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Make.com (bis 2022 Integromat) ist eine visuelle No-Code-Automatisierungsplattform, die verschiedene Apps und Dienste miteinander verbindet und komplexe Workflows ohne Programmierung ermöglicht.

Rubrik: GenAI & Content Creation · Unterrubrik: KI-Workflows · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Integromat, Make, visuelle Automatisierungsplattform, No-Code-Workflow-Tool

Was ist Make.com?

Make.com ist eine cloudbasierte Automatisierungsplattform, die über 1.500 Apps und Dienste miteinander verbindet – von Google Drive und Notion über Mailchimp und Shopify bis hin zur OpenAI-API und Claude-API. Nutzer bauen sogenannte „Szenarien" (Workflows) visuell per Drag-and-Drop-Interface zusammen, ohne eine Zeile Code schreiben zu müssen. Im Kontext von KI-Content-Workflows ist Make.com das Verbindungsstück zwischen KI-Modellen (ChatGPT, Claude) und Content-Plattformen (WordPress, Social Media, E-Mail).

Erklärung

Grundkonzepte in Make.com:

Szenario: Ein Szenario ist ein visuell aufgebauter Workflow – eine Kette von Modulen, die automatisch ausgeführt wird. Jedes Szenario hat mindestens einen Trigger und eine oder mehrere Aktionen.

Trigger: Der Auslöser eines Szenarios. Mögliche Trigger:

  • Zeitbasiert: Jeden Montag um 8 Uhr
  • Ereignisbasiert: Wenn ein neues Google-Sheet-Dokument erstellt wird
  • Webhook: Wenn eine externe Anwendung einen HTTP-Request sendet
  • Manuell: Per Klick auf den „Run once"-Button

Modul: Jeder Schritt in einem Szenario ist ein Modul. Es gibt zwei Typen:

  • Action Module: Führen eine Aktion aus (Datei erstellen, E-Mail senden, API-Call)
  • Search Module: Suchen nach Daten (alle Sheets einer Datei auflisten)

Datenfluss: Zwischen Modulen werden Daten als Variablen weitergegeben. Beispiel: Das Google-Sheets-Modul liefert eine Zeile mit Produktnamen und Keywords → Das OpenAI-Modul erhält diese Daten als Prompt-Bestandteile → Das Ergebnis fließt als Text ins nächste Modul.

Operationen: Make.com verrechnet nach Operationen. Jede Modulausführung zählt als eine Operation. Der Free-Plan bietet 1.000 Operationen/Monat; der Core-Plan (9 $/Monat) bietet 10.000/Monat.

KI-Integration in Make.com: Make.com hat native Module für OpenAI (ChatGPT, Whisper, DALL-E) und unterstützt Claude über HTTP-Module mit API-Key. Typischer Einsatz: Textgenerierung, Bildgenerierung, Transkription als Teil eines größeren Workflows.

Praktisches Szenario-Beispiel – Automatisierter Blog-Post:

  1. Trigger: Neuer Eintrag in Google Sheets (Spalten: Keyword, Zielgruppe, Tonalität)
  2. Modul 2: OpenAI/Claude – Gliederung erstellen (Prompt mit Sheet-Variablen)
  3. Modul 3: OpenAI/Claude – Vollständigen Artikel schreiben (Gliederung als Input)
  4. Modul 4: WordPress – Neuen Entwurf erstellen (Artikel-Text und Titel übertragen)
  5. Modul 5: Slack – Benachrichtigung an Team senden

Dieser Workflow läuft vollautomatisch bei jedem neuen Sheet-Eintrag.

Beispiele

  1. Content-Agentur: Make.com-Szenario verarbeitet täglich 20 Keyword-Briefings aus einem Google Sheet automatisch zu Blog-Entwürfen in WordPress. Produktivitätssteigerung: 400 % gegenüber manueller Erstellung.
  2. E-Commerce Shop: Neues Produkt in Shopify → Make.com triggert automatisch Produktbeschreibungs-Generierung via Claude-API → Text wird direkt in Shopify gespeichert.
  3. Zeitersparnis-Kalkulation: Setup eines Make.com-Szenarios: 1–3 Stunden einmalig. Laufende Einsparung: 10–20 Stunden/Woche bei Content-Teams.
  4. Typischer Fehler: Fehlende Fehlerbehandlung: Wenn ein Modul fehlschlägt (z. B. API-Limit erreicht), bricht das Szenario ab. Lösung: Error-Handler-Module einbauen, die Fehler protokollieren und Wiederholungen starten.
  5. Best Practice: Jedes Szenario in einem separaten Make.com-Ordner mit aussagekräftigem Namen speichern. Screenshots der Szenario-Konfiguration als Dokumentation anlegen.

In der Praxis

Schritt-für-Schritt – Erstes Szenario aufbauen:

  1. Make.com-Konto erstellen (Free-Plan ausreichend zum Testen)
  2. Neues Szenario erstellen → ersten Trigger auswählen (z. B. Google Sheets – Watch Rows)
  3. Zweites Modul hinzufügen: OpenAI → Create Completion (oder HTTP-Modul für Claude-API)
  4. Daten aus Trigger-Modul per Variablen in Prompt einbauen (Drag-and-Drop)
  5. Ausgabe-Modul hinzufügen: Ergebnis in Google Sheets zurückschreiben oder E-Mail senden
  6. „Run once" zum Testen → Datenfluss prüfen → Szenario aktivieren

Tool-Stack: Make.com (Automatisierung), Google Sheets (Datenbasis), OpenAI API oder Anthropic Claude API (KI), Zielplattform (WordPress, Mailchimp, Shopify, Slack).

Kosten: Free: 1.000 Ops/Monat. Core: 9 $/Monat, 10.000 Ops. Pro: 16 $/Monat, 10.000 Ops mit erweiterten Features (Multi-step Error Handling, Priority Execution).

Vergleich & Abgrenzung

Im Vergleich zu Zapier ist Make.com komplexer in der Einrichtung, aber deutlich leistungsfähiger: Make.com unterstützt Schleifen, Bedingungen, Aggregatoren und Transformer – Zapier ist für einfachere 1-zu-1-Verbindungen besser geeignet. Gegenüber n8n (Open Source) bietet Make.com eine bessere Benutzerfreundlichkeit und managed Hosting, dafür weniger Anpassungsfreiheit und höhere Kosten bei Skalierung.

Häufige Fragen (FAQ)

Brauche ich Programmierkenntnisse für Make.com? Nein. Der visuelle Editor ist für Einsteiger zugänglich. Für fortgeschrittene Anforderungen (z. B. komplexe JSON-Transformationen, benutzerdefinierte API-Calls) sind grundlegende Daten-Kenntnisse hilfreich, aber nicht zwingend notwendig. Die Make.com-Community und offizielle Tutorials decken die meisten Anwendungsfälle ab.

Wie sicher sind meine Daten in Make.com? Make.com hat Server in der EU und ist ISO 27001 zertifiziert sowie DSGVO-konform. Sensible Daten (Kundendaten, Passwörter) sollten über die eingebauten Vault-Funktionen gespeichert werden, nicht in Klartext in Prompt-Feldern. Für besonders sensible Workflows empfiehlt sich n8n (self-hosted) als Alternative.

Verwandte Einträge

Weiterführend

  • Make.com Hilfe-Center: make.com/en/help
  • Make.com Academy (kostenlose Kurse): make.com/en/academy
  • Lemke, T. (2024): No-Code Automation mit Make.com. Independently Published.
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