Canon Cinema EOS C500 Mark II ist eine professionelle Vollformat-Cinema-EOS-Kamera mit 5,9K-Sensor (Vollformat 35,9 × 23,9 mm), RAW-Aufnahme intern bis 5,9K, 5-Achsen-IBIS, austauschbarem PL/EF/RF-Mount und vollständigem Cinema-EOS-Ökosystem für internationale Spielfilm- und Streamingproduktionen.
Rubrik: Equipment · Unterrubrik: Kameras · Niveau: Fortgeschritten Synonyme / Auch bekannt als: C500 Mark II, C500 MKII, EOS C500 II
Was ist die Canon Cinema EOS C500 Mark II?
Die Canon Cinema EOS C500 Mark II ist Canons Vollformat-Flaggschiff in der Cinema-EOS-Linie und positioniert sich als High-End-Cinema-Kamera für anspruchsvolle Spielfilm-, Werbe- und Streamingproduktionen. Sie ist die erste Cinema-EOS-Kamera mit Vollformatsensor und integriertem 5-Achsen-IBIS, was sie zu einem ungewöhnlich flexiblen High-End-Cinema-Werkzeug macht. Mit austauschbarem Objektivanschluss (PL, EF und RF verfügbar) erschließt sie das gesamte Cine- und Foto-Objektiv-Universum. Sie hat den "Netflix Approved Camera"-Status.
Technische Spezifikationen
- Sensor: 5,9K (5.952 × 3.140) CMOS (Vollformat, 35,9 × 23,9 mm)
- Effektive Pixel: ca. 18,69 MP
- Dynamikumfang: ca. 15+ Blendenstufen (Canon-Angabe)
- ISO-Bereich: 100–102.400; Dual-Basis-ISO: 800 und 3.200
- Videoauflösung: 5,9K (5.952 × 3.140) RAW bis 30p; Cinema 4K (4.096 × 2.160) bis 60p; 4K UHD bis 60p; 2K bis 120p; Full HD bis 120p; 2K Anamorphic (2.048 × 2.160)
- RAW intern: Cinema RAW Light (10 Bit oder 12 Bit) auf CFexpress Typ B
- Farbtiefe: 12-Bit RAW intern; 10-Bit XF-AVC (4:2:2)
- Farbprofile: C-Log 2, C-Log 3, HLG, Rec.709, Rec.2020
- Codecs: Cinema RAW Light (intern), XF-AVC (Intra und Long GOP)
- Objektivanschluss: austauschbar: PL-Mount, EF-Mount, EF-Cinema-Mount (RF-Adapter separat)
- Autofokus: Dual Pixel CMOS AF (nur EF-Mount)
- Bildstabilisierung: 5-Achsen-IBIS (koordiniert mit EF-IS-Objektiven)
- Anschlüsse: 2× XLR (mit 48V Phantomspeisung), SDI (12G/6G/3G), HDMI Typ A, Timecode I/O, Genlock, USB-C, 3,5-mm-Kopfhörer, LANC
- Monitor: 4-Zoll-LCD (abnehmbar, schwenkbar)
- Sucher: optionaler EVF (EVF-V50, DVF-L350)
- Speicher: Dual-Slot: 2× CFexpress Typ B; zusätzlich 1× SD UHS-II (für Proxy)
- Kühlung: Aktiver Lüfter
- Akku: BP-A60/BP-A30
- Abmessungen: 148 × 190,5 × 215,5 mm
- Gewicht: ca. 2,9 kg (Body mit Griff, ohne Objektiv und Akku)
- Wetterschutz: Staub- und Feuchtigkeitsschutz
- Netflix-Status: Netflix Approved
Stärken & Schwächen
Stärken:
- 5,9K Vollformatsensor mit RAW-Aufnahme intern
- 5-Achsen-IBIS – einzigartig in dieser Cinema-EOS-Klasse
- Austauschbarer PL/EF/RF-Mount für maximale Objektivkompatibilität
- Simultane RAW + Proxy-Aufnahme (RAW auf CFexpress, Proxy auf SD)
- Vollständiges Cinema-EOS-Interface (SDI, Timecode, Genlock)
Schwächen:
- Kein eingebauter ND-Filter (Matte-Box erforderlich)
- Hoher Anschaffungspreis (ca. 16.000–19.000 Euro)
- Kein DGO-Sensor (geringerer Dynamikumfang als C300 Mark III)
- 5,9K nur bis 30p (kein 5,9K 60p)
- Dual-Pixel-AF nur mit EF-Objektiven (nicht mit PL)
Für wen geeignet?
Die Canon Cinema EOS C500 Mark II ist für erfahrene DoPs und Regisseure konzipiert, die Vollformat-Cinematografie mit dem bewährten Canon-Cinema-EOS-Ökosystem verbinden möchten. Spielfilmproduktionen, die auf den Vollformat-Bokeh-Look und breite Fieldof-View-Möglichkeiten setzen, profitieren von der hohen Sensor-Qualität. Für Streamingproduktionen (Netflix, Amazon, Apple TV+) ist sie dank des "Netflix Approved"-Status direkt einsetzbar. Werbespots und High-End-Fernsehproduktionen nutzen die C500 Mark II für maximale Qualität. Weniger geeignet für ENG- oder Dokumentar-Setups, die Agilität erfordern – hier sind FX9 oder C300 Mark III die bessere Wahl.
In der Praxis
Im Vollformat-Spielfilm-Workflow werden typischerweise hochwertige PL-Cine-Objektive verwendet: Zeiss Supreme Prime, Leica M0.8 Series, ARRI Signature Prime oder Cooke Anamorphic Objektive. Der 5-Achsen-IBIS ermöglicht handgehaltene Shots mit einem Niveau an Stabilisierung, das im Cinema-Segment einmalig ist. Proxy-Aufnahmen auf der SD-Karte erleichtern das Offline-Editing, während die Masters auf CFexpress bleiben. DaVinci Resolve verarbeitet Canon Cinema RAW Light nativ; für komplexe VFX-Workflows wird oft eine 5,9K RAW-Pipeline aufgebaut. Als Monitor-Lösung bewährt sich der SmallHD 702 oder Flanders Scientific BM070 für präzise Farbbeurteilung am Set.
Vergleich & Abgrenzung
- Canon Cinema EOS C300 Mark III: Gleiche Cinema-EOS-Plattform, aber Super-35-Sensor mit DGO für höheren Dynamikumfang. Kein IBIS, niedrigerer Preis. Für Produktionen ohne Vollformat-Anforderung oft die bessere Wahl.
- Sony Venice 2: 8,6K-Vollformat, X-OCN intern, proprietäres AXS-Speichersystem, aber höherer Dynamikumfang und größere VFX-Möglichkeiten. Teurer und komplexer im Workflow.
- Sony FX9: Günstigere Vollformat-Alternative, kompakter, interner ND-Filter, aber ohne PL-Mount nativ und weniger Cinema-Interface.
Häufige Fragen (FAQ)
Unterstützt die C500 Mark II Anamorphic-Aufnahmen? Ja. Die C500 Mark II unterstützt nativ 2K-Anamorphic-Format (2.048 × 2.160) für 2×-Anamorphic-Objektive sowie 4K-Anamorphic. Im 5,9K-Vollformat lassen sich mit 1,5×-Anamorphic-Adaptern darüber hinaus verschiedene anamorphe Formate erzielen. Im Menü kann der Anamorphic-Entzerrungsfaktor eingestellt werden.
Worin unterscheidet sich Cinema RAW Light von unkompressioniertem RAW? Cinema RAW Light ist ein von Canon entwickeltes verlustbasiert komprimiertes RAW-Format, das deutlich kleinere Dateigrößen als unkomprimiertes RAW erzeugt, aber nahezu identische Bildqualität bietet. In der Nachbearbeitung verhält es sich wie RAW, lässt also Weißabgleich, Belichtung und Farbkalibrierung voll-non-destruktiv ändern. Die Formate sind 10 Bit (Light) und 12 Bit (Standard).
Verwandte Einträge
Weiterführend
- Canon Inc.: Cinema EOS C500 Mark II Handbuch und technische Daten, Canon Inc., 2019
- Jon Fauer: „Canon EOS C500 Mark II 4K Cinema Shooters Guide", ASC, 2019
