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Cooke S4/i Prime ist eine vollständige Serie professioneller PL-Mount-Cine-Festbrennweiten von Cooke Optics (Leicester, England), bekannt für den unverwechselbaren „Cooke Look" – einen warmen, natürlich-organischen Bildcharakter, der in zahllosen Hollywood-Produktionen und internationalen Kinofilmen eingesetzt wird.

Rubrik: Equipment · Unterrubrik: Objektive · Niveau: Fortgeschritten

Technische Daten (Beispiel: S4/i 50mm T2):

EigenschaftWert
Verfügbare Brennweiten18, 21, 25, 27, 32, 35, 40, 50, 65, 75, 100, 135, 150, 180, 300 mm
Lichtstärke / T-StopT2 (Standard; T2.8 bei 300mm)
AutofokusNein (vollständig manuell)
Fokusring-Rotation300°+
Frontmaß (270° Rotation)110 mm (Standard für alle Brennweiten)
Gewicht1.050–2.200 g je nach Brennweite
Min. Fokusabstand58 cm (25mm) bis 120 cm (300mm)
Blendenlamellen9
Bildkreis31,1 mm (S35)
BajonettPL-Mount
/i TechnologyJa (Objektiv-Metadaten-Protokoll)
WetterschutzNein (Cine-Objektive)
Straßenpreis ca.12.000–22.000 € pro Objektiv (Stand 2024/25)

Was sind Cooke S4/i Primes?

Cooke Optics ist eines der ältesten und renommiertesten Objektivhersteller der Welt, gegründet 1893 in London. Cooke-Linsen haben eine durchgehende Geschichte in der Filmproduktion vom Stummfilm bis heute; Cooke-Objetive wurden in Filmen wie Lawrence of Arabia, 2001: A Space Odyssey, The Dark Knight, Gravity und Blade Runner 2049 eingesetzt.

Die S4/i-Serie (eingeführt 1999, mit laufenden Updates) ist Cookes Standard-Cine-Prime-Set für Super-35-Kameras (ARRI Alexa, RED Dragon, Panavision, Sony Venice auf Super-35). Das „/i" bezeichnet das proprietäre /i Technology Metadata-Protokoll, das Cooke zusammen mit ARRI und anderen Partnern entwickelt hat: Dieses überträgt präzise Lens-Metadaten (Brennweite, Fokusabstand, Blende, T-Stop) über den PL-Bajonett-Anschluss direkt in die Kamera-Metadaten. Diese Daten sind für Visual-Effects-Produktionen essenziell für exakte Kamera-Rückverfolgung (Matchmoving).

Der Cooke Look

Der „Cooke Look" ist kein Marketing-Begriff, sondern ein anerkanntes optisches Phänomen, das in der Filmindustrie seit Jahrzehnten diskutiert wird. Er bezeichnet eine spezifische Bildcharakteristik:

Warm, organischer Hautton: Cooke-Objektive wiedergeben Hauttöne – besonders bei Tageslicht und Glühlampen-Licht – mit einer Wärme, die von vielen als natürlicher und schmeichelhafter gilt als kühlere, neutralere Optiken.

3D-Plastizität: Cooke-Nutzer beschreiben eine tiefere, dreidimensionalere Abbildung, bei der Motive plastisch aus dem Hintergrund heraustreten.

Weicher Schärfe-Unschärfe-Übergang: Der Übergang von scharf zu unscharf erfolgt allmählicher und weniger abrupt als bei überkorrekt kompensierter moderner Optik.

Charakteristische Schärfe: Scharf, aber nicht klinisch. Im Vergleich zu den schärfsten modernen Optiken (Zeiss Master Primes, ARRI Signature) ist der S4/i minimal weicher – was viele DOPs als angenehmer empfinden.

Optische Eigenschaften

Die S4/i-Primes sind alle auf T2 ausgelegt (ausser 300mm T2.8) und decken Super-35-Bildkreis (31,1 mm Diagonale) ab. Ein Satz S4/i-Primes hat abgestimmte Farbwiedergabe und T-Stop-Kalibrierung zwischen allen Brennweiten, was mehrkameraigen Produktionen und einfache Farbkorrektur in der Post ermöglicht.

Schärfe: Sehr hoch, aber bewusst nicht auf das maximum kalibriert wie ARRI Signature Primes. Die S4/i-Kalibrierung sucht Schärfe plus Charakter.

Vignettierung: Bei T2 kontrollierte Vignettierung, die zum Cooke-Look beiträgt und nicht vollständig korrigiert wird.

Verzerrung: Sehr geringe Verzeichnung; für VFX-Produktionen kritisch relevant.

Flare: Cooke S4/i zeigen charakteristische, subtile Streulicht-Signaturen, die als ästhetisch geschätzt werden.

Beispiele – 5 Aufnahmesituationen

  1. Hollywood-Spielfilm-Produktion: Die S4/i sind die meistgemieteten Cine-Primes weltweit. Für Spielfilmproduktionen mit ARRI Alexa LF oder ARRI 35 sind S4/i der Standard. Kreditliste zahlloser Oscar-nomierter Filme.
  2. Werbespots für Luxusmarken: BMW, Rolex, Leica – Werbespots mit höchsten ästhetischen Ansprüchen werden oft mit Cooke gedreht. Der Cooke-Look verleiht Premium-Produkten eine zusätzliche Wärme.
  3. High-End-Serien-Produktion (HBO, Netflix Premium Tier): Für Series wie Succession oder The Crown werden exklusive Prime-Sets (darunter Cooke S4/i oder S5/i) eingesetzt.
  4. Dokumentarfilm für Kinoveröffentlichung: Für Kinodokus (z.B. Planet Erde-Äquivalente), bei denen der Look auf die Kinoleinwand projiziert wird, sind Cooke-Primes die erste Wahl für Directors of Photography, die Textur und Wärme über sterile Perfektion stellen.
  5. Werbefilm für Food- und Lifestyle-Produkte: Der warme Cooke-Look ist für Food-Fotografie und -Film ideal, wo Wärme und Appetitlichkeit visuell vermittelt werden sollen.

In der Praxis

Cooke S4/i Primes werden fast ausschließlich über Kameraverleihe gemietet – ein Einzelobjektiv kostet 12.000–22.000 €, ein kompletter Satz 70.000–150.000 €. Selbst große Produktionshäuser kaufen selten ein vollständiges Set; der Verleih ist das übliche Modell.

Cooke bietet für alle S4/i-Objektive regelmäßige Serviceintervalle an. Die Objektive sind extrem robust gebaut für jahrzehntelangen Produktionseinsatz; es sind S4/i-Sets im Einsatz, die zwanzig Jahre alt sind.

Das /i Technology Metadaten-Protokoll ist kompatibel mit ARRI-Kameras und deren Bild-Metadaten-Workflow. Die Metadaten werden in .mov-Dateien (ARRI RAW) eingebettet und können in Matchmoving-Software (SynthEyes, 3DEqualizer) ausgelesen werden.

Kompatible Kamerasysteme: Alle PL-Mount-Kameras: ARRI Alexa 35, Alexa Mini LF, AMIRA; RED MONSTRO 8K, Panavision DXL2; Sony Venice 2, Sony BURANO (via PLM-Adapter); Blackmagic URSA Mini Pro 12K (PL-Version)

Vergleich & Abgrenzung

Set (4 Primes ca.)LookPreis/Set
Cooke S4/i 4er-SetWarm, organisch50.000–80.000 €
ARRI/Zeiss Master Prime 4er-SetNeutral, scharf60.000–100.000 €
ARRI Signature Prime 4er-SetNeutral, ultra-scharf80.000–120.000 €
Zeiss Supreme Prime 4er-SetNeutral, modern40.000–70.000 €
Sigma Cine Fast Prime 4er-SetNeutral, Budget-Profi5.000–8.000 €

Cooke, ARRI und Zeiss Supreme bewegen sich preislich ähnlich. Der Unterschied liegt im Look: Cooke warm/organisch, ARRI Master neutral/steril, Zeiss Supreme modern/präzise. DOPs wählen nach dem gewünschten Bildcharakter ihrer Produktion.

Häufige Fragen (FAQ)

Was ist /i Technology und welchen Nutzen hat es für Postproduktion? Das /i Technology Protokoll (von Cooke entwickelt, 2006 mit ARRI standardisiert) überträgt Frame-genaue Lens-Metadaten (Fokusabstand, T-Stop, Bildwinkel, Distortion-Koeffizienten) über den PL-Anschluss in die Kamera. Diese Daten werden in Dateimetadaten gespeichert und können in VFX-Workflows (Matchmoving, Lens-Undistortion) genutzt werden. Das beschleunigt VFX-Arbeit erheblich, besonders bei komplexen Szenen mit vielen Tracking-Punkten.

Welche neueren Cooke-Serien gibt es gegenüber dem S4/i? Das S4/i ist für Super-35. Für Vollformat/Large-Format gibt es Cooke S7/i (für ARRI LF, Panavision Millennium DXL2), Cooke Anamorphic/i und Cooke XTAL Express (Large Format). Alle nutzen /i Technology.

Verwandte Einträge

Weiterführend

  • Cooke Optics Produktseite: S4/i (cookeoptics.com)
  • Cooke Optics: /i Technology White Paper (PDF)
  • American Cinematographer: The Cooke Look Feature Article
  • CineD: What is the Cooke Look? (cined.com)
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