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Sound Devices MixPre-3 II ist ein professioneller 3-Kanal-Recorder und USB-Audio-Interface des US-amerikanischen Herstellers Sound Devices mit proprietären Kashmir-Vorverstärkern, 32-Bit-Float-Aufnahme, LTC-Timecode-Unterstützung und MixAssist-Automix-Funktion – das bevorzugte portable Recording-System für Filmtonprofis und anspruchsvolle Content Creator.

Rubrik: Equipment · Unterrubrik: Audio · Niveau: Fortgeschritten Synonyme / Auch bekannt als: MixPre-3 II, MixPre 3 Mark II, SD MixPre3II

Was ist der Sound Devices MixPre-3 II?

Sound Devices ist einer der renommiertesten Hersteller professioneller Audiogeräte für Film und Broadcast – bekannt durch den 744T, den 788T und die MixPre-Serie. Der MixPre-3 II ist das Einstiegsmodell dieser Serie, das trotz seiner kompakten Größe und seines vergleichsweise moderaten Preises (ca. 750 €) Technologie auf professionellem Studio-Niveau bietet. Herzstück sind die Kashmir-Vorverstärker, die Sound Devices für die MixPre-Serie entwickelt hat und die als die rauschärmsten Preamps in tragbaren Recordern überhaupt gelten. In Verbindung mit der 32-Bit-Float-Aufnahme und der Timecode-Unterstützung ist der MixPre-3 II ein vollständiges professionelles Werkzeug für Einzelpersonen-Filmton, Podcast-Produktion, Interview-Aufnahmen und Live-Recording.

Technische Spezifikationen

Der MixPre-3 II bietet 3 XLR-Eingänge (Kombobuchsen) für externe Mikrofone plus einen zusätzlichen 3,5-mm-Stereoeingang. Alle XLR-Eingänge sind vollwertige, symmetrische Kanalzüge mit individuellen Gain-Einstellungen.

Eingänge: 3× XLR/TRS-Kombobuchse (symmetrisch) + 1× 3,5-mm-TRS Stereo Ausgänge: USB-C (Interface), 3,5-mm-TRS Stereo (Monitoring), USB-A (Strom/Computer) Vorverstärker: Proprietäre Kashmir Preamps (Sound Devices) EIN (Äquivalentes Eingangsrauschen): −131 dBu (A-gewichtet) @ max. Gain Maximaler Gain: 76 dB Phantomstrom: +48 V (je Eingang schaltbar) Aufnahmeformat: WAV (44.1, 48, 96, 192 kHz; 16, 24, 32 Bit Float) Simultane Spuren: 3 XLR + 1 Stereo-Aux + Stereo-Mix = max. 8 Spuren 32-Bit-Float: Alle Kanäle, alle Samplerates Timecode: LTC In (über 3,5-mm-Aux) und Out (USB) USB-Interface: 2×2 bis 3×3 (je nach Konfiguration), Class-Compliant Bluetooth: Ja, für Companion-App-Steuerung (iOS/Android) Speicher: microSD/SDXC (bis 1 TB) MixAssist: Automatischer Mixer (reduziert Rauschen bei nicht gesprochenen Kanälen) Stromversorgung: 2× AA-Batterie (Li-Ion) oder USB-C (5 V, PD); ca. 6 Stunden mit AA-Li-Ion Gewicht: 294 g (ohne Batterien) Abmessungen: 85 × 63 × 47 mm Gehäuse: Aluminium-Druckguss Betriebstemperatur: −20 °C bis 60 °C

Die Kashmir-Preamps liefern ein EIN von −131 dBu – im Vergleich: der Zoom H6 Essential liegt bei etwa −125 dBu. Dieser Unterschied von 6 dBu ist in der Praxis bei sehr leisen Quellen (z. B. Natur-Fieldrecording mit 10-dBA-Mikrofon) hörbar als niedrigerer Rauschteppich.

MixAssist ist eine proprietäre Automix-Funktion: Bei mehreren gleichzeitig geöffneten Mikrofonen werden alle nicht gesprochenen Kanäle in der Lautstärke automatisch abgesenkt, was den Gesamtrauschpegel des Mixes signifikant reduziert – ideal für Panel-Diskussionen und Mehrpersonen-Interviews.

Stärken & Schwächen

Stärken:

  • Außergewöhnliche Preamp-Qualität (Kashmir, EIN −131 dBu) – Spitzenklasse unter tragbaren Recordern
  • 32-Bit-Float-Aufnahme mit bis zu 192 kHz Samplerate
  • MixAssist für automatische Mehrkanal-Mischung
  • LTC-Timecode-Unterstützung für Synchronisation mit Filmkameras
  • Sehr robustes Aluminium-Gehäuse
  • Bluetooth-App-Steuerung (nützlich, wenn der Recorder außer Reichweite ist)
  • USB-C-Busversorgung für stationären Betrieb

Schwächen:

  • Nur 3 XLR-Eingänge (für Setups mit 4+ Mikrofonen reicht es nicht)
  • Preis ca. 750 € – deutlich teurer als Zoom H5/H6
  • Batterielaufzeit mit AA ca. 6 Stunden – kürzer als Zoom H6 (20 Stunden)
  • Kein integriertes Mikrofon / Kapselsystem (anders als Zoom-Recorder)
  • Firmwareupdates manchmal notwendig und nicht immer intuitiv
  • Menüsystem komplex – Einarbeitungszeit erforderlich

In der Praxis

Der MixPre-3 II ist das Gerät für professionelle Solo-Tontechniker: Eine Person trägt den Recorder im Tonbeutel, betreibt Boom-Mikrofon (XLR 1) und ein Lavalier (XLR 2), optional ein zweites Lavalier (XLR 3). MixAssist sorgt dafür, dass in ruhigen Pausen kein störendes Rauschen auf dem Mix zu hören ist.

Timecode-Workflow: Der MixPre-3 II empfängt LTC-Timecode von einer Tentacle Sync E oder einer Ambient ACL 204 über den 3,5-mm-Aux-Eingang und embeds diesen in die WAV-Dateien. In der Postproduktion (DaVinci Resolve, Avid Media Composer) können die Tonspuren automatisch mit den Videoclips synchronisiert werden – dies spart erheblich Zeit beim Schnitt.

Als Audio-Interface am Computer: Der MixPre-3 II erscheint unter macOS und Windows als USB-Audiointerface ohne Treiber. Er eignet sich hervorragend als Interface für Podcast-Aufnahmen (2–3 Sprecher), Voiceover und Musikproduktion.

Kompatibles Zubehör: Tentacle Sync E (Timecode-Generator), Custom Audio Electronics Tonbeutel, Rycote Tonerträger-System für Boom-Stangenmontage.

Vergleich & Abgrenzung

vs. Zoom H6 Essential: Der H6 Essential (ca. 380 €) bietet mehr XLR-Eingänge (4 vs. 3), ein austauschbares Kapselsystem und kostengünstigere Anschaffung. Die Preamp-Qualität des MixPre-3 II ist jedoch deutlich überlegen. Für professionelle Filmtonarbeit ist der MixPre-3 II die bessere Wahl.

vs. Sound Devices MixPre-6 II: Der MixPre-6 II bietet 6 XLR-Eingänge, aber das gleiche Preamp-System. Er ist für Mehrspur-Setups (4–6 Mikrofone) die logische Erweiterung. Preis ca. 1.000 €.

vs. Zoom F3: Der Zoom F3 (ca. 400 €) ist ein kompakter 2-Kanal-32-Bit-Float-Recorder mit sehr hochwertigen Preamps (Zoom entwickelte hier deutlich besser als beim H6). Er ist kleiner, hat aber nur 2 XLR-Eingänge. Für 1–2 Mikrofon-Setups eine interessante Alternative.

Häufige Fragen (FAQ)

Was macht die Kashmir-Preamps so besonders? Die Kashmir-Preamps sind eine proprietäre Entwicklung von Sound Devices. Sie verwenden diskrete Transistorschaltungen (kein integrierter Chip-Preamp) und sind vollständig symmetrisch aufgebaut. Das Ergebnis: Ein EIN von −131 dBu – übersetzt in Rauschen, das man selbst bei extremem Gain kaum hört. Im Vergleich: Die meisten Prosumer-Recorder haben EIN-Werte von −120 bis −125 dBu, was einen hörbaren Unterschied bei sehr leisen Quellen ergibt.

Unterstützt der MixPre-3 II Timecode von meiner Sony FX3? Die Sony FX3 hat keinen dedizierten TC-Out-Anschluss. Du benötigst einen externen Timecode-Generator (z. B. Tentacle Sync E) an der FX3 (über Zubehörschuh) und am MixPre-3 II über den 3,5-mm-Aux-Eingang. Die Tentacle-App (iOS) kann beide Geräte per Bluetooth synchronisieren. Mit einer ARRI, RED oder BMPCC 6K mit TC-Ausgang ist die Integration direkter.

Verwandte Einträge

Weiterführend

  • Sound Devices: MixPre-3 II User Guide & Firmware Release Notes, sounddevices.com, 2023
  • Ferretti, Gerald: Location Sound Bible, Michael Wiese Productions, 2014
  • Torick, Ed: Recording and Reproducing Sound, 3. Aufl., Focal Press, 2019
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