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Procreate für Lettering ist die Nutzung der iPad-Mal-App Procreate, um Schriftzüge digital mit druckempfindlichem Stift, Pinseln und Ebenen zu zeichnen.

Rubrik: Kalligrafie · Unterrubrik: Lettering · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Procreate Lettering, digitales Lettering, iPad-Lettering

Was ist Procreate für Lettering?

Procreate für Lettering beschreibt das Zeichnen von Buchstaben und Schriftzügen in der App Procreate auf dem iPad. Dank des druckempfindlichen Apple Pencil reagieren digitale Pinsel auf Andruck und Neigung, sodass dünne Aufstriche und kräftige Abstriche wie beim analogen Brush Lettering entstehen. Procreate für Lettering verbindet das Gefühl des Handletterings mit den Vorteilen des digitalen Arbeitens: Ebenen, Rückgängig-Funktion und verlustfreier Export.

Erklärung

Der Kern von Procreate für Lettering besteht aus drei Elementen: Brushes, Ebenen und Druckempfindlichkeit.

Brushes (Pinsel): Ein Brush bestimmt Form, Kantenschärfe und Verhalten des Strichs. Für Lettering eignen sich besonders Brushes aus den Kategorien Calligraphy (mit eingebautem Druckkontrast), Inking (für saubere, tintenartige Striche) und Painting (für Aquarell- und Textureffekte). Die mitgelieferten Brushes in Procreate sind ein guter Ausgangspunkt; viele Letterer kaufen oder laden spezialisierte Lettering-Brush-Sets herunter, etwa von Peggy Dean, True Grit Texture Supply oder Lisa Glanz. Diese sind auf maximalen Druckkontrast und natürliches Schreibgefühl optimiert.

Druckkurve: In den Einstellungen unter dem Stift-Symbol lässt sich die Druck-Kurve anpassen. Eine steile Kurve bedeutet, dass schon leichter Druck einen großen Dickenunterschied erzeugt; eine flache Kurve erfordert mehr Kraftaufwand. Für Brush Lettering empfiehlt sich eine Kurve, die bei wenig Druck sehr dünn und bei mittlerem Druck bereits kräftig reagiert.

Ebenen: Ebenen sind das wichtigste Werkzeug für einen sauberen Workflow. Eine typische Ebenstruktur für Procreate-Lettering: Unterste Ebene für den Hintergrund, zweite Ebene für Hilfslinien (auf 30 bis 40 Prozent Deckkraft reduziert), dritte Ebene für die Skizze (ebenfalls transparent), oberste Ebene für die saubere Reinzeichnung. Schatten und Ornamente kommen auf separate Ebenen, damit sie unabhängig bearbeitet werden können.

Praktische Funktionen: Zwei Finger antippen macht den letzten Schritt rückgängig; drei Finger antippen wiederholt ihn. QuickShape (Stift halten am Ende eines Strichs) erzeugt gerade Linien oder perfekte Kreise. Das Zeichensymmetrie-Werkzeug (Drawing Guide mit Symmetrie-Achse) hilft, symmetrische Buchstaben oder Monogramme präzise zu zeichnen.

Für den Export stehen PNG (transparent, ideal für Social Media und Compositing), JPEG (mit Hintergrund), PDF (für Druck) und PSD (für die weitere Bearbeitung in Photoshop oder Vektorisierung in Illustrator) zur Verfügung.

Beispiele

  • Brush-Lettering-Schriftzüge: geschwungene Wörter mit natürlichem Druckkontrast.
  • Zitat-Grafiken: typografische Sprüche für Social-Media-Posts.
  • Lettering-Skizzen: schnelle Entwürfe vor der finalen analogen oder vektoriellen Reinzeichnung.
  • Farbvarianten: dasselbe Lettering in mehreren Farbpaletten testen, ohne Material zu verbrauchen.
  • Verlaufs- und Texturschriften: Effekte mit Aquarell-Brushes oder Texture-Overlays.

In der Praxis

In der Praxis braucht man ein iPad (ab der Air-Generation für reibungslosen Betrieb empfohlen), den Apple Pencil und die Procreate-App. Anfänger/innen beginnen mit einer einfachen Leinwand, einem Monoline- oder Brush-Pinsel und einer separaten Skizzenebene.

Wichtige Einstellungen vorab: Druckkurve anpassen, Streamline auf etwa 40 bis 60 Prozent setzen (glättet Handwackeln in den Strichen), Hilfslinien als eigene Ebene anlegen und eine Farbpalette mit den gewünschten Tönen speichern.

Wer Ergebnisse später als Logo nutzen will, exportiert die Datei als PNG oder PSD und überführt sie anschließend in ein Vektorprogramm. Procreate eignet sich besonders gut für den schnellen Wechsel zwischen Entwürfen und das Testen verschiedener Layouts, bevor die finale Version ausgearbeitet wird.

Vergleich & Abgrenzung

Procreate für Lettering wird oft mit Vektorprogrammen wie Adobe Illustrator verwechselt. Procreate ist eine pixelbasierte Mal-App, ideal zum Zeichnen und Skizzieren. Illustrator arbeitet mit Vektoren und eignet sich für die skalierbare Reinzeichnung.

MerkmalProcreateAdobe Illustrator
TechnikPixel (Raster)Vektor
Gefühlnatürliches, malerisches Zeichnenpräzise, konstruktive Arbeit
Skalierungbegrenzt durch Auflösungverlustfrei, beliebig
StärkeSkizzen, Textur, FarbeLogo-Reinzeichnung, Druck

Häufige Fragen (FAQ)

Was ist der Unterschied zwischen Procreate und einem Vektorprogramm fürs Lettering? Procreate ist eine pixelbasierte Mal-App, die sich hervorragend zum Zeichnen und Skizzieren von Lettering eignet und ein natürliches Schreibgefühl bietet. Vektorprogramme wie Adobe Illustrator erzeugen skalierbare Pfade und sind ideal für die finale Reinzeichnung, Logos und Druckvorbereitung.

Braucht man für Procreate-Lettering einen Apple Pencil? Für ernsthaftes Lettering ja: Erst die Druck- und Neigungsempfindlichkeit des Apple Pencil erzeugt den typischen Wechsel aus dünnen und kräftigen Strichen. Mit dem Finger sind nur grobe Ergebnisse ohne Druckkontrast möglich.

Welche Procreate-Brushes sind für Einsteiger/innen empfehlenswert? Die mitgelieferten Brushes „Monoline" (gleichmäßige Strichstärke) und „Brush Pen" (Calligraphy-Kategorie, mit Druckkontrast) sind gute Ausgangspunkte. Wer mehr Flexibilität möchte, kauft günstige Lettering-Brush-Sets, etwa von Peggy Dean oder Karin Newport, die auf Druckkontrast und natürliches Schreiben optimiert sind.

Verwandte Einträge

Weiterführend

  • Hewitt, Jess (2020): Procreate for Beginners. Self-published / Pieces Calligraphy.
  • Savage, Lettering (2021): The Procreate Lettering Workbook. Independently published.
  • Procreate (2024): Procreate Handbook. procreate.com/handbook.

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