ZEISS CP.3 (Compact Prime 3) ist eine Serie kompakter Cine-Festbrennweiten von Carl Zeiss, erhältlich für PL-, EF-, E- und MFT-Mount, mit T*-Vergütung, metrischer Fokusskalierung, 0,8-Mod-Zahnkranz für Motorfolge und T-Stop-Kalibrierung – konzipiert für Indie-Film-, Werbe- und Broadcast-Produktionen mit professionellen Cine-Workflows.
Rubrik: Equipment · Unterrubrik: Objektive · Niveau: Fortgeschritten Synonyme / Auch bekannt als: Zeiss Compact Prime 3, ZEISS CP.3 XD, CP.3 PL, CP.3 EF
Was sind ZEISS CP.3 Cine Lenses?
Die Compact-Prime-Serie wurde ursprünglich 2009 (CP.1) als budgetfreundliche Alternative zu Arri/Zeiss Ultra Primes eingeführt. Die dritte Generation (CP.3, 2017) überarbeitet Optiken, Gehäuse und Naheinstellgrenzen und bietet gegenüber CP.2 verbesserte Cine-Eigenschaften. Die CP.3-Serie umfasst zehn Brennweiten von 15mm bis 135mm (15, 18, 21, 25, 28, 35, 50, 85, 100mm Macro, 135mm), alle mit einer konstanten Frontlinsengröße und Front-Durchmesser von 95 mm (Bajonett-Ring wechselbar zwischen PL, EF, E-Mount, MFT – je nach Konfiguration). Die Zielgruppe sind unabhängige Filmemacher, Werbefilmproduktionen, Dokumentarfilmer und TV-Produktionen, die Cine-Standards erfüllen wollen ohne Budget für Ultra Primes oder Master Primes.
Eigenschaften & Spezifikationen
Vollständige CP.3-Brennweitenreihe:
| Brennweite | T-Stop | Nahgrenze | Gewicht | Bildkreis |
|---|---|---|---|---|
| CP.3 15mm | T2.9 | 0,30 m | 700 g | Vollformat |
| CP.3 18mm | T2.9 | 0,25 m | 740 g | Vollformat |
| CP.3 21mm | T2.9 | 0,27 m | 770 g | Vollformat |
| CP.3 25mm | T2.1 | 0,25 m | 720 g | Vollformat |
| CP.3 28mm | T2.1 | 0,25 m | 720 g | Vollformat |
| CP.3 35mm | T2.1 | 0,30 m | 750 g | Vollformat |
| CP.3 50mm | T2.1 | 0,45 m | 780 g | Vollformat |
| CP.3 85mm | T2.1 | 0,80 m | 840 g | Vollformat |
| CP.3 100mm Macro | T2.1 | 0,35 m (1:1) | 840 g | Vollformat |
| CP.3 135mm | T2.1 | 1,00 m | 1.000 g | Vollformat |
Alle CP.3-Objektive haben eine identische Frontdurchmesser von 95 mm und denselben 0,8-Mod Zahnkranz für Fokus-Motor (Follow Focus). Der Fokusweg beträgt ca. 270°, was präzises Fokuspulling ermöglicht. Blendenlamellen: 14, nahezu kreisrund. T*-Vergütung auf allen Glasoberflächen. Der wechselbare Bajonett-Ring (interchangeable Bajonett, IMS – Interchangeable Lens Mount System) ermöglicht den Wechsel zwischen PL, EF, E und MFT ohne Serviceeinsendung – ein wichtiges Feature für Verleihhäuser und Produktionen mit unterschiedlichen Kameraplattformen. Die CP.3 XD-Variante (Extended Data) kommuniziert Linsenmetadaten per /i-Protokoll (für Arri PL-Mount-Kameras: Cooke /i, zeiss eXtended Data) über den Objektivfuß.
Optische Qualität
CP.3-Objektive liefern charakteristischen Zeiss-Look: klare, schnörkellose Abbildung mit guter Mittenschärfe, neutraler Farbwiedergabe und T-Vergütungsqualität. Die Randabbildung ist für Cine-Standards (oft 2K-4K, S35-Sensor) gut; bei Vollformat-Vollauflösung (8K+) zeigen Ränder und Ecken bei offenen T-Stops etwas mehr Weichzeichnung als Ultra-Primes. Das Bokeh ist rund und gleichmäßig. Verzeichnung ist bei Weitwinkeloptiken (15mm, 18mm) leicht tonnenförmig, bei längeren Brennweiten praktisch nicht vorhanden. Chromatische Aberrationen durch T-Vergütung gut kontrolliert. Flare-Verhalten ist typisch Zeiss: kontrolliert und definiert, geringes Ghosting.
In der Praxis
CP.3-Objektive sind das Einsteigtor in den professionellen Cine-Objektivbereich und in Verleihhäusern häufig als Budget-Set verfügbar. Für Produktionen mit ARRI Alexa Mini LF, Sony Venice 2, Red Monstro oder Blackmagic URSA sind die CP.3 gut geeignet. Der konstante Frontdurchmesser ermöglicht Mattebox- und Filter-Systemintegration ohne Umrüstung zwischen Brennweiten. Die IMS-Bajonettflexibilität macht CP.3-Sets für Verleihhäuser besonders attraktiv. Für kleinere Sony-A7-Vollformat-Produktionen ist die E-Mount-Version ohne Adapter direkt einsetzbar. Fokuspulling per Wireless-Follow-Focus-System (z. B. Tilta Nucleus, DJI Focus Pro) funktioniert einwandfrei über den 0,8-Zahnkranz. T-Stop-Kalibrierung (gegenüber f-Stop der Fotoobjektive) garantiert reproduzierbare Belichtung beim Brennweitenwechsel auf dem Set.
Vergleich & Abgrenzung
Gegenüber ARRI/Zeiss Ultra Primes: Ultra Primes sind optisch schärfer, teurer (Kauf: ca. 15.000 EUR/Brennweite, Miete: ca. 250 EUR/Tag/Stück), aber mit PL-Mount fix. CP.3 kostet ca. 2.500–4.000 EUR/Stück. Gegenüber Zeiss CP.2: CP.3 hat verbesserte Naheinstellgrenzen, neues IMS-Bajonett-System und überarbeitete Optiken; CP.2 ist günstig gebraucht verfügbar. Gegenüber Samyang XEEN / Rokinon Cine DS: Günstiger, aber ohne T*-Vergütung und ohne Zeiss-Rendering. Gegenüber Cooke S7/i: Cooke kostet ein Vielfaches, bietet aber den unverwechselbaren „Cooke Look" und /i-Daten.
Häufige Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen T-Stop und f-Stop? Der f-Stop ist ein mathematisch berechneter Wert (Brennweite geteilt durch Öffnungsdurchmesser). Der T-Stop (Transmission Stop) ist der tatsächlich gemessene Lichttransmissionswert, der Verluste durch Vergütung und Glaselemente berücksichtigt. Ein f/2.0-Fotoobjektiv kann T2.2 entsprechen, wenn die Vergütung 30 % Licht schluckt. Cine-Objektive werden in T-Stops kalibriert, weil auf dem Set reproduzierbare Belichtung bei Brennweiten-Wechsel entscheidend ist.
Kann ich CP.3-Objektive an einer DSLR für narrative Kurzfilme nutzen? Ja, mit entsprechendem Bajonett-Adapter. EF-Variante an Canon-EOS-Kameras ohne Adapter. Für Sony-E-Mount-Kameras (A7S III, FX3) gibt es native E-Mount-Varianten. Die Cine-Eigenschaften (Fokusweg, Zahnkranz, T-Stop) sind auch für DSLR-Produktionen wertvoll, wenn mit Follow Focus und Mattebox gearbeitet wird.
Verwandte Einträge
Weiterführend
- Zeiss.com: CP.3 Produktseite mit technischen Daten (zeiss.com/cinematography, 2024)
- American Cinematographer: CP.3 XD Praxistest (ASC Magazine, 2017)
- Buchempfehlung: Blain Brown – Cinematography: Theory and Practice (Focal Press, 4. Auflage, 2021)
