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Sony FE 85mm f/1.4 GM (SEL85F14GM) ist eine Vollformat-Porträtfestbrennweite mit f/1.4-Lichtstärke für das Sony-E-Mount-Bajonett, erschienen 2016, bekannt für exzellentes Bokeh, kristallklare Abbildungsleistung und einen der schnellsten AF-Antriebe in der 85-mm-Klasse.

Rubrik: Equipment · Unterrubrik: Objektive · Niveau: Fortgeschritten

Technische Daten:

EigenschaftWert
Brennweite85 mm
Lichtstärkef/1.4
AutofokusRingförmiger XD-Linearmotor
Filtergewinde77 mm
Gewicht820 g
Länge / Durchmesser107,5 mm / 89,5 mm
Min. Fokusabstand85 cm
Abbildungsmaßstab0,12×
Blendenlamellen11 (kreisrund)
Optisches Schema11 Elemente in 8 Gruppen
WetterschutzJa
Straßenpreis ca.1.899 € (Stand 2024/25)

Was ist das Sony FE 85mm f/1.4 GM?

Das Sony FE 85mm f/1.4 GM (SEL85F14GM) gilt als eines der ikonischsten Objektive im gesamten spiegellosen Vollformatsystem. Seit seiner Markteinführung 2016 hat es sich als Goldstandard für Porträtfotografie im Sony-E-Mount-Ökosystem etabliert. Es verbindet die Bildcharakteristik einer klassischen 85-mm-Porträtoptik – weiche Hintergrundunschärfe, schmeichelhafte Gesichtsrendition, angenehme Kompression – mit dem modernen Komfort schnellen, präzisen Autofokus.

Das Objektiv gehört zur G-Master-Linie und muss daher die strengsten Sony-internen Qualitätskriterien erfüllen: höchste Randauflösung nach der Sony-MTF-Methode, Bokeh-Qualität gemessen an der Rundheit und Gleichmäßigkeit der Unschärfebälle sowie eine vollständige Wetterschutz-Versiegelung. Es richtet sich primär an Porträt-, Hochzeits- und Lifestyle-Fotografen sowie an Video-Shooter, die Talking-Head-Aufnahmen mit echter Freistell-Wirkung benötigen.

Optische Eigenschaften

Das optische Design mit 11 Elementen in 8 Gruppen umfasst eine großformatige asphärische XA-Linse (Extreme Aspherical) – eine der aufwändigsten Schliff-Spezifikationen im Linsenportfolio –, zwei ED-Glas-Elemente sowie eine Nano-AR-Beschichtung. Die XA-Linse ist entscheidend für das charakteristische Bokeh: Sie verhindert Zwiebelringe und sorgt für eine cremige, gleichmäßige Hintergrundunschärfe.

Schärfe: Bei f/1.4 zeigt das GM bereits eine hohe Mitte-Schärfe, die Ränder sind wie bei allen f/1.4-Optiken etwas weicher. Ab f/2.8 ist das gesamte Bildfeld ausgezeichnet scharf; bei f/5.6 wird ein absolutes Spitzenniveau erreicht.

Bokeh: Das Markenzeichen des Objektivs. Die Unschärfebälle sind selbst bei 85 mm bei näheren Hintergrundstrukturen außergewöhnlich rund und ohne sichtbare Zwiebelring-Muster – ein direktes Ergebnis der XA-Linse. Der Übergang von scharf zu unscharf erfolgt sanft und natürlich, ohne abrupte „nervöse" Kanten.

Vignettierung: Bei f/1.4 deutliche Vignettierung (ca. 2,5 EV), die jedoch bei f/2 auf unter 1 EV sinkt. Kameraprofile korrigieren automatisch.

Verzeichnung: Praktisch verzerrungsfrei – typisch für Festbrennweiten im mittleren Telebereich.

Chromatische Aberrationen: Längs-CA bei f/1.4 sichtbar (lila/grüne Fransen bei kontrastreichen Kanten), bei f/2.8 nahezu verschwunden.

Beispiele – 5 Aufnahmesituationen

  1. Porträt-Shooting im Studio: Bei f/1.4 bis f/2.8 liefert das 85mm GM makellose Haut-Rendition mit weichem, tiefem Hintergrundunschärfe. Brautfotos, Bewerbungsbilder und kreative Porträt-Sessions profitieren von der schmeichelnden Kompression.
  2. Hochzeit – Kirchenreportage: Das f/1.4-Öffnungsverhältnis ermöglicht in schlecht beleuchteten Kirchenräumen niedrige ISO-Werte (ISO 1600 statt ISO 6400), was Rauschen minimiert und schnelle Verschlusszeiten für scharf eingefrorene Momente sichert.
  3. Interview-Video auf Gimbal: Für Talking-Head-Videoformate, Doku-Interviews oder YouTube-Gespräche erzeugt das 85mm GM bei f/2 bis f/2.8 die typische „Kino-Freistell"-Optik, bei der die Person gestochen scharf vor butterweichem Hintergrund erscheint.
  4. Mode-Fotografie Outdoor: Das Tele-Normalverhältnis erlaubt es, 2–3 Meter vom Motiv entfernt zu stehen und dennoch enge Ausschnitte zu erzielen. Das ist für Models angenehm und für natürliches Licht-Shooting auf öffentlichen Plätzen nützlich.
  5. Sport und Action (mit Tracking): Zwar kein primäres Sportobjektiv, aber der XD-Linearmotor ist schnell genug für Tanzsport, Kampfsport oder ähnliche Indoor-Disziplinen mit Sony Real-Time-Tracking (A9 III, A1).

In der Praxis

Das 85mm GM arbeitet mit nahezu geräuschlosem Autofokus, der durch den XD-Linearmotor angetrieben wird. In Verbindung mit den KI-gestützten AF-Modi (Augen-AF, Animal AF) der Sony-Alpha-Kameras ist das Handling nahezu foolproof. Der Fokusring läuft butterweich und erlaubt manuelle Feinkorrekturen; ein dedizierter AF/MF-Schalter und ein Fokus-Hold-Knopf sind vorhanden.

Ein kleines Manko: Der minimale Fokusabstand von 85 cm ist für engere Ausschnitte von Gegenständen oder Pflanzen etwas weit. Wer häufig Halbnahaufnahmen braucht, sollte ein Extension Tube oder ein dedizierteres Objektiv in Betracht ziehen. Das Gewicht von 820 g ist für eine Festbrennweite substanziell – ganztägiges Shooting auf Event kann ermüdend sein.

Kompatible Kameras (Auswahl): Sony A7 IV, A7R V, A9 III, A1, A7C II, FX3, FX6

Vergleich & Abgrenzung

ObjektivLichtstärkeGewichtPreis ca.
Sony FE 85mm f/1.4 GMf/1.4820 g1.899 €
Zeiss Batis 85mm f/1.8f/1.8475 g1.399 €
Sigma 85mm f/1.4 Art DG DNf/1.4625 g799 €
Samyang AF 85mm f/1.4 FEf/1.4568 g499 €
Sony FE 85mm f/1.8f/1.8371 g599 €

Das Sigma 85mm Art DG DN ist der natürliche Hauptkonkurrent: 250 g leichter, rund 1.100 € günstiger, mit ebenfalls sehr hoher Bildqualität und gutem Bokeh. Das Sony GM hat leicht die Nase vorn bei Bokeh-Reinheit und Autofokusgeschwindigkeit. Das Zeiss Batis 85mm ist kleiner und leichter, aber auf f/1.8 limitiert – ausreichend für viele, aber nicht für den bokeh-maximierenden Ansatz.

Häufige Fragen (FAQ)

Ist das Sony FE 85mm f/1.4 GM für Videoproduktionen geeignet? Ja, mit Einschränkungen. Der AF ist schnell und leise; für statische Szenen und Interviews ist es hervorragend. Der Fokus-Breathe (Veränderung des Bildwinkels beim Fokussieren) ist vorhanden, stört aber nur bei extremen Rack-Focus-Übergängen. Für professionelle Cine-Einsätze mit Follow-Focus-Systemen sind dedizierte Cine-Modifikationen empfehlenswert.

Wie unterscheidet sich das GM von günstigeren Sony-FE-85-mm-Optionen? Das Sony FE 85mm f/1.8 (ca. 599 €) liefert ebenfalls sehr gute Bildqualität und ist nur eine halbe Blende langsamer. Der Qualitätsunterschied beim Bokeh ist bei direktem Vergleich sichtbar, im Alltagseinsatz aber für die meisten Aufgaben nicht entscheidend. Das GM lohnt sich für Profis, die maximale Flexibilität bei schlechtem Licht und premium Bokeh benötigen.

Verwandte Einträge

Weiterführend

  • Sony-Produktseite: sel85f14gm (sony.de)
  • The Phoblographer: Sony 85mm f/1.4 G Master Review
  • DPReview: Sony FE 85mm f/1.4 GM – Sample Gallery
  • Dustin Abbott: Bokeh Comparison 85mm Lenses (YouTube)
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