Canon EOS R5 C ist eine spiegellose Vollformat-Cinema-Hybrid-Kamera mit 45-Megapixel-Sensor, 8K RAW-Videoaufnahme intern, aktivem Lüfter für unbegrenzten Dauerbetrieb und Cinema-EOS-Workflow für anspruchsvolle Foto- und Filmproduktionen.
Rubrik: Equipment · Unterrubrik: Kameras · Niveau: Fortgeschritten Synonyme / Auch bekannt als: R5 C, EOS R5C, Cinema EOS R5 C
Was ist die Canon EOS R5 C?
Die Canon EOS R5 C ist Canons Antwort auf die Forderung nach einer echten Hybrid-Kamera, die weder Fotografie noch Videoarbeit als Kompromiss behandelt. Sie basiert auf dem gleichen 45-MP-Sensor wie die EOS R5, wurde aber um einen aktiven Lüfter und einen dedizierten Cinema-EOS-Videomodus erweitert, der die Einschränkungen der Basis-R5 beim Dauerbetrieb beseitigt. Mit 8K RAW intern und Cinema-RAW-Light-Format positioniert sie sich als professionelles Cinema-Werkzeug für Produktionen, die Foto- und Videofähigkeiten gleichwertig benötigen. Sie ist Canons erstes spiegelloses Modell mit aktivem Lüfter.
Technische Spezifikationen
- Sensor: 45 MP Dual Pixel CMOS II (Vollformat, 36 × 24 mm), BSI-Technologie
- Bildprozessor: DIGIC X
- Auflösung Standbild: 8.192 × 5.464 Pixel (45 MP)
- Videoauflösung 8K: 8K RAW (8.192 × 4.320) bis 30p, Cinema RAW Light; 8K HEVC (8.192 × 4.320) bis 30p
- Videoauflösung 4K: 4K (4.096 × 2.160) Oversampling aus 8K bis 60p (4:2:2, 10 Bit); 4K HQ bis 60p; 4K bis 120p (Crop, 8 Bit); Full HD bis 180p
- Codecs Video: Cinema RAW Light, HEVC (H.265), H.264; ALL-I, IPB, IPB-Light
- Farbtiefe: 12 Bit RAW; 10 Bit intern (4:2:2 Canon Log 3)
- Farbprofile: Cinema EOS: C-Log 2, C-Log 3, Canon Log; Photo-Modus: C-Log 3, HDR PQ, Rec.709
- Autofokus: Dual Pixel CMOS AF II, ca. 1.053 AF-Zonen, Tier-, Personen- und Fahrzeugerkennung
- Serienbildgeschwindigkeit (Foto): bis 12 Bilder/s (mechanisch, nur im Foto-Modus)
- Bildstabilisierung: 5-Achsen-IBIS (bis 8 Blendenstufen kombiniert)
- Sucher: OLED-EVF, 5,76 Mio. Punkte (nur im Foto-Modus aktiv; im Cinema-Modus deaktiviert)
- Monitor: 3,15-Zoll-Vari-Angle-LCD, 2,1 Mio. Punkte
- Anschlüsse: Full-Size-HDMI Typ A, USB-C (10 Gbit/s), 3,5-mm-Mikrofon, 3,5-mm-Kopfhörer, Fernbedienungsanschluss, Multi-Accessory-Shoe (für XLR-Adapter)
- Speicher: Dual-Slot (CFexpress Typ B und SD UHS-II)
- Kühlung: Aktiver Lüfter (Dauerbetrieb möglich)
- Akku: LP-E6NH
- Abmessungen: 138,5 × 101,6 × 98,0 mm (größer als EOS R5 durch Lüfter)
- Gewicht: ca. 680 g (Body, ohne Akku und Speicher)
- Wetterschutz: Staub- und Feuchtigkeitsschutz
- Timecode: SMPTE-Timecode-Unterstützung (intern); externe Timecode-Synchronisation über Zubehör
Stärken & Schwächen
Stärken:
- Unbegrenzte Aufnahmedauer durch aktiven Lüfter (im Cinema-Modus)
- 8K RAW intern – echtes Cinema-RAW-Format für maximale Post-Flexibilität
- Vollständige Dual-Pixel-CMOS-AF-II-Unterstützung auch in 8K
- Full-Size-HDMI-Ausgang (gegenüber Mini-HDMI der EOS R5)
- Zwei Modi: Cinema EOS und Photo – beide vollständig professionell ausgestattet
Schwächen:
- EVF deaktiviert im Cinema-Modus (nur Standbild-Modus nutzt den Sucher)
- Kein mechanischer Verschluss im Cinema-Modus
- Kein eingebauter ND-Filter
- Teurer als die EOS R5 (ca. 4.000–4.500 Euro)
- 4K 120p nur mit Crop und 8 Bit (wie EOS R5)
Für wen geeignet?
Die Canon EOS R5 C ist die perfekte Wahl für hybride Filmemacher und kommerzielle Produktionsteams, die hochwertige Standbilder und Kinomaterial aus einer Kamera benötigen. Werbefotografen, die auch Bewegtbild-Inhalte produzieren, profitieren von der 45-MP-Fotoqualität und dem Cinema-Videosystem gleichermaßen. Für Musikvideo-Regisseure und Kurzfilm-Produzenten bietet die 8K RAW-Fähigkeit maximale kreative Freiheit in der Post. Für reine Fotografen ist die Kamera zu teuer und zu schwer; reine Videoproduktionen finden in der C70 oder C300 MIII wirtschaftlichere Optionen.
In der Praxis
Im Cinema-Modus arbeitet die EOS R5 C mit dem Cinema-EOS-Menüsystem, das mit anderen Cinema-EOS-Kameras (C300, C500, C70) vertraut ist und einen konsistenten Workflow ermöglicht. Für 8K RAW empfehlen sich CFexpress-Typ-B-Karten mit mindestens 1.700 MB/s Schreibrate. Canon Cinema RAW Light lässt sich nativ in DaVinci Resolve, Premiere Pro und Canons eigenem Cinema RAW Development-Tool verarbeiten. Das XLR-Adapter-Zubehör (Canon XLR-Adaptereinheit EU-V3) kann über den Multi-Accessory-Shoe angebracht werden. Als Objektive empfehlen sich Canons RF Cinema Prime-Objektive oder hochwertige EF-Cinema-Objektive über den EF-EOS-R-Adapter (0,71×-Speed-Booster ebenfalls möglich).
Vergleich & Abgrenzung
- Canon EOS R5 (Original): Identischer Sensor, aber kein Lüfter, kein C-Log 2, kein Full-HDMI. Die R5 C ist eindeutig die professionellere Cinema-Option.
- Canon Cinema EOS C70: Super-35-DGO-Sensor statt Vollformat, aber mit RF-Mount und ausgereifterem Cinema-Interface. Kein Standbild-Modus. Für reine Video-Produktionen oft die sinnvollere Wahl.
- Sony FX3: Vollformat, Lüfter, kompakter, aber nur 12 MP für Standbilder – keine echte Foto-Alternative.
Häufige Fragen (FAQ)
Kann man mit der EOS R5 C tatsächlich sowohl Fotografie als auch Cinema-Video professionell betreiben? Ja, das ist das Kernkonzept der Kamera. Der Foto-Modus verhält sich wie eine normale EOS R5 mit allen Foto-Funktionen. Der Cinema-Modus bietet vollständige Cinema-EOS-Funktionalität mit Lüfter-Unterstützung für Dauerbetrieb. Das Wechseln zwischen den Modi erfordert allerdings einen Neustart der Kamera.
Welches Speicherkarten-System braucht man für 8K RAW? Für 8K Cinema RAW Light-Aufnahmen sind CFexpress-Typ-B-Karten mit hoher Schreibrate zwingend notwendig. Canon empfiehlt Karten mit mindestens 1.700 MB/s Schreibrate. Eine 512-GB-Karte bietet etwa 30 Minuten Aufnahme in 8K RAW. Für HEVC-8K-Aufnahmen funktionieren auch langsamere CFexpress-Karten.
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Weiterführend
- Canon Inc.: EOS R5 C Benutzerhandbuch Cinema-Modus, Canon Inc., 2022
- Philip Bloom: „Canon EOS R5 C Review – The Best of Both Worlds?", philipbloom.net, 2022
