← Zurück zu Kalligrafie
Buchstabenverbindungen üben ist das gezielte Training der Verbindungsstriche, mit denen einzelne Buchstaben in der Schreibschrift flüssig und gleichmäßig zu Wörtern zusammengeführt werden.

Rubrik: Kalligrafie · Unterrubrik: Techniken & Übungen · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Verbindungsstriche, Ligaturen, joins, connecting strokes

Was ist Buchstabenverbindungen üben?

Beim Buchstabenverbindungen üben trainiert man die Übergänge zwischen Buchstaben: die Eingangs- und Ausgangsstriche sowie die Schleifen und Bögen, die zwei Buchstaben verbinden. Erst flüssige Verbindungen machen aus aneinandergereihten Buchstaben echte, lesbare Wörter mit dem für Schreibschriften typischen Rhythmus.

Erklärung

In verbundenen Schriften wie der englischen Schreibschrift endet fast jeder Buchstabe mit einem Ausgangsstrich, der nahtlos in den Eingangsstrich des nächsten übergeht. Beim Üben der Verbindungen kommt es auf drei Dinge an: gleichmäßige Höhe der Verbindungslinie, konstanter Abstand zwischen den Buchstaben und ein einheitlicher Bogen, sodass kein Buchstabe aus dem Wortbild herausfällt.

Geübt wird typischerweise mit Buchstabenpaaren (z.B. „in", „un", „mm"), danach mit ganzen Wörtern. Schwierige Übergänge entstehen, wenn ein Buchstabe oben (wie „o" oder „v") an einen folgenden anschließt, der unten beginnt: Hier braucht es spezielle Verbindungslösungen, die je nach Schrift vorgeschrieben sind. Das Üben von Buchstabenverbindungen baut direkt auf den Grundstriche üben auf und ist Voraussetzung für ein konsistentes, ruhiges Wortbild. Ligaturen sind ein Sonderfall der Verbindung, bei dem zwei Zeichen zu einer Form verschmelzen. Die erreichte Konsistenz und Gleichmaß der Verbindungen lässt sich am deutlichsten beim Schreiben von Wörtern wie „minimum" ablesen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Ausgangsstrich isolieren: Zuerst nur den Ausgangsstrich eines Buchstabens üben, der in den nächsten überleitet (z.B. Ausgangsstrich von „i").
  2. Eingangsstrich isolieren: Entsprechend den Eingangsstrich des folgenden Buchstabens üben.
  3. Paar verbinden: Die beiden Striche in einem Zug verbinden, ohne Feder abzusetzen: „i" zu „n" als Paar üben.
  4. Gleichmäßigen Abstand prüfen: Der Raum zwischen den Buchstaben soll optisch gleich sein. Geometrisch identische Abstände führen bei unterschiedlichen Formen oft zu ungleich wirkenden Lücken.
  5. Gleiche Verbindungshöhe: Alle Verbindungsstriche sollen auf derselben Höhe (ca. unteres Drittel der x-Höhe) verlaufen.
  6. Schwierige Paare: Übergänge nach „o", „v", „b" separat üben, da sie oben enden und der nächste Buchstabe unten beginnt.
  7. Wörter schreiben: Übungswörter wie „minimum", „union", „main" schreiben und auf Gleichmäßigkeit prüfen.
  8. Aus Distanz prüfen: Blatt auf Abstand halten und rhythmische Gleichmäßigkeit beurteilen.

Beispiele

  • Paar „in": Ausgangsstrich des „i" leitet in das „n".
  • Paar „mm": zwei identische Bögen mit gleichem Abstand.
  • Übergang „ov": Verbindung von oben nach oben.
  • Übergang „be": Schleife des „b" mündet in das „e".
  • Wort „minimum": klassisches Übungswort für gleichmäßige Verbindungen.

In der Praxis

Übungswörter mit vielen gleichartigen Bögen (z.B. „minimum") decken Unregelmäßigkeiten in Abstand und Höhe schonungslos auf. Hilfreich ist, das Wort zunächst sehr langsam und groß zu schreiben und auf die Lücken zwischen den Buchstaben zu achten: Optisch gleiche Zwischenräume sind wichtiger als geometrisch identische Abstände. Eine saubere Linierung anlegen erleichtert die Höhenkontrolle. Wer regelmäßig übt, bemerkt, dass Verbindungen sich erst nach vielen Wiederholungen zu automatisierten Bewegungsmustern festigen, also erst dann wirklich flüssig werden.

Vergleich & Abgrenzung

Verbindungen sind die Striche zwischen Buchstaben. Ligaturen sind verschmolzene Zeichen.

MerkmalVerbindungLigatur
WesenVerbindungsstrichverschmolzene Form
Beispiel„in", „un"„fi", „ff"
Häufigkeitjede Schreibschriftgezielt eingesetzt

Häufige Fragen (FAQ)

Was ist der Unterschied zwischen Verbindung und Ligatur? Eine Verbindung ist der Strich, der zwei eigenständige Buchstaben verbindet. Eine Ligatur ist eine eigene Form, in der zwei Zeichen zu einer verschmelzen, etwa „fi".

Mit welchen Wörtern übt man Verbindungen am besten? Wörter mit vielen gleichartigen Bögen wie „minimum" oder „nimm" eignen sich, weil sie ungleiche Abstände und Höhen sofort sichtbar machen.

Muss man Verbindungsstriche in jedem Schriftstil üben? Nur in verbundenen Schriften. Druckschriften wie gotische Textura setzen Buchstaben einzeln ohne Verbindungsstriche. In solchen Schriften trainiert man stattdessen den gleichmäßigen Abstand zwischen Einzelbuchstaben.

Verwandte Einträge

Weiterführend

  • Henning, William E. (2002): An Elegant Hand: The Golden Age of American Penmanship. Oak Knoll Press.
  • Dubay, Inga / Getty, Barbara (2016): Italic Letters: Calligraphy and Handwriting. Allyn & Bacon.
  • Mediavilla, Claude (2006): Kalligraphie. Vom Schriftblatt zur Kunst der Kalligraphie. Verlag Hermann Schmidt.
← Zurück zu Kalligrafie
Infotag

Sei am Mittwoch dabei.
Bring Eltern oder Freunde mit.

Ein halber Nachmittag, der dir drei Jahre Klarheit bringen kann. Kostenlos, unverbindlich, ehrlich.

  • Rundgang durch Studios, Schnitträume und Tonstudio
  • Echte Absolventenfilme sehen
  • 1:1-Beratung zu Bewerbung & BAföG
  • Studierende direkt fragen
  • Kaffee, kein Sales-Pitch
  • Auch online möglich

Platz beim Infotag reservieren

Dauert 30 Sekunden. Bestätigung per E-Mail.
100 % kostenlos · keine Verpflichtung · jederzeit absagbar