← Zurück zu GenAI & Content Creation
Flux ist die Bildgeneratoren-Familie des deutschen Start-ups Black Forest Labs, gegründet 2024 von ehemaligen Stable-Diffusion-Entwickler:innen, mit den drei Modellen Flux Pro, Flux Dev und Flux Schnell als neuen State of the Art bei Bild-KI.

Rubrik: GenAI & Content Creation · Unterrubrik: KI-Bildgeneratoren · Niveau: Fortgeschritten Synonyme / Auch bekannt als: FLUX.1, BFL, Black Forest, Flux Pro/Dev/Schnell

Was ist Flux?

Flux ist eine Reihe von text-zu-bild-generativen KI-Modellen, entwickelt vom 2024 in Freiburg gegründeten Start-up Black Forest Labs. Das Team besteht aus Forscher:innen, die zuvor an Stable Diffusion bei Stability AI gearbeitet haben (u.a. Robin Rombach, Andreas Blattmann, Dominik Lorenz). Flux gilt aktuell als eines der leistungsstärksten Open-Source-Bildmodelle und konkurriert direkt mit Midjourney V6 und DALL·E 3.

Erklärung

Flux wurde im August 2024 in drei Varianten veröffentlicht, die unterschiedliche Lizenz- und Nutzungsstufen abdecken:

ModellLizenzStärkeGeeignet für
Flux ProKommerziell, API-onlyHöchste Qualität, beste Prompt-TreueAgenturen, Produktion
Flux DevNon-commercial / ForschungSehr hoch, lokal nutzbarTüftler, ComfyUI-User
Flux SchnellApache 2.0 (offen)Schnell, gute QualitätTests, kommerzielle Open-Source-Nutzung

Architektonisch nutzt Flux einen Rectified Flow Transformer mit 12 Milliarden Parametern, deutlich mehr als SDXL (3,5 Mrd.) und in der Familie der Multimodal Diffusion Transformer (MM-DiT), dieselbe Architektur-Idee wie SD3, aber mit deutlich verbesserter Implementation.

Stärken von Flux:

  • Außerordentliche Prompt-Treue: Komplexe, lange Prompts werden präziser umgesetzt als bei SDXL und oft besser als bei Midjourney V6.
  • Text-Rendering: Eingebetteter Text in Bildern (Schilder, Buchtitel, Beschriftungen) funktioniert deutlich zuverlässiger als bei SD-Modellen.
  • Anatomie: Hände, Finger und Augen werden mit weniger Artefakten generiert.
  • Stil-Vielfalt: Foto, Illustration, 3D-Render werden alle in hoher Qualität geliefert, ohne dass spezielle LoRAs nötig sind.

Schwächen:

  • Hardware-Anforderungen: Flux Dev braucht mindestens 24 GB VRAM (RTX 4090, A100); reduzierte Quantisierungen (Q4_K, NF4) ermöglichen Betrieb auf 12-GB-Karten, aber mit Qualitätsverlust.
  • Lizenz: Flux Dev darf nicht direkt kommerziell genutzt werden, kommerzielle Nutzung erfordert Flux Pro oder Flux Schnell (Apache 2.0).
  • Geschwindigkeit: Flux Dev braucht auf einer RTX 4090 etwa 15–30 Sekunden pro Bild bei 1024×1024, langsamer als SDXL.

Im Oktober 2024 wurde Flux 1.1 Pro veröffentlicht, im Dezember 2024 Flux 1.1 Pro Ultra (4-Megapixel-Modus). Im Open-Source-Bereich folgten Flux Tools (Inpaint, Outpaint, Depth, Canny, Pendants zu ControlNet) und Flux Redux für Bildvariationen.

Im Mai 2025 erschien FLUX.1 Kontext: ein In-Context-Editing-Modell, das Text-und-Bild-Prompts kombiniert und gezielte Bildbearbeitung ohne Masken ermöglicht. Im November 2025 folgte FLUX.2 mit vier neuen Varianten (Pro, Flex, Dev, Klein), das nochmals verbesserte Bildqualität und Kontrolloptionen bietet. FLUX.2 ist aktuell der State of the Art in der Flux-Familie (Stand Juni 2026).

Beispiele

  • Beispiel 1 (Werbebild mit Text): „Movie poster for 'Quantum Echoes', large title text, sci-fi atmosphere, neon city", Flux schreibt den Titel direkt ins Bild, in lesbarer Typografie.
  • Beispiel 2 (Komplexes Prompt-Setup): „A bearded chef with a blue apron is holding a knife, slicing red tomatoes on a wooden cutting board, sunlight streaming through a window on the left", Flux liefert exakt diese Komposition, während Midjourney und SDXL oft Details verfehlen.
  • Beispiel 3 (Hochaufgelöstes Produkt-Visual): Flux 1.1 Pro Ultra erzeugt 4-Megapixel-Bilder (2048×2048) ohne Upscaling, ideal für Print und große Banner.
  • Beispiel 4 (Lokaler ComfyUI-Workflow): Flux Dev in ComfyUI mit T5-Text-Encoder + CLIP-L + VAE, ausgeführt auf einer RTX 4090, mit GGUF-Quantisierung für 16-GB-Karten.
  • Beispiel 5 (Schneller Iterations-Workflow): Flux Schnell läuft mit 4 Diffusion-Steps in unter 3 Sekunden auf einer RTX 3090, ideal für Echtzeit-Mockups.
  • Beispiel 6 (LoRA-Training): Flux Dev wird zunehmend mit eigenen LoRAs trainiert (Replicate, fal.ai, lokale Tools wie Kohya SS); Charakterkonsistenz für Branding und IP-Content wird damit möglich.

In der Praxis

Wer Flux produktiv einsetzen will, hat drei Wege: über API-Anbieter (Replicate, fal.ai, Together.ai, Black Forest Labs API), lokal via ComfyUI (mit Flux Dev oder Schnell GGUF-Files) oder über Frontends wie Krea, Freepik Pikaso, Leonardo und Glif, die Flux integriert haben.

Für Studios empfiehlt sich Flux Pro über die offizielle BFL-API für maximale Qualität (ab ca. $0,05/Bild) oder Flux 1.1 Pro Ultra für Print-Anwendungen. Open-Source-Nutzer:innen wählen Flux Dev (für eigene Experimente, nicht-kommerziell) oder Flux Schnell (offene Lizenz, kommerziell nutzbar).

ComfyUI ist das natürliche Heimat-Tool für Flux: Workflows mit Flux + ControlNet (Flux Canny, Depth, Pose) + LoRA + Image-to-Image sind dort etablierter Standard. Tools wie InvokeAI und Forge unterstützen Flux ebenfalls.

Bei lokalem Betrieb auf weniger als 24 GB VRAM ist eine Quantisierung (FP8, NF4, Q4KM) unverzichtbar, Modelle wie „flux1-dev-Q4KS.gguf" laufen auf 12-GB-Karten, mit etwa 20% Qualitätsverlust gegenüber FP16.

Vergleich & Abgrenzung

MerkmalFlux ProMidjourney V6SDXLDALL·E 3
Prompt-TreueSehr hochHochMittelSehr hoch
Text im BildSehr gutSchwachSchwachSehr gut
Open SourceNur Schnell/DevNeinJaNein
Lokal nutzbarDev/SchnellNeinJaNein
PreisAPI ab $0,05Abo ab $10/MtKostenlosAPI

Flux ersetzt für viele Nutzer:innen SDXL als „Standard-Open-Source-Modell" und tritt im Premium-Bereich gegen Midjourney an. Für stilisierte Illustration bleibt Midjourney teils überlegen, für Foto-Realismus und Text-Treue gilt Flux mittlerweile als Maßstab.

Häufige Fragen (FAQ)

Darf ich Flux Dev kommerziell nutzen? Nein, Flux Dev hat eine eigene Non-Commercial-Lizenz. Für kommerzielle Nutzung gibt es zwei Optionen: Flux Schnell (Apache 2.0, frei nutzbar) oder Flux Pro über die BFL-API mit kommerziellen Nutzungsrechten. Bei Replicate und fal.ai sind die Lizenzbedingungen jeweils in den ToS geregelt.

Was sind die Hardware-Anforderungen für Flux lokal? Flux Dev in voller FP16-Präzision braucht ca. 24 GB VRAM (RTX 4090, A6000). Mit GGUF-Quantisierung (Q4KM) reichen 12 GB (RTX 3060 12GB), allerdings bei reduzierter Qualität. Flux Schnell ist genügsamer, läuft mit FP8 auf 16-GB-Karten flüssig.

Wo finde ich gute Flux-LoRAs? Civitai (civitai.com) ist die größte Sammlung, mit eigener Flux-Kategorie. fal.ai und Replicate bieten gehostete LoRA-Trainings. Beim Download auf die Lizenz des Basismodells achten, LoRAs für Flux Dev können nur in nicht-kommerziellen Settings genutzt werden.

Verwandte Einträge

Weiterführend

  • Black Forest Labs (2024): Announcing FLUX.1, Official Launch Blog. blackforestlabs.ai/announcing-black-forest-labs
  • Esser, Patrick et al. (2024): Scaling Rectified Flow Transformers for High-Resolution Image Synthesis. arxiv.org/abs/2403.03206
  • Black Forest Labs (2024): Flux.1 Model Card. huggingface.co/black-forest-labs/FLUX.1-dev
  • ComfyUI Documentation (2024): Flux Workflows. comfyanonymous.github.io/ComfyUI_examples/flux
← Zurück zu GenAI & Content Creation
Infotag

Sei am Mittwoch dabei.
Bring Eltern oder Freunde mit.

Ein halber Nachmittag, der dir drei Jahre Klarheit bringen kann. Kostenlos, unverbindlich, ehrlich.

  • Rundgang durch Studios, Schnitträume und Tonstudio
  • Echte Absolventenfilme sehen
  • 1:1-Beratung zu Bewerbung & BAföG
  • Studierende direkt fragen
  • Kaffee, kein Sales-Pitch
  • Auch online möglich

Platz beim Infotag reservieren

Dauert 30 Sekunden. Bestätigung per E-Mail.
100 % kostenlos · keine Verpflichtung · jederzeit absagbar