Dauerlicht und Blitz bezeichnen die zwei grundlegenden Kategorien von Kunstlichtquellen in der Fotografie, die sich in Lichtcharakter, Einsatzmöglichkeit und Energieeffizienz fundamental unterscheiden.

Rubrik: Fotografie & Digital Imaging · Unterrubrik: Lichtsetzung · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Continuous Light vs. Strobe, LED-Licht vs. Studioblitz, Hot Light

Was ist Dauerlicht vs. Blitz?

Die Frage nach Dauerlicht oder Blitz ist eine der ersten Weggabelungen, vor denen Fotografen und Videoproduzenten stehen, wenn sie ein Licht-Setup aufbauen. Beide Lichttypen können dasselbe optische Ergebnis erzielen – ein gut ausgeleuchtetes Bild –, unterscheiden sich aber erheblich in der Art, wie sie dieses Ergebnis erzeugen, und in ihren Vor- und Nachteilen für verschiedene Anwendungsfälle.

Erklärung

Dauerlicht Dauerlicht (englisch: Continuous Light) leuchtet kontinuierlich, also permanent. Früher wurden Dauerlichter als Tungsten- oder Halogen-Leuchten realisiert (sogenanntes "Hot Light"), die sehr heiß wurden und viel Strom verbrauchten. Heute dominieren LED-Dauerlichter den Markt vollständig. Moderne LED-Panels sind:

  • Energieeffizient und wenig Wärme abgebend
  • In Farbtemperatur und Helligkeit regelbar (Bi-Color-LEDs: 3200–5600 K)
  • Sofort einsatzbereit ohne Aufwärmphase
  • Geräuschlos
  • In CRI-Werten verfügbar, die natürliche Lichtqualität imitieren

Dauerlicht hat einen entscheidenden Vorteil: Was die Kamera sieht, ist identisch mit dem, was das Auge sieht. Belichtung, Schatten und Highlights können direkt beurteilt werden, ohne Testaufnahmen. Das ist besonders für Einsteiger und für Videoaufnahmen entscheidend.

Blitz (Studioblitz / Speedlight) Blitzlicht ist eine kurze, sehr intensive Lichtentladung. Die Blitzdauer beträgt typischerweise 1/500 bis 1/10.000 Sekunde – so kurz, dass auch schnelle Bewegungen scharf eingefroren werden können. Ein Blitz liefert bei gleicher Leistungsaufnahme deutlich mehr Licht als ein Dauerlicht, weil er alle Energie in einem sehr kurzen Moment aussendet.

Vorteile des Blitzes:

  • Sehr hohe Lichtleistung
  • Einfrieren von Bewegung (sport- und actiontauglich)
  • Tageslichtbalance ohne Flimmern
  • Geringe Wärmeentwicklung im Betrieb
  • Überbelichtung durch Umgebungslicht verhindern

Nachteile des Blitzes:

  • Ergebnis erst nach der Aufnahme beurteilbar (nur über Modellierlampe schätzbar)
  • Nicht für Video geeignet
  • Komplexere Synchronisationstechnik nötig

Mixed Use: Foto und Video Wer sowohl fotografiert als auch filmt, steht vor der Entscheidung, ob er zwei separate Systeme betreiben oder auf ein Dauerlicht-System setzen will, das für beide Anwendungen geeignet ist. Leistungsstarke Bi-Color-LED-Panels (z. B. Godox SL150W, Aputure 600d) sind heute so leistungsfähig, dass sie auch für anspruchsvolle Fotosessions ausreichen.

Beispiele

  1. Videointerview: Ein Journalist produziert ein Interview-Video für YouTube. Er verwendet drei LED-Panels im Dreipunktlicht-Setup, weil das Bild der Dauerlichter direkt beurteilt werden kann und Blitz bei Video nicht möglich ist.
  2. Modefotografie: Eine Modephotografin setzt zwei 600-Ws-Studioblitze ein, um Bewegungsunschärfe durch schnelle Modelbewegungen zu eliminieren und das Tageslicht zu übertönen.
  3. Heimstudio Porträts: Ein Einsteiger kauft ein LED-Panel-Set für 200 Euro und fotografiert und filmt damit sein gesamtes Heimstudio-Content – Dauerlicht als vielseitige Lösung für beide Medien.
  4. Sportfotografie Indoor: Für eine Hallen-Sportveranstaltung setzt ein Sportfotograf Hochleistungsblitze ein, um bei kurzen Blitzzeiten Bewegungsschärfe zu gewährleisten.
  5. Podcast-Studio: Ein Podcaster richtet sein Studio mit Bi-Color-LEDs ein, die sowohl für die Videoaufnahmen des Gesprächs als auch für gelegentliche Still-Aufnahmen (Thumbnails, Portraits) genutzt werden.

In der Praxis

Für Einsteiger, die sowohl fotografieren als auch filmen, ist Dauerlicht (LED) die flexiblere und zugänglichere Lösung. Das direkte Sehen des Lichtergebnisses senkt die Lernkurve erheblich. Wer ausschließlich fotografiert und höchste Lichtleistung benötigt oder Bewegungsschärfe zu einem kritischen Faktor hat (Sport, Commercial), sollte in Studioblitze investieren. In professionellen Studios werden oft beide Systeme parallel verwendet: Studioblitze für Fotoarbeiten, LED-Dauerlicht für hybride Anwendungen und BTS-Videos.

Vergleich & Abgrenzung

MerkmalDauerlicht (LED)Blitz
Geeignet für VideoJaNein
LichtleistungMittelHoch
BewegungsschärfeÜber BelichtungszeitÜber Blitzdauer
BeurteilbarkeitDirektNur Modellierlampe
FarbtemperaturEinstellbarTageslicht (5500 K)
WärmeentwicklungGering (LED)Gering (Blitz)
Kosten EinstiegNiedrig–MittelMittel–Hoch

Häufige Fragen (FAQ)

Kann ich einen Blitz für Videoaufnahmen verwenden? Nein. Blitze erzeugen eine einzelne kurze Lichtentladung und sind nicht für die kontinuierliche Beleuchtung von Videoaufnahmen geeignet. Für Video ist ausschließlich Dauerlicht geeignet.

Sind LED-Dauerlichter hell genug für professionelle Fotografie? Moderne Hochleistungs-LEDs (400–600 W LED-Äquivalent) reichen für die meisten Studioarbeiten aus. Bei sehr großen Sets oder bei der Notwendigkeit, starkes Tageslicht zu übertönen, sind Studioblitze nach wie vor die bessere Wahl.

Was bedeutet CRI bei LED-Dauerlichtern? CRI (Color Rendering Index) ist ein Maß für die Farbwiedergabequalität einer Lichtquelle. Ein CRI von 95+ gilt als sehr gut und bedeutet, dass Farben unter diesem Licht nahezu identisch zu natürlichem Tageslicht erscheinen. Für professionelle Fotografie sollte man LED-Lichter mit CRI 95+ bevorzugen.

Verwandte Einträge

Weiterführend

  • Präkel, David (2007): Lighting. AVA Publishing.
  • Ang, Tom (2015): Photography: The Definitive Visual History. Dorling Kindersley.
  • Brown, Blain (2012): Cinematography: Theory and Practice. Focal Press.
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