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RSS-zu-Social-Automation ist ein Workflow, bei dem neue Beiträge aus RSS-Feeds automatisch per KI zusammengefasst und als plattformgerechte Social-Media-Posts aufbereitet und veröffentlicht werden.

Rubrik: GenAI & Content Creation · Unterrubrik: KI-Workflow & Automatisierung · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: RSS-KI-Pipeline, Content-Curation-Automation, Automated Social Publishing

Was ist ein RSS → KI → Social Workflow?

RSS (Really Simple Syndication) ist ein standardisiertes XML-Format, mit dem Websites neue Inhalte maschinenlesbar bereitstellen. Fast alle Nachrichtenportale, Blogs, Podcasts und Fachmedien bieten RSS-Feeds an. Kombiniert man RSS mit einem KI-Sprachmodell und einer Social-Media-Automatisierung, entsteht ein vollständiger Content-Curation-Workflow: Relevante externe Inhalte werden automatisch aufgegriffen, KI-aufbereitet und auf den eigenen Kanälen geteilt.

Dieser Workflow ist besonders für Medienunternehmen, Branchenportale, Thought-Leader-Accounts und Fachredaktionen relevant, die regelmäßig kuratierte Inhalte posten möchten, ohne jeden Beitrag manuell zu bearbeiten.

Erklärung

Schritt 1: RSS-Feed als Trigger

Ein RSS-Feed liefert neue Artikel als XML-Datenstruktur. Jeder Eintrag enthält typischerweise:

  • <title>: Artikelüberschrift
  • <description> oder <summary>: Kurzzusammenfassung oder Anteaser
  • <link>: URL zum Vollartikel
  • <pubDate>: Veröffentlichungsdatum
  • <author>: Verfasser (nicht immer vorhanden)

Automation-Plattformen wie Make.com Grundlagen oder n8n Workflow-Automatisierung haben native RSS-Reader-Module, die regelmäßig (alle 15–60 Minuten) neue Einträge prüfen und den Workflow starten.

Schritt 2: Artikel-Inhalt abrufen (optional, aber empfohlen)

Die meisten RSS-Feeds liefern nur einen Teaser, nicht den Volltext. Für eine hochwertige KI-Zusammenfassung empfiehlt sich, den vollständigen Artikel per HTTP-Request abzurufen und den Text zu extrahieren (HTML-Parsing). Tools dafür: Diffbot API, Mercury Parser API oder ein Custom-Scraper.

Für einfache Workflows genügt auch die <description> des RSS-Feeds als Input.

Schritt 3: KI-Zusammenfassung und Caption generieren

Der Artikeltext wird mit einem sorgfältig formulierten Prompt an ein Sprachmodell gesendet. Ein bewährter Prompt-Aufbau:

``` Du bist Social-Media-Redakteur für [Kanalname]. Schreibe einen LinkedIn-Post auf Basis dieses Artikels:

TITEL: {{title}} QUELLE: {{link}} INHALT: {{content}}

Anforderungen:

  • Max. 220 Wörter
  • Deutsch, professioneller Ton
  • Mit Hook-Sentence beginnen
  • 3 relevante Hashtags am Ende
  • Link zur Originalquelle einbauen

```

Je nach Zielplattform werden unterschiedliche Prompts benötigt: Twitter/X (max. 280 Zeichen), LinkedIn (bis 3.000 Zeichen), Instagram (emotional, mit Call-to-Action).

Schritt 4: Filter und Qualitätsprüfung

Nicht jeder RSS-Artikel ist relevant. Ein Filter-Schritt prüft z. B.:

  • Kategorie/Tag des Artikels
  • Schlüsselwörter in Titel oder Beschreibung
  • Datum (nur Artikel der letzten 24 Stunden)
  • Blacklist von Themen oder Quellen

In Make.com oder n8n wird dies per IF/Filter-Node umgesetzt.

Schritt 5: Post-Scheduling oder direkte Veröffentlichung

Der fertige Post wird entweder direkt veröffentlicht (wenn der Workflow vollautomatisch laufen soll) oder als Entwurf in einem Social-Media-Scheduling-Tool gespeichert (empfohlen für Qualitätssicherung):

  • Buffer: Einfaches API, gute Unterstützung für LinkedIn, Twitter/X, Instagram
  • Later: Fokus auf visuelle Plattformen (Instagram, Pinterest)
  • SocialBee: Mehr Optionen für Kategorisierung und Recycling
  • Hootsuite: Enterprise-Lösung mit breiten Integrationen

Schritt 6: Benachrichtigung und Logging

Nach jeder Pipeline-Ausführung empfiehlt sich eine Slack- oder E-Mail-Benachrichtigung mit dem generierten Post-Entwurf und einem Approve/Reject-Link. So bleibt der Mensch im Kreislauf, ohne jeden Schritt manuell anstoßen zu müssen.

Beispiele

Branchenmedium: Ein Fachmagazin für Medienwirtschaft abonniert 20 RSS-Feeds von internationalen Branchenportalen. Die Pipeline fasst täglich 5–10 relevante Artikel automatisch zusammen und erstellt LinkedIn-Posts auf Deutsch. Ein Redakteur erhält eine Übersicht und freigt Posts per Klick frei.

Thought Leader Account: Eine Medienberaterin nutzt einen RSS-KI-Workflow für ihren LinkedIn-Kanal. Täglich werden 2–3 relevante Artikel aufgegriffen und in 150-Wort-Posts umgewandelt, die ihr Standpunkt durch einen manuell hinzugefügten Kommentarsatz bekommt.

Lokales Newsportal: Nachrichten aus dem Landkreis (10 lokale Quellen per RSS) werden automatisch für Twitter/X und Facebook aufbereitet und als Entwürfe in Hootsuite gespeichert.

In der Praxis

Minimaler Workflow mit Make.com (kostenloser Plan reicht für Tests):

  1. Neues Szenario erstellen → RSS-Feed-Modul als Trigger → eigene RSS-URL eingeben (z. B. https://rss.spiegel.de/spiegel/thema/kuenstliche_intelligenz)
  2. HTTP-Modul → Volltext des Artikels laden (optional)
  3. OpenAI-Modul → Prompt mit Variablen ({{title}}, {{description}}) konfigurieren
  4. Filter-Modul → Nur Artikel der letzten 24 Stunden weiterverarbeiten
  5. Buffer- oder Slack-Modul → Post-Entwurf speichern oder Benachrichtigung senden
  6. Szenario aktivieren → Zeitplan: alle 60 Minuten

Dieser Workflow ist in 1–2 Stunden aufgesetzt und läuft dann vollständig automatisch.

Vergleich & Abgrenzung

AnsatzAufwandQualitätAutomatisierungsgrad
Manuell kuratierenHochSehr hoch0 %
RSS → Buffer (ohne KI)GeringMittel (Rohtext)70 %
RSS → KI → Social (mit Review)MittelHoch85 %
RSS → KI → Auto-Post (ohne Review)GeringMittel100 %

Der Workflow ohne Human-in-the-Loop ist für Accounts mit Reputationsrisiko nicht empfohlen.

Häufige Fragen (FAQ)

Welche RSS-Feeds eignen sich am besten? Qualitativ hochwertige Fachmedien mit gutem Volltext-RSS: Heise Online, Der Spiegel, t3n, Meedia, Horizont, Nieman Lab (englisch), Poynter (englisch). Für KI-Themen: The Verge (AI), MIT Technology Review.

Kann ich mehrere RSS-Feeds kombinieren? Ja. In Make.com oder n8n können mehrere RSS-Trigger in einem Szenario verarbeitet werden. Alternativ kann ein Feed-Aggregator-Dienst (Feedly, Inoreader) die Feeds vorbündeln und per API oder Webhook weitergeben.

Was tue ich, wenn der KI-Output nicht zur Marke passt? Der Prompt muss verfeinert werden. Spezifische Anweisungen zu Ton, Länge und Verboten ("Vermeide Superlative", "Nutze Sie-Form", "Immer Quellenangabe einbauen") verbessern die Konsistenz erheblich. Mehrere Test-Iterationen sind normal.

Ist die automatische Veröffentlichung rechtlich problematisch? Beim Teilen fremder Inhalte (auch zusammengefasst) gelten Urheber- und Zitatrecht. Ein Link zur Originalquelle und eine kurze eigene Einordnung sind rechtlich sicherer als die reine KI-Zusammenfassung ohne Quellenangabe. Im Zweifel juristischen Rat einholen.

Verwandte Einträge

Weiterführend

  • Buffer: The Complete Guide to RSS Feeds and Social Media, Buffer Blog, 2023
  • Doctorow, Cory: How RSS Still Matters in 2024, Pluralistic, 2024
  • OpenAI Cookbook: Summarization with ChatGPT, GitHub, 2023
  • Moritz, Stefan: Social Media Automatisierung: Chancen und Risiken, Medienwirtschaft Journal, 2022
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