DIN B-Formate sind Papierformate nach ISO 216, die zwischen den A-Formaten liegen – ihre Seiten sind das geometrische Mittel der entsprechenden A-Formate, also √(A(n) × A(n+1)).
Rubrik: Drucktechnik & Printproduktion · Unterrubrik: Papier & Materialien · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: ISO-B-Format, B-Reihe, DIN B, Plakatformat B-Reihe
Was sind DIN B-Formate?
Die B-Reihe wurde als Ergänzung zur A-Reihe entwickelt, um Größen abzudecken, die zwischen den A-Formaten liegen. Während A4 (210 × 297 mm) und A3 (297 × 420 mm) eine verdoppelte Fläche haben, liegt B4 (250 × 353 mm) exakt zwischen diesen Größen.
Das Grundprinzip: B(n) = geometrisches Mittel aus A(n) und A(n-1). Das bedeutet: B1 liegt zwischen A1 und A0, B4 zwischen A4 und A3 und so weiter. Auch die B-Formate behalten das Seitenverhältnis 1:√2 bei.
In der Praxis sind B-Formate weniger allgegenwärtig als A-Formate, haben aber klare Nischen: Plakate, bestimmte Buchformate und Druckereiüberformate.
Eigenschaften & Spezifikationen
Vollständige B-Format-Tabelle:
| Format | Breite (mm) | Höhe (mm) | Fläche (cm²) | Typische Anwendung |
|---|---|---|---|---|
| B0 | 1000 | 1414 | 14.140 | XXL-Plakatdruck, Messebanner |
| B1 | 707 | 1000 | 7.070 | Plakatwand (ein Plakat), Großposter |
| B2 | 500 | 707 | 3.535 | Halbes Plakat, Türposter |
| B3 | 353 | 500 | 1.765 | Schulposter, Zeitschriften-Poster |
| B4 | 250 | 353 | 882 | Zeitschriften, bestimmte Notizhefte |
| B5 | 176 | 250 | 440 | Bücher, Hefte, Schulbücher (Standardformat) |
| B6 | 125 | 176 | 220 | Taschenbuchformat, Notizbücher |
| B7 | 88 | 125 | 110 | Passbilder-Heft, kleinere Hefte |
| B8 | 62 | 88 | 55 | Spielkarten, Passbilder |
| B9 | 44 | 62 | 27 | Kleinstformate, Stempel |
Passbilder: Passbildgröße 35 × 45 mm (genormt für deutsche Personalausweise) liegt nicht exakt im B-System, ist aber vom B-Format-Gedanken beeinflusst. Das Passbildformat ist durch Passbild-Normen (ICAO) separat geregelt.
Einsatzgebiete
- Plakate im Außenwerbungsbereich: B1 (707 × 1000 mm) ist das Standardformat für einseitige Plakatwände (Litfaßsäulen, Fahrgastunterstände, einfache Großflächen). Für Doppelformate: 2× B1.
- Bücher und Schulbücher: B5 (176 × 250 mm) ist ein gängiges Buchformat für Lehrbücher, Fachbücher und Schulatlanten – größer als Taschenbuch, kleiner als A4.
- Schulposter und Lernmaterialien: B2 und B3 sind praktische Postergrößen für Klassenzimmer und Ausstellungen.
- Zeitschriften und Magazine: B4 und B5 sind beliebte Heftformate in der europäischen Zeitschriftenindustrie.
- Messebanner und Rollups: Großformate bis B0 für Messeauftritte und Eventmarketing.
Drucktechnische Besonderheiten
Druckmaschinen-Kompatibilität: Die meisten Bogenoffsetmaschinen sind für das Bogennennformat B1 (707 × 1000 mm) ausgelegt – das ist der internationale Standard für große Druckmaschinen (Heidelberg XL106, Koenig & Bauer Rapida 106). Klasse "Sogenannter B1-Drucker" bedeutet nicht exaktes DIN B1, sondern eine Maschinenklasse, die Bogenformate rund um 700 × 1000 mm verarbeitet.
Plakattechnik: Plakate werden häufig auf gestrichenem Papier (115–150 g/m²) oder Plakatpapier (80–90 g/m²) gedruckt. Nassverklebung erfordert einseitig gestrichenes Papier, das auf der Rückseite Feuchtigkeit aufnehmen kann.
Großformatdruck: B0 und darüber hinaus werden im Großformatdruck (Inkjet-Plotter) produziert – auf Papier, PVC-Plane oder Textilbanner. Hier spielt das B-Format eine untergeordnete Rolle gegenüber Rollenbreiten.
Falzen und Beschnitt: B-Formate erfordern in der Druckvorstufe die gleichen Grundsätze wie A-Formate: 3 mm Beschnittzugabe (Bleed) auf allen Seiten randabfallender Drucke.
In der Praxis
B5 für Bücher: Ein 176 × 250 mm Buch im B5-Format passt gut in Regale, bietet mehr Platz für Abbildungen als A5 und wirkt wertiger als Standard-A4. Viele Sachbuch-Verlage nutzen B5 oder annähernde Sonderformate.
B1 für Plakate: Der klassische Plakatdruck für Kulturveranstaltungen, Konzerte, Filmstarts etc. geht in B1 zur Druckerei. Preise für einen B1-Plakatsatz (100 Stück, 4/0 farbig, 135 g/m²) liegen je nach Druckerei bei 80–200 €.
Unterschied B-Format / Druckmaschine B1: Eine "B1-Druckmaschine" bezeichnet eine Maschinenklasse, keine exakte Formatgröße. Heidelberg Speedmaster XL 106 druckt z. B. Formate bis 750 × 1050 mm – überschreitet also leicht das Nennformat B1, um SRA3 und andere Überbogenformate zu verarbeiten.
Vergleich & Abgrenzung
| Format | Beziehung zu A-Formaten | Anwendungsfokus |
|---|---|---|
| B1 (707 × 1000 mm) | Zwischen A1 und A0 | Plakate, Druckmaschinen |
| A1 (594 × 841 mm) | Kleiner als B1 | Plakate, Bauzeichnungen |
| B2 (500 × 707 mm) | Zwischen A2 und A1 | Halbe Plakate, Schulposter |
| B5 (176 × 250 mm) | Zwischen A5 und A4 | Bücher, Schulbücher |
Häufige Fragen (FAQ)
Wofür wird B4-Papier in Japan verwendet? In Japan ist B4 (257 × 364 mm, leicht abweichend vom ISO B4!) ein sehr gebräuchliches Schreibpapierformat. Die japanischen JIS B-Formate sind leicht größer als ISO B-Formate – ein oft übersehener Unterschied bei Druckaufträgen zwischen Europa und Asien.
Warum gibt es Plakate in B1, wenn A0 doch größer wäre? B1 und A0 haben ähnliche Größen, aber das Plakatwesen hat sich historisch auf B1 (707 × 1000 mm) als Standard geeinigt. Viele Plakatwand-Systeme (Litfaßsäulen, Fahrgastunterstände) sind exakt auf das B1-Format ausgelegt. A0 ist etwas breiter und kürzer und würde in diese Vorrichtungen schlecht passen.
Verwandte Einträge
Weiterführend
- ISO 216:2007 – Writing paper and certain classes of printed matter – Trimmed sizes – A and B series. ISO, Genf.
- Teschner, H. (2010): Druck & Medien Technik. Christiani Verlag, Konstanz.
- Online: Papierformat-Datenbank –
- Online: Außenwerbung und Plakatformate – Fachverband Außenwerbung –
