucktechnische Besonderheiten

Offsetdruck: Metallic-Papier erfordert UV-Druckfarben oder spezielle haftvermittelnde Primer. Konventionelle Offsetfarben haften auf der glatten, nicht-saugenden Oberfläche schlecht und können abblättern oder verschmieren. UV-Offset ist daher die bevorzugte Drucktechnologie.

Digitaldruck: Manche Metallic-Papiere sind für den Digitaldruck (HP Indigo, Xerox iGen) zugelassen – jedoch nur mit speziellen Papiertypen. Herstellerangaben sorgfältig prüfen.

Siebdruck: Gut geeignet, da UV-Farben auf glatten Oberflächen gut haften.

Folienprägung und Heißfolienprägung: Besonders reizvoll auf Metallic-Karton – Gold auf Silber oder umgekehrt schafft spektakuläre Kontrast-Effekte.

Lackveredlung: UV-Spot-Lack auf Metallic-Papier erzeugt eindrucksvolle Matt-Glanz-Kontraste.

Haftungsproblem: Metallic-Oberflächen sind anfällig für Fingerabdrücke und Kratzer. Für Verpackungen werden häufig Schutzlacke oder Mattlaminierungen eingesetzt.


In der Praxis

Metallic-Papiere sind über Fachpapiergroßhändler (Antalis, Papyrus, Igepa) erhältlich. Kleinmengen für Grafikstudios und Fotografen: über Gmund-Online-Shop, Modulor oder Papier-Tonino.

Preisrahmen: Metallic-Druckpapier 120 g/m² kostet 3–8 € pro kg, Chromolux-Karton 250 g/m² rund 5–12 € pro kg. Spezielle Hologramm- oder gebürsten-Metallicoberflächen sind deutlich teurer.

Muster: Gmund bietet einen hervorragenden Musterfächer ("Gmund Metals") mit allen Metallic-Varianten an – für Gestalter unverzichtbar.

Wichtig: Immer Proof auf dem konkreten Metallic-Papier anfertigen – Farbwiedergabe und Tonwerte weichen erheblich von normalem Papier ab.


Vergleich & Abgrenzung

MerkmalMetallic-PapierFolienlaminierungHeißfolienprägung
EffektGanzflächig metallicGanzflächige Folie auf PapierPartielle Metallicflächen
KostenMittelMittelHöher
FlexibilitätPapierformatFolienformatBeliebige Formen
DruckbarkeitEingeschränktGut (nach Laminierung)Kombinierbar
HaptikPapierGlatte FolieErhaben

Häufige Fragen (FAQ)

Kann ich Metallic-Papier im Heimdrucker bedrucken? In der Regel nein – Heimdrucker sind nicht für Metallic-Papiere ausgelegt. Die Farbe oder der Toner haftet kaum auf der glatten, nicht-absorbierenden Oberfläche. Für Heimanwender gibt es spezielle Metallic-Fotopapiere für Tintenstrahldrucker (z. B. von Epson oder Hahnemühle), die anders beschichtet sind.

Was ist der Unterschied zwischen Metallic-Papier und folienkaschiertem Papier? Metallic-Papier hat die metallische Oberfläche als integralen Bestandteil (bedampft oder pigmentgestrichen). Folienlaminierung wird nachträglich auf bereits bedrucktes Papier aufgebracht. Metallic-Papier wird zuerst hergestellt und dann bedruckt; folienlaminiertes Papier wird erst bedruckt und dann veredelt.


Verwandte Einträge


Weiterführend

  • Gmund Papier (2023): Gmund Metals – Farbkarte und Anwendungsguide. Gmund, Bayern.
  • Mirri Group (2022): Mirror Metallics Product Guide. Mirri, UK.
  • Online: Sappi – Chromolux-Sortiment und technische Spezifikationen –
  • Online: Gmund Online-Shop mit Metallicfächern –
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