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Der Beauty Dish ist ein flacher, runder Lichtmodifier (Reflexionsschale) mit einem kleinen, zentriert montierten Ablenkreflektor, der das Licht zurück in die Schale wirft, von dort gleichmäßig auf die Frontfläche verteilt wird und ein mittelhartes, charakteristisch strukturbetontes Licht mit ringförmigem Catchlight erzeugt.

Rubrik: Fotografie & Digital Imaging · Unterrubrik: Lichtsetzung · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Beauty-Schale, Dish, Reflektionsschale, Puck (umgangssprachlich), Schönheitsschale


Was ist ein Beauty Dish?

Der Beauty Dish ist ein speziell für die Beauty- und Mode-Fotografie entwickelter Modifier, der eine Lücke zwischen harten Lichtquellen (Bare Bulb, Fresnel) und weichen Lichtquellen (Softbox) füllt. Sein Licht ist charakteristisch: weicher als ein direkter Blitz, aber deutlich kontrastreicher und strukturbetonter als eine große Softbox. Es betont Haut- und Gesichtsstruktur, schafft präzise Schattenränder und erzeugt ein unverwechselbares, ringförmiges Catchlight im Auge.

In der professionellen Beauty-Fotografie ist der Beauty Dish eines der meistverwendeten Werkzeuge für das Hauptlicht. Er ist in zwei Ausführungen erhältlich: weiß innen (weicheres, neutraleres Licht) und silber innen (härteres, kontrastreicheres, kühleres Licht).


Erklärung

Funktionsprinzip: Im Inneren des Beauty Dish sitzt hinter der Blitzröhre ein kleines rundes Schälchen, das das direkte Licht nach hinten in die Schale des Modifiers reflektiert. Das Licht prallt von der weißen oder silberfarbenen Innenfläche ab und wird von dort auf die Frontfläche (offen oder mit Diffusionsgaze abgedeckt) verteilt. Es gibt keinen direkten Strahlweg vom Blitz zum Motiv – das Licht kommt ausschließlich vom Rand der Schale. Das erzeugt das charakteristische ringförmige Lichtmuster.

Größen: Beauty Dishes haben typischerweise 35–55 cm Durchmesser. Größere Versionen (60–70 cm) erzeugen weicheres Licht; kleinere Versionen (25–35 cm) härteres, für Ganzkörperaufnahmen oder als Akzentlicht.

Mit und ohne Diffusionsgaze: Die meisten Beauty Dishes werden optional mit einem weißen Diffusionstuch (Sock/Gaze) ausgeliefert, das über die Frontfläche gespannt wird. Ohne Gaze: härteres, charakteristischeres Licht mit deutlichem Ringmuster. Mit Gaze: weicheres, gleichmäßigeres Licht, ähnlicher einer kleinen Softbox, aber mit eigenem Charakter.

Mit Waben (Grid): Ein Wabengitter begrenzt den Abstrahlwinkel und verhindert Streulicht auf dem Hintergrund. Standard bei Studio-Setups mit dunklem Hintergrund.

Position: Der Beauty Dish wird üblicherweise direkt vor dem Modell oder leicht erhöht (Paramount-Position) eingesetzt. Er steht nah am Motiv – typisch 40–80 cm vom Gesicht – was sowohl die Weichheit maximiert als auch das Licht intensiv macht.

Weiß vs. Silber: Ein weißer Innenbelag erzeugt ein wärmeres, neutrales Licht, das Hauttöne angenehm darstellt. Silber innerhalb erzeugt kühleres, kontrastreicheres Licht und betont Strukturen und Texturen stärker. Für Schwarzweiß-Portraits und Fashion wird der Silber-Beauty-Dish oft bevorzugt; für Beauty-Retusche-Arbeit und Hauttöne der weiße.


Beispiele

  1. Beauty-Fotografie: Enge Close-Up-Aufnahmen von Gesichtern für Kosmetik-Werbung. Der Beauty Dish in 50 cm Abstand, direkt frontal oder leicht erhöht, liefert präzise Modellierung von Wangenknochen und Lippen, ohne die Haut zu übermäßig weich zu zeichnen.
  2. Modefotografie: Ganzkörper-Fashion-Editorials, bei denen das Outfit und die Körperhaltung ebenso wichtig sind wie das Gesicht. Der Beauty Dish liefert gleichmäßiges, nicht zu weiches Licht, das die gesamte Figur gut modelliert.
  3. Film/Cinematografie: In Film und TV wird das Pendant zum Beauty Dish als „Chicken Coop" (Softbox direkt auf Kameraachse) bezeichnet. Es liefert weiches, nahezu schattenfreies Gesichtslicht für Nahaufnahmen von Schauspielern.
  4. Bekannte Fotografen: Patrick Demarchelier und Mario Testino arbeiten regelmäßig mit Beauty Dishes als Hauptlicht. Rankin ist bekannt für seinen direkten Einsatz des Beauty Dish auf Kameraachse für intensive Eye-Contact-Portraits.
  5. DIY-Umsetzung: Ein alter weißer Kuchenform-Deckel mit einem kleinen Aluminiumteller in der Mitte als Ablenkreflektor, kombiniert mit einem kleinen LED-Blitz – das grundlegende Beauty-Dish-Prinzip lässt sich so sehr günstig nachbauen.

In der Praxis

  1. Beauty Dish am Blitzkopf montieren (Bajonett- oder Speedring-Anschluss je nach System).
  2. Optional: Diffusionsgaze aufspannen.
  3. Optional: Wabengitter aufsetzen.
  4. Modifier direkt vor dem Motiv, frontal oder in Paramount-Position (leicht erhöht, auf Nasenspitze gerichtet).
  5. Abstand: 40–70 cm vom Gesicht für typische Beauty-Aufnahmen.
  6. Belichtungstest: Der Beauty Dish ist kleiner als eine Octabox und erfordert mehr Lichtleistung bei gleichem Abstand.
  7. Fülllicht optional: weißer Reflektor von unten (Clamshell) oder kleine Softbox seitlich für Schattenkontrolle.

Vergleich & Abgrenzung

Der Beauty Dish liegt in der Lichtqualitätsskala zwischen der Octabox (weicher, flächiger) und dem Bare Bulb (hart, punktförmig). Gegenüber der Softbox betont der Beauty Dish mehr Struktur und Textur – er ist das richtige Werkzeug, wenn ein Bild "zu weich" aussieht und mehr Kontur braucht. Gegenüber dem Fresnel oder Snoot fehlt dem Beauty Dish die extreme Härte und Bündelung. Das Paramount-Licht ist ein Setup-Konzept; der Beauty Dish ist ein Modifier, der häufig für Paramount-Setups verwendet wird.


Häufige Fragen (FAQ)

Für welchen Hauttyp ist der Beauty Dish geeignet? Der Beauty Dish ist für Motive mit guter Hauttextur und Gesichtsstruktur besonders vorteilhaft – er betont Wangenknochen, Lippenkonturen und Augen. Bei sehr unreiner oder texturierter Haut kann die härtere Lichtqualität Makel stärker hervorheben. In diesem Fall empfiehlt sich ein Wechsel zur Octabox oder eine Kombination Beauty Dish + Diffusionsgaze.

Warum heißt er "Beauty Dish"? Der Name kommt von seiner primären Anwendung in der Beauty-Fotografie (Kosmetik, Haare, Make-up) und seiner tellerartigen ("dish") Form. Er wurde in den Fotostudios der Kosmetikindustrie popularisiert und hat sich von dort als Begriff in der gesamten Portrait- und Modefotografie etabliert.


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Weiterführend

  • Hunter, F. / Biver, S. / Fuqua, P. (2015): Light: Science and Magic. 4. Aufl. Focal Press.
  • Lester, A. (2013): Beauty Photography. Focal Press.
  • Online: Phlearn – „Beauty Dish vs. Softbox: A Side-by-Side Comparison"
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