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Sony FX6 ist eine professionelle Vollformat-Cinema-Line-Kamera mit 12,1-Megapixel-Exmor-R-Sensor, elektrisch variablem ND-Filter (1/4 bis 1/128), 4K-Aufnahme bis 120p im Vollformat und integrierten XLR-Audioeingängen für den semiprofessionellen Kino- und Dokumentarfilmbereich.

Rubrik: Equipment · Unterrubrik: Kameras · Niveau: Fortgeschritten Synonyme / Auch bekannt als: ILME-FX6, FX6V, Sony Cinema Line FX6

Was ist die Sony FX6?

Die Sony FX6 positioniert sich in der Cinema Line-Reihe von Sony als kompromisslose professionelle Videokamera unterhalb der FX9. Sie richtet sich an Dokumentarfilmer, ENG-Teams und semiprofessionelle Filmproduktionen, die einen vollständigen Cinema-Workflow in einem relativ kompakten Gehäuse benötigen. Gegenüber der FX3 bietet die FX6 den entscheidenden Vorteil eines elektrisch regelbaren variablen ND-Filters, der die Belichtungskontrolle in wechselnden Lichtverhältnissen dramatisch vereinfacht. Mit 4K 120p aus dem vollen Vollformatsensor bietet sie zudem Zeitlupenkapazitäten ohne Qualitätsverlust durch Crop.

Technische Spezifikationen

  • Sensor: 12,1 MP Exmor R BSI-CMOS (Vollformat, 35,6 × 23,8 mm)
  • Bildprozessor: BIONZ XR
  • ISO-Bereich: 800–102.400 nativ (Dual-Base-ISO: 800 und 12.800); erweiterbar bis ISO 409.600
  • Videoauflösung: 4K (3.840 × 2.160) bis 120p im Vollformat; Cinema-4K (4.096 × 2.160) bis 60p; Full HD bis 240p
  • RAW-Ausgabe: 16-Bit RAW über HDMI an kompatible externe Rekorder (z. B. Atomos Sumo 19M)
  • Farbtiefe: 10 Bit intern (4:2:2); 16-Bit RAW extern
  • Farbprofile: S-Log2, S-Log3, S-Cinetone, HLG, Rec.709, Rec.2020
  • Codecs: XAVC S-I (Intra, bis 600 Mbit/s), XAVC S (Long GOP), XAVC HS (HEVC, 10 Bit)
  • ND-Filter: Elektrisch variabel, 1/4, 1/16, 1/64, 1/128 (stufenlos über gesamten Bereich)
  • Autofokus: Hybrid-Phasen-/Kontrast-AF, 627 Phasendetektionspunkte, Echtzeit-Objekt-Tracking
  • Bildstabilisierung: 5-Achsen-IBIS (kooperativ mit OIS-Objektiven)
  • Anschlüsse: HDMI Typ A, USB-C, 2× XLR/TRS-Kombi-Buchsen (mit 48V Phantomspeisung), 3,5-mm-Kopfhörer, Multi-Interface-Shoe, Fernsteueranschluss
  • Sucher: kein integrierter EVF (optionaler Sucher über MIS)
  • Monitor: 3,5-Zoll-LCD, 1,56 Mio. Punkte, abnehmbar und schwenkbar
  • Speicher: Dual-Slot CFexpress Typ A und SD UHS-II
  • Kühlung: Aktiver Lüfter für Daueraufnahme
  • Akku: BP-U (NP-F-kompatibel über Adapter)
  • Abmessungen: 123,5 × 134,5 × 162,5 mm (mit Griff)
  • Gewicht: ca. 890 g (Body ohne Griff, mit Akku)
  • Wetterschutz: Staub- und Feuchtigkeitsschutz

Stärken & Schwächen

Stärken:

  • Elektrisch variabler ND-Filter (1/4–1/128) für nahtlose Belichtungskontrolle
  • 4K 120p aus vollem Vollformatsensor ohne Crop
  • Dual-Base-ISO (800 und 12.800) für optimale Bildqualität in verschiedenen Lichtsituationen
  • Integrierte XLR-Eingänge mit Phantomspeisung direkt am Body
  • 16-Bit RAW-Ausgabe über HDMI für maximale Postproduktionsflexibilität

Schwächen:

  • Kein integrierter EVF
  • Relativ hoher Anschaffungspreis (ca. 5.500–6.500 Euro)
  • Nur 12 MP, nicht für hochauflösende Standbilder geeignet
  • Kein internes RAW-Recording
  • Größer und schwerer als FX3

Für wen geeignet?

Die Sony FX6 ist die ideale Kamera für professionelle Dokumentarfilmer und ENG-Kameraleute, die täglich unter wechselnden Lichtverhältnissen arbeiten. Der variable ND-Filter spart Zeit und eliminiert den Einsatz von Matte-Box-Systemen in vielen Situationen. Werbefotografen und kommerzielle Produktionsunternehmen schätzen die hohe Bildqualität bei extremen Lichtsituationen dank des Dual-Base-ISO-Systems. Für Nachrichtenteams und Reportagekameraleute bietet die FX6 eine professionelle Tonlösung ohne externes Zusatzzubehör. Sie ist weniger geeignet für rein studiobasierte Produktionen, die größere Cinema-Rigs bevorzugen, oder für Fotografen, die Standbilder benötigen.

In der Praxis

Im Produktionsalltag wird die FX6 häufig auf einem Sachtler- oder Vinten-Fluid-Stativkopf betrieben. Für Handheld-Produktionen empfiehlt sich ein Kamerakäfig mit Schulterstütze. Der variable ND-Filter erlaubt das Arbeiten mit offener Blende auch im Freien ohne zusätzliche Filter-Systeme. Für Cinema-Workflow empfiehlt sich S-Log3 mit anschließender Farbkorrektur in DaVinci Resolve. Die Dual-Base-ISO-Funktion sollte im Menü bei niedrigem Licht aktiv auf 12.800 gesetzt werden, um Rauschartefakte zu minimieren. Als Objektive bewähren sich Cine-Prime-Optiken im PL-Mount über einen entsprechenden Adapter oder Sony-FE-GM-Objektive.

Vergleich & Abgrenzung

  • Sony FX3: Günstiger, kompakter, kein interner ND-Filter, kein integriertes XLR am Body. Die FX3 ist besser für Solo-Operatoren mit kleinem Setup.
  • Sony FX9: Bietet 6K-Sensor, 15+ Blendenstufen Dynamikumfang, vollständigere Cinema-Ausstattung, aber deutlich größer, schwerer und teurer.
  • Canon EOS C70: Ähnliche Preisklasse, Super-35-Sensor statt Vollformat, DGO-Sensor für hohen Dynamikumfang, aber kein variabler ND-Filter intern.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie funktioniert der variable ND-Filter der FX6? Der elektrisch regelbare ND-Filter ist im optischen Strahlengang integriert und kann stufenlos zwischen 1/4 und 1/128 eingestellt werden. Das ermöglicht eine präzise Belichtungssteuerung, ohne den Aufnahmefluss zu unterbrechen. Per Tastendruck oder Menürad lässt er sich schnell anpassen, was besonders bei sich schnell ändernden Lichtverhältnissen entscheidend ist.

Welchen Rekorder braucht man für RAW-Ausgabe? Für die 16-Bit-RAW-Ausgabe über HDMI werden Rekorder benötigt, die das Sony RAW-Format unterstützen. Der Atomos Sumo 19M und kompatible Shogun-Modelle sind häufig verwendete Optionen. Die Aktivierung der RAW-Ausgabe erfordert eine kostenpflichtige Firmware-Erweiterung (ILME-FX6 RAW Output Upgrade).

Verwandte Einträge

Weiterführend

  • Sony Professional: ILME-FX6 Bedienungsanleitung und Datenblatt, Sony Corporation, 2020
  • Newsshooter: „Sony FX6 In-Depth Review", newsshooter.com, 2020
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