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Panasonic Lumix S5 II ist eine spiegellose Vollformat-Hybridkamera von Panasonic aus dem Jahr 2023, die erstmals Phasendetektions-Autofokus (PDAF) in das L-Mount-Vollformat-System bringt und damit neben ausgezeichnetem 4K/60p 10-Bit-Video auch eine spürbar verbesserte Autofokus-Performance für Hybrid-Fotografen und Videografen bietet.

Rubrik: Equipment · Unterrubrik: Kameras · Niveau: Fortgeschritten Hersteller: Panasonic · Baujahr: 2023 · Sensor: 35-mm-Vollformat (BSI Live-MOS, 24,2 MP)

Was ist die Panasonic Lumix S5 II?

Die Panasonic Lumix S5 II ist der bedeutendste Schritt in der Entwicklung des Panasonic-S-Systems seit dessen Einführung: Erstmals integrierte Panasonic Phasendetektion in eine Vollformatkamera der eigenen Linie – ein Schritt, auf den viele Nutzer seit Jahren gewartet hatten. Bis zur S5 II galten Panasonic-Vollformatkameras im Autofokus-Vergleich mit Sony und Canon als unterlegen. Mit dem PDAF-System holte Panasonic einen Großteil dieses Rückstands auf und machte die S5 II zur ersten wettbewerbsfähigen Allround-Hybridkamera der Marke. Sie positioniert sich im mittleren Preissegment für professionelle Hybrid-Anwender.

Technische Daten & Erklärung

Sensor: Der 24,2-MP-BSI-Live-MOS-Sensor im Vollformat (35,6 × 23,8 mm) bietet eine native Empfindlichkeit von ISO 100 bis 51.200. Die BSI-Technologie (rückwärtsbelichteter Sensor) verbessert die Lichtaufnahme, was sich in besserer Low-Light-Performance bei höheren ISO-Werten niederschlägt. Im High-Resolution-Shot-Modus kombiniert die Kamera per Pixel-Shift 8 Einzelaufnahmen zu einem 96-MP-Bild – allerdings nur mit Stativ und statischem Motiv.

Phasenautofokus (PDAF): Das Hybrid-PDAF-System kombiniert Phasendetektion mit dem bewährten Kontrast-DFD-Verfahren (Depth from Defocus). Erkennung von Personen (Augen, Gesicht, Körper), Tieren (Hunde, Katzen, Vögel) und Fahrzeugen (Autos, Motorräder, Züge) ist im Foto- und Videomodus verfügbar. Die AF-Geschwindigkeit entspricht jetzt weitgehend dem Niveau der Sony-A-Serie der gleichen Preisskala.

Video: Die S5 II zeichnet intern bis zu 4K C4K (4096 × 2160) oder 4K UHD (3840 × 2160) mit bis zu 60p in 4:2:2 10 Bit auf – ein wesentliches Merkmal für professionellen Color-Grading-Workflow. Für Hochauflösungs-Einzelbilder aus Video stehen 6K-Aufnahmen (5952 × 3968) bis 30p zur Verfügung. Full HD ist bis 180p für Zeitlupen möglich. V-Log L bietet ca. 14 Blendenstufen Dynamikumfang; Panasonic stellt kostenlose LUT-Pakete bereit.

Bildstabilisierung: Das 5-Achsen-IBIS-System (In-Body Image Stabilization) bietet bis zu 5 EV Stabilisierung alleine. Mit kompatiblen OIS-Objektiven (Lumix S-Objektive mit optischer Stabilisierung) aktiviert sich "Body IS Boost" und erreicht bis zu 6,5 EV kombinierter Stabilisierung – damit gehört die S5 II zu den am besten stabilisierten Vollformatkameras in dieser Klasse.

Display und Sucher: Der voll schwenkbare 3-Zoll-Vari-Angle-LCD-Touchscreen (1,84 Mio. Bildpunkte) lässt sich um 180° drehen – ideal für Selfie-Aufnahmen und Vlogging. Der OLED-EVF mit 3,68 Mio. Bildpunkten und 0,78-facher Vergrößerung bietet eine klare, detailreiche Darstellung auch in Hochgeschwindigkeit (120 fps).

Anschlüsse: Full-Size-HDMI Typ A, USB-C mit 10 Gbit/s (Laden und Datentransfer), doppelter 3,5-mm-Klinken-Anschluss (Mikrofon und Kopfhörer getrennt), 2,5-mm-Fernauslöser. Die Speicherkarten-Bestückung mit zwei SD-UHS-II-Slots ist solide, bietet aber kein CFexpress – was bei sehr hohen Bitraten limitierend sein kann.

Objektivsystem: Die S5 II nutzt das L-Mount-Bajonett, ein offener Standard, den Panasonic gemeinsam mit Leica und Sigma entwickelt hat. Dadurch steht eine breite Objektivpalette von drei Herstellern zur Verfügung – von bezahlbaren Sigma-Contemporary-Objektiven bis hin zu Leica-Premiumgläsern.

Beispiele / Anwendungsszenarien

  1. Hochzeitsfotografie und -videografie: Das voll schwenkbare Display, IBIS und 4K 10-Bit-Video machen die S5 II zu einem beliebten Werkzeug für Solo-Hochzeitsvideografen, die gleichzeitig Standbild-Portraits und Filmaufnahmen erstellen.
  2. Dokumentarfilm: Phasenautofokus mit Personenerkennung und V-Log L ermöglichen professionelle Dokumentationsaufnahmen ohne Kameraassistent.
  3. Porträtfotografie: 24 MP, gutes Bokeh durch Vollformatsensor und verbesserte AF-Genauigkeit bei Augenerkennung – ideal für Studio- und Outdoor-Portraits.
  4. Reisefotografie: Kompakt genug für Reisen, mit Wetterschutz (bis -10 °C) für anspruchsvolle Außeneinsätze.
  5. Corporate Video und Interviews: 4:2:2 10-Bit intern mit V-Log L ergibt professionell gradingfähiges Material für Unternehmenskommunikation und Interview-Produktionen.

In der Praxis

Die S5 II ist in der Praxis eine der ausgewogensten Hybrid-Vollformatkameras in ihrem Preissegment. Das L-Mount-System bietet mit Sigma-Art-Objektiven ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis; wer in das System einsteigt, findet eine solide Objektivbasis ohne Panasonic-Eigenmarken-Preisaufschlag.

Die Bildstabilisierung ist in der Praxis bemerkenswert effektiv – Handheld-Video bei Schritttempo wirkt ruhig ohne Gimbal. Body IS Boost mit dem S 20-60 mm f/3.5-5.6 oder dem S 24-105 mm f/4 ist ein bewährtes Kombinations-Setup für Video-Dokumentation.

Schwächen im Alltag: Der Autofokus ist gegenüber Sony A7 IV noch nicht vollständig ebenbürtig – insbesondere bei schnell beweglichen Subjekten (Sport, Kleinkinder) zeigt die S5 II etwas häufiger unbeabsichtigte Fokussprünge. RAW-Video intern ist nicht verfügbar; wer ProRes RAW oder BRAW benötigt, muss auf einen externen Recorder ausweichen (HDMI-Ausgang unterstützt RAW-Ausgabe an kompatible Recorder).

Empfohlenes Zubehör: Sigma 35 mm f/1.4 DG DN Art (L-Mount) für Reportage; Lumix S 24-105 mm f/4 als Universalzoom; DMW-XLR1-Adapter für XLR-Audio; externer Monitor für präzises Monitoring bei Videoaufnahmen.

Vergleich & Abgrenzung

Im direkten Vergleich mit der Sony A7 IV bietet die S5 II weniger Megapixel (24 vs. 33 MP), aber vergleichbares Video und stärkere Stabilisierung zu einem niedrigeren Preis (ca. 2.000 vs. 2.800 Euro). Die Nikon Z6 III geht mit 6K RAW intern einen Schritt weiter in der Video-Raffinesse, kostet aber mehr. Die S5 II ist gegenüber dem Vorgänger (S5) vor allem durch den Phasenautofokus und verbesserte AF-Subjekterkennung deutlich attraktiver – der Umstieg lohnt sich für bestehende S5-Nutzer kaum wegen der Videospezifikationen, aber sehr wohl wegen des Autofokus.

Häufige Fragen (FAQ)

Für wen ist die Panasonic Lumix S5 II geeignet? Die S5 II ist ideal für Hybrid-Kreative, die sowohl Foto- als auch Videoproduktion im professionellen Umfeld betreiben – besonders Hochzeits- und Eventfotografen, Dokumentarfilmer und Corporate-Videografen. Das L-Mount-System mit Sigma-Objektiven bietet ein exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis. Für Sportfotografen, die hohe Serienbildraten mit schnellem AFC benötigen, ist die Kamera weniger geeignet.

Was sind die größten Schwächen der Panasonic Lumix S5 II? Der Autofokus ist im Vergleich zu Sony- und Canon-Spitzenmodellen noch nicht vollständig ausgereift, insbesondere bei sehr schnellen Subjekten. Kein internes RAW-Video ist für anspruchsvolle Videoproduktionen ein Nachteil. Nur 24,2 Megapixel begrenzen die Eignung für großformatige Druckprodukte. Die Serienbildrate mit AFC im mechanischen Verschluss ist mit 7 B/s überschaubar.

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Weiterführend

  • Panasonic Lumix S5 II Produktseite
  • DPReview: Panasonic S5 II Review
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