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Animationsfilm ist eine Filmgattung, in der Bewegung durch die schnelle Abfolge gezeichneter, computergenerierter oder anderweitig hergestellter Einzelbilder erzeugt wird, ohne dass reale Objekte oder Menschen live gefilmt werden.

Rubrik: Film & Mediendesign · Unterrubrik: Filmgattungen · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Trickfilm, Zeichentrickfilm, Animated Film, CGI-Film, Stop-Motion-Film

Was ist ein Animationsfilm?

Der Animationsfilm umfasst alle Filmformen, bei denen die Illusion von Bewegung nicht durch das direkte Filmen der Wirklichkeit entsteht, sondern durch die kunstvolle Erzeugung und Aneinanderreihung von Einzelbildern. Diese können von Hand gezeichnet, computergeneriert, aus Ton modelliert, mit Puppen oder Objekten gestellt (Stop-Motion) oder auf vielen anderen Wegen hergestellt werden. Animationsfilme richten sich heute an alle Altersgruppen und werden als Kurzfilm ebenso wie als Spielfilm realisiert.

Erklärung

Die Geschichte der Animation reicht bis zu den Phänakistoskopen und Zootropen des 19. Jahrhunderts zurück, die durch rotierende Bildfolgen Bewegungsillusion erzeugten. Der erste vollständig animierte Kurzfilm gilt als Émile Cohls Fantasmagorie (1908). Walt Disney revolutionierte das Medium mit dem ersten abendfüllenden Zeichentrickfilm Schneewittchen und die sieben Zwerge (1937). In den folgenden Jahrzehnten entwickelten sich international eigenständige Animationsschulen: das expressiv-verstörende osteuropäische Kino (Jan Švankmajer, Jiří Trnka), der japanische Anime (Miyazaki Hayao, Studio Ghibli) oder das sowjetische Sojusmultfilm-Studio.

Die wichtigsten Animationstechniken umfassen:

  • Cel-Animation (klassische Handzeichnung): Figuren und Hintergründe werden auf Transparentfolie (Cels) gezeichnet und fotografiert.
  • Stop-Motion: Physische Objekte, Knetfiguren oder Puppen werden millimeterweise bewegt und fotografiert (Claymation, Puppet Animation).
  • CGI (Computer Generated Imagery): Dreidimensionale Modelle werden am Computer animiert (Pixar, DreamWorks, Illumination).
  • 2D-Computeranimation: Digitale Zeichentechniken ersetzen die Cels (Flash-Animation, TVPaint).
  • Experimentelle Animation: Direkte Malerei auf Filmstreifen (Norman McLaren), Sand-Animation oder Pixilation.

Animationsfilme für Erwachsene – von Ralph Bakshis Fritz the Cat (1972) bis hin zu Ari Asters Eddington (2025) – haben sich als eigenständiges künstlerisches Feld etabliert. In Deutschland sind Studios wie das Filmhaus München oder Lupus Films sowie Einzelkünstler an Filmhochschulen aktiv. Der Animationsfilm ist zugleich Kunst- und Industrieform: Große Studios wie Pixar oder Disney beschäftigen Hunderte Fachkräfte, während unabhängige Kurzfilmanimatorinnen allein arbeiten können.

Beispiele

  1. Prinzessin Mononoke – Miyazaki Hayao, 1997 (japanischer Anime, Meisterwerk des Genres)
  2. Persepolis – Marjane Satrapi & Vincent Paronnaud, 2007 (autobiografische Graphic-Novel-Adaption, Schwarz-Weiß)
  3. Wallace & Gromit: Auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen – Nick Park, 2005 (Stop-Motion, Oscar-Gewinner)
  4. Waltz with Bashir – Ari Folman, 2008 (Animations-Dokumentarfilm, animierter Kriegsbericht)
  5. Der Maulwurf und die Rakete – Zdeněk Miler, 1965 (klassische osteuropäische Kinderanimation)

In der Praxis

Wer in die Animation einsteigen möchte, beginnt am besten mit einfachem 2D-Animations-Software wie Pencil2D (kostenlos) oder Toon Boom Harmony (professionell). Für Stop-Motion bieten sich günstige DSLR-Kameras und die Software Dragonframe an. CGI-Einsteiger greifen auf Blender zurück, das kostenfrei und professionell geeignet ist.

Animationsfilme sind zeitintensiv: Traditionelle Animation produziert 24 Bilder pro Sekunde, wobei jedes Bild einzeln gezeichnet werden muss. Studieninteressierte finden an der Filmakademie Baden-Württemberg, der HfG Offenbach oder der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) spezialisierte Animationsstudiengänge. Förderinstrumente sind FFA, Medienförderungen der Länder sowie der Deutsche Filmförderfonds (DFFF).

Vergleich & Abgrenzung

Während der konventionelle Spielfilm mit realen Schauspielerinnen und Schauspielern dreht, erschafft der Animationsfilm seine Welt vollständig künstlich. Der Experimentalfilm überschneidet sich mit experimenteller Animation, die keine narrative Absicht verfolgt. Der Dokumentarfilm kann animierte Sequenzen enthalten (Animadoc), bleibt aber in seinem Kern nicht-fiktional und realitätsbezogen. Der Kurzfilm ist für Animatorinnen und Animatoren oft das bevorzugte Format, da lange Produktionszeiten kurze Formate wirtschaftlicher machen.

Häufige Fragen (FAQ)

Was unterscheidet Animationsfilm von anderen Filmformen? Der wesentliche Unterschied liegt im Herstellungsprozess: Statt reale Vorgänge zu filmen, wird jede Bewegung künstlich erzeugt. Dies ermöglicht absolute Gestaltungsfreiheit – Physik, Anatomie und Raumgesetze können nach Belieben modifiziert werden. Animationsfilme können deshalb Geschichten erzählen, die in Live-Action unmöglich wären.

Wie wird Animationsfilm gefördert/finanziert? In Deutschland fördert die FFA Animationsprojekte ebenso wie Live-Action-Projekte. Spezifische Animationsförderungen gibt es im Rahmen von Kulturprogrammen der Länder sowie über den Deutschen Filmförderfonds (DFFF). International wichtig sind Koproduktionsprogramme im Rahmen der EU-Initiative Creative Europe (MEDIA). Für Kurzanimationen bieten sich außerdem Kunsthochschulförderungen und Stipendien an.

Weiterführend

  • Thomas, Frank / Johnston, Ollie: The Illusion of Life. Disney Animation. New York: Hyperion, 1995.
  • Wells, Paul: Animation and America. New Brunswick: Rutgers University Press, 2002.
  • Filmakademie Baden-Württemberg: Studiengang Animation.
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