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Das Book of Kells ist ein um 800 n. Chr. entstandenes irisches Evangeliar, berühmt für seine kunstvolle insulare Schrift und seinen außergewöhnlich reichen Buchschmuck.

Rubrik: Kalligrafie · Unterrubrik: Geschichte · Niveau: Fortgeschritten Synonyme / Auch bekannt als: Buch von Kells, Codex Cenannensis, Leabhar Cheanannais

Was ist das Book of Kells?

Das Book of Kells ist eine illuminierte Handschrift der vier Evangelien in lateinischer Sprache. Es entstand um 800 n. Chr. im iroschottischen Mönchsmilieu und gilt als Höhepunkt der insularen Buchkunst.

Erklärung

Das Book of Kells wurde auf hochwertigem Kalbspergament (Vellum) geschrieben und umfasst über 300 Blätter. Geschrieben ist es in einer sorgfältigen insularen Majuskel, einer Variante der Halbunziale, die in den Klöstern Irlands und Schottlands gepflegt wurde. Charakteristisch sind die dicht verschlungenen Ornamente: Flechtbänder, Spiralen, Tierfiguren und ganzseitige „Teppichseiten".

Die Gestaltung des Book of Kells ist so detailreich, dass selbst kleinste Zwischenräume mit Mustern gefüllt sind. Berühmt ist die Chi-Rho-Seite, auf der das Christusmonogramm zu einem flächendeckenden Geflecht ausgestaltet ist. Trotz aller Pracht enthält der Text zahlreiche Schreibfehler – ein Hinweis darauf, dass künstlerische Wirkung Vorrang vor philologischer Genauigkeit hatte.

Wahrscheinlich begann die Arbeit am Book of Kells im Kloster auf der schottischen Insel Iona und wurde später im irischen Kells fortgeführt. Heute wird das Werk in der Bibliothek des Trinity College in Dublin aufbewahrt und zählt zu den bekanntesten Handschriften der Welt.

Beispiele

  • Beispiel 1: Die kunstvoll gestaltete Chi-Rho-Seite (Folio 34r).
  • Beispiel 2: Ganzseitige Teppichseiten mit reinem Ornament.
  • Beispiel 3: Evangelistensymbole als ganzseitige Miniaturen.
  • Beispiel 4: Verschlungene Initialen am Beginn der Evangelien.
  • Beispiel 5: Tier- und Menschenfiguren, in den Text eingeflochten.

In der Praxis

Für die Kalligrafie ist das Book of Kells ein zentrales Studienobjekt für insulare Schriften und keltische Ornamentik. Viele Kalligraf/innen üben Flechtbandmuster und insulare Buchstabenformen nach historischen Vorlagen wie dieser. In Kursen zur Schriftgeschichte dient das Book of Kells als Paradebeispiel für die Verschmelzung von Schrift und Bildkunst.

Vergleich & Abgrenzung

Das Book of Kells ist verwandt mit anderen insularen Evangeliaren wie dem Lindisfarne-Evangeliar, übertrifft diese aber an Dichte und Reichtum des Schmucks.

MerkmalBook of KellsLindisfarne-Evangeliar
Herkunftiroschottischnordenglisch
Schmuckextrem dichtreich, etwas klarer

Häufige Fragen (FAQ)

Was steht im Book of Kells? Es enthält den lateinischen Text der vier Evangelien sowie Vorreden und Verzeichnisse. Der Schwerpunkt liegt jedoch auf der künstlerischen Ausstattung, nicht auf einem fehlerfreien Text.

Wo wird das Book of Kells aufbewahrt? Im Trinity College in Dublin, wo es als eines der bedeutendsten Kulturgüter Irlands ausgestellt ist.

Weiterführend

  • Meehan, Bernard (2012): The Book of Kells. Thames & Hudson.
  • Henry, Françoise (1974): The Book of Kells. Thames & Hudson.
  • de Hamel, Christopher (1994): A History of Illuminated Manuscripts. Phaidon.
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