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Parallelfalz ist eine Faltungsmethode, bei der alle Falzlinien parallel zueinander verlaufen und die Seiten immer in die gleiche Richtung übereinandergelegt werden – die einfachste und häufigste Falzform für Briefpost-Mailings, Fensterkuverts und informative Faltblätter.

Rubrik: Drucktechnik & Printproduktion · Unterrubrik: Weiterverarbeitung & Bindung · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Parallelfalzung, Brieffalz (umgangssprachlich), Einbruchfalz, Einmal-Parallelfalz, Doppelter Parallelfalz


Was ist Parallelfalz?

Der Parallelfalz ist die simpelste aller Mehrfachfaltungen: Alle Falze verlaufen parallel zueinander, und jede neue Lage legt sich in dieselbe Richtung über die vorherige. Im Unterschied zum Wickelfalz (wo sich Seiten umeinander wickeln) oder dem Zickzackfalz (mit wechselnden Richtungen) legt der Parallelfalz alle Seiten wie ein einfaches Falten eines Briefes einfach übereinander.

Das bekannteste Beispiel ist der klassische Briefbogen: Ein DIN-A4-Blatt wird zweifach parallel gefalzt, sodass es in ein DIN-C6-Kuvert passt. Dieser Vorgang wird in Millionen von Büros täglich durchgeführt – manuell oder auf Kuvertiermaschinen. Auch für maschinell verarbeitete Mailings ist der Parallelfalz die Standardfalzform, da Kuvertierautomaten nur mit Parallelfalzen zuverlässig arbeiten können.

Varianten des Parallelfalzes sind:

  • Einmaliger Parallelfalz: Ein einziger Falz, Ergebnis: 4 Seiten (das einfache gefaltete Blatt).
  • Doppelter Parallelfalz: Zwei parallele Falze in die gleiche Richtung, Ergebnis: 6 Seiten; Produkt ist ein gestuftes, flaches Heft (alle Lagen in gleicher Richtung).
  • Fensterfalz: Sonderform mit Fensteraussparung im Vorderpanel, für Adressfenster-Kuverts.
  • Wickelfalz ist kein Parallelfalz: Beim Wickelfalz wechselt die Richtung nicht, aber die Seiten wickeln sich ineinander – dieser Begriff wird manchmal fälschlich synonym verwendet.

Funktionsprinzip

Der Parallelfalz ist maschinell sehr einfach zu realisieren:

Falztaschenmaschine (Taschenfalzmaschine): Der Druckbogen läuft in eine Taschen-Falzmaschine ein. Ein Falzmesser schiebt den Bogen in eine schmale Tasche; wenn der Bogen an der Hinterkante der Tasche anschlägt, falzt er sich automatisch. Durch mehrere hintereinandergeschaltete Taschen können mehrere Falze in einem Durchlauf erzeugt werden.

Rollen-/Schwertfalzmaschine: Für Rollenproduktion (Zeitungen, Endlosformulare) kommen Rollenfalzwerke zum Einsatz, die den Bogenstrom kontinuierlich falzen.

Integration in Kuvertierlinien: Für Mailing-Produktionen ist der Parallelfalz direkt in die Kuvertierlinie integriert: Bogen drucken – falzen – kuvertieren – freimachen – sortieren – ausliefern. Alles in einer vollautomatischen Linie. Für diese Anwendung ist die Passergenauigkeit besonders wichtig: Das Adressfenster des Kuverts muss exakt über der Adresse im Brief liegen.


Typische Einsatzgebiete

  1. Mailings und Werbebriefe: Der klassische DIN-A4-Werbebrief, der dreifach parallel gefalzt in ein DIN-C6-Kuvert passt. Millionenfach täglich produziert.
  2. Fensterkuverts-Adressierung: Briefe und Rechnungen werden so gefalzt, dass die Empfängeradresse durch das Fenster des Kuverts sichtbar ist – die Adresse muss im Layout an der exakten Position für das Fensterlayout stehen.
  3. Beipackzettel für Medikamente: Pharmazeutische Informationsblätter müssen in sehr kompaktem Format beigegeben werden und werden mehrfach parallel gefalzt.
  4. Kurzinformationen und technische Datenblätter: Beileger für Produktkartons (Anleitungen, Garantieblätter) werden parallelgefalzt.
  5. Restaurantrechnungen und Kassenbelege: Einfach gefalzte Belege passen in Standardbriefumschläge.

Vorteile & Kosten

MerkmalDetail
MehrkostenSehr gering bis null: in der Regel im Druckpreis enthalten
MindestmengenKeine besonderen Anforderungen
LieferzeitKein Mehraufwand; in Drucklinie integrierbar
MaschineneignungIdeal für Kuvertierautomaten und Hochgeschwindigkeitsverarbeitung
Papiereignung60–135 g/m² für einfachen Brieffalz; schwerere Papiere erfordern Vorrillung
VariantenEinmaliger Falz (4 Seiten), Doppelfalz (6 Seiten), Fensterfalz

In der Praxis

Datenvorbereitung für Gestalter:

1. Adressfenster-Position für Fensterkuvert: Bei Briefen für Fensterkuverts muss die Empfängeradresse im Layout so positioniert werden, dass sie nach dem Falzen exakt durch das Adressfenster des Kuverts sichtbar ist. Standardposition für DIN-C6-Fenster (DIN 680): Fenster bei ca. 20 mm von links, 75 mm von unten, Fenstergröße 90 × 45 mm. Für andere Kuvertformate Druckerei-Template verwenden.

2. Falzmarken als Hilfslinien: Falzpositionen als nicht-druckende Hilfslinien in InDesign oder Illustrator anlegen. Diese helfen, Elemente korrekt zu positionieren, und werden nicht gedruckt.

3. Rillung für schwere Papiere: Bei Papieren über 150 g/m² müssen Parallelfalze vorgerillt werden (Sonderfarbe „Rilllinie" als separate Ebene in den Druckdaten). Kuvertierautomaten arbeiten nur mit korrekt vorgerilten Bögen störungsfrei.

4. Reihenfolge und Abreißlogik: Bei mehrfach gefalzten Produkten sicherstellen, dass beim Auffalten die Informationen in der richtigen Reihenfolge erscheinen. Ein Handmuster (einfach gefaltetes Papier) ist das einfachste Hilfsmittel zur Überprüfung.

5. Trockengummierung oder Sticker für verschlossene Mailings: Selbstmailer (Flyer ohne Kuvert) können mit einem Trockengummi- oder Klebepunkt-Verschluss versehen werden – die Klebestelle muss im Layout entsprechend freigehalten werden.


Vergleich & Abgrenzung

MerkmalParallelfalzWickelfalzZickzackfalz
FaltrichtungAlle Falze in gleiche Richtung, übereinanderEinrollend in eine RichtungAbwechselnd
ÖffnungsbewegungAufklappen (wie Brief)AufrollenAuseinanderziehen (Ziehharmonika)
Gleiche SeitenbreitenNein – aber einfacher als WickelfalzNein (Stufung nötig)Ja
MaschineneignungIdeal für KuvertierungMittelMittel
Typisches ProduktMailing, Fensterkuvert, BeipackzettelDL-Flyer, BroschüreStadtplan, Leporello

Häufige Fragen (FAQ)

Was ist der Unterschied zwischen einfachem Parallelfalz und doppeltem Parallelfalz? Beim einfachen Parallelfalz wird ein Bogen einmal gefalzt (2 Hälften, 4 Seiten). Beim doppelten Parallelfalz wird der bereits einmal gefaltete Bogen nochmals in gleiche Richtung gefalzt (3 Abschnitte, 6 Seiten). Beim Doppelparallelfalz müssen wie beim Wickelfalz die inneren Panels etwas kürzer gesetzt werden.

Kann man einen Parallelfalz auch maschinell kuvertieren? Ja – der Parallelfalz ist die Standard-Falzform für alle Kuvertierautomaten. Er ermöglicht eine zuverlässige, hochgeschwindigkeits-maschinelle Verarbeitung. Zickzack- und Wickelfalze können von Standardkuvertierern nicht verarbeitet werden.

Wie groß muss die Schutzzone um das Adressfenster sein? Mindestens 10 mm Abstand zwischen der Adresstext-Außenkante und dem Fensterrahmen. Bei variablem Datendruck (unterschiedlich lange Namen und Adressen) mindestens 15 mm für die längste Variante einplanen.


Verwandte Einträge


Weiterführend

  • Kipphan, Helmut (2000): Handbuch der Printmedien. Springer Verlag, Heidelberg.
  • Teschner, Helmut (2020): Druck- und Medientechnik. Christiani Verlag, Konstanz.
  • Online: DIN 680 – Fensterformate für Briefumschläge – www.din.de
  • Online: bvdm – Richtlinien für Mailingproduktion – www.bvdm-online.de
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